Ich war ja frustiert, als Lisa Marklund die Leser mit dem Cliffhanger bei "Nobels Testament" so im Regen stehen ließ.
Aber nun konnte es ja endlich weitergehen und "Lebenslänglich" beginnt in den Minuten nach dem Ende von "Nobels Testament".
Und es geht sofort mit großem Tempo los, neben Annikas Schicksal startet der zweite Erzählstrang mit dem Mord an einem VIp - Polizisten, der natürlich nicht nur die Polizei sondern auch die Presse mächtig in Atem hält. Nebenbei gibt es natürlich private Verwicklungen bei Annika und in der Redaktion stehen auch wieder Umbrüche bevor, daneben muss man sich mit politischen Intrigen und Hintertürchen beschäftigen, also langweilig wird es einem garantiert nicht.
Natürlich - offen gesagt - ahnt man schnell, daß bei der Aufklärung des Mordes und der Verurteilung der verdächtigen etwas nicht ganz klar ist, aber Lisa Marklund wäre nicht Lisa Marklund, wenn sie uns den obligatorische Showdown mit Action- Annika ersparen würde . Das ermüdet langsam ein wenig, ebenso wie bei Tempe Brennan. Wenn man andauernd an der Schwelle des Todes steht, dreht man doch irgendwann mal durch, es sei denn man ist Bruce Willis!!!
Abe unsre Heldinen stehen immer ganz schnell wieder senkrecht, okay, Annika schleppt einige Neurosen und Knackse mit sich herum, aber zum glück ist sie die singenden Engel los geworden, das war ja schon beklemmend. Trotzdem immer wieder wunderbar, wie menschlich, ehrlich und zerrupft- lebensnah diese Frau Bengtzon mit ihren riesigen, vollgestopften Taschen und großem privatem chaos daherkommen darf, da freut man sich, perfekte Hochglanz - Heldinnen gibt es ja ausreichend.
Ich fand den Krimi wie alle zuvor sehr spannend und packend, und von erstaunlich konstanter Qualität, bisher war in dieser Reihe noch kein Tiefpunkt und ich freue mich schon darauf, wie es mit Frau Bengtzon weitergeht. Klare Empfehlung, aber auch hier gilt: Man sollte die Vorgänger kennen, sonst kommt man schnell mit den Personen in Annikas Privatleben durcheinander.