Kleiner, dicker, unscheinbarer Bankkassierer tötet die Lover seiner Objekte der Begierde, weil er hofft, dann als Tröster ins Spiel zu kommen und vielleicht Nachfolger der Ermordeten zu werden: soweit die Kurzfassung der Geschichte. Der Stil des Autors ist so schwarzhumorig, sezierend und interessant, dass das dünne Büchlein mit knapp 200 Seiten ruhig dicker hätte sein können, ich habe mich sehr amüsiert - und da ich in München geboren bin, hat mich das Lokalkolorit auch sehr begeistert. Schwächen leider beim Lektorat, da hat die Lektorin nicht aufgepasst, was gerade bei einem Erstling sehr wichtig ist: wenn an einem 12. Juli ein Sonntag ist, kann an einem 23. Juli unmöglich schon wieder ein Sonntag sein. Und an einem 15. August geht in München normalerweise keiner einkaufen, da ist nämlich im erzkatholischen Mutterland Mariä Himmelfahrt und das ist ein hoher Feiertag im Reich von Herrn Seehofer. Erbsenzählerei? Mag sein, aber in den Details zeigt sich die Größe. Ich schwanke zwischen drei und vier Sternen, habe mich aber letzlich für vier Sterne entschieden, da der Autor eine sehr originelle Sprache hat und seine Personen außerordentlich genau beobachtet hat. Auf jeden Fall sehr lesenswert, ich hatte ein paar nette Stunden mit dem Buch und werde es auf jeden Fall irgendwann nochmals lesen!