Wem "Liebesdienste" gefallen hat, dem wird sicherlich auch "Lebenslügen" gefallen.
Ich fand es noch spannender als den Vorgänger, und kann es kaum erwarten das die Geschichte weitergeht.
Am Anfang ist es wieder etwas verwirrend, mehrere Geschichten, die anscheinend nichts miteinander zu tun haben laufen parallel ab, nur langsam fangen die einzelnen Stränge an sich zu verflechten und eine zusammenhängende Handlung zu ergeben. Aus dem Vorgänger kommen einem nur Jackson Brodie und Louise bekannt vor. Aber die beiden brauchen fast das ganze Buch bis sie aufeinander treffen. Die anderen Personen haben auch alle ihre persönliche Katastrophe zu bewältigen: ein junges Waisenmädchen das seinen Platz im Leben sucht, eine Frau die als Kind ihre komplette Familie verloren hat und jetzt erneut eine Bedrohung ihrer neuen Familie sieht, ein Ehemann der in kriminelle Geschäfte verwickelt ist und keinen Ausweg sieht. Ein Zug entgleist, und irgendwie sind alle davon betroffen.
Man kann jetzt natürlich sagen: zu viel Drama, zuviele Zufälle, zuviel Gewalt, zuviel Unlogik etc. Stimmt vielleicht, aber man liest doch ein Buch um in eine fiktionale Geschichte einzutauchen, Alltag habe ich auch zuhause. Man muss sich gelegentlich auf irrationale Geschichten einlassen. Wem das zu weit hergeholt ist, sollte die Finger von dem Buch lassen!
Es ist wieder sehr spannend wie die ganzen Geschichten ineinander verwoben werden. Leider werden nicht alle Knoten zum Schluß gelöst, man muss sich ein bisschen was dazu denken, und auf den hoffentlich folgenden nächsten Teil warten.