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Das berühmte Gedicht Stufen von Hermann Hesse, das dem Buch vorangestellt wurde, enthält an zwei Stellen Anregungen für den heilsamen Umgang mit Lebenskrisen. Die letzte Zeile mit der schwungvollen Aufforderung "Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!" verweist auf die Notwendigkeit des Loslassens von vertrauten und bewährten Verhaltensmustern, wenn eine neue Lebensphase beginnt. Im oft zitierten Satz "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben" ist die therapeutische Kraft des Anfangszaubers angesprochen, der mit entsprechenden Ritualen unterstützt werden kann.
Ruediger Dahlke, der erfahrene Arzt und Therapeut, bezeichnet Rituale als "Schlüssel zu neuen Lebensabschnitten" und schlägt für all die großen und kleinen Übergänge im Leben passende Übungen und Handlungsabläufe vor. Bereits beim Umgang mit Kleinkindern bewähren sich "kleine Rituale statt großer Machtproben", wenn es um problematische Situationen wie Schlafengehen, Essen und Sauberwerden geht. In der Pubertät können "Rituale zur Suchtvermeidung" hilfreich sein. Während es in allen Kulturen reichlich Hochzeitsrituale gibt, fehlt Vergleichbares noch für die Scheidung. Daher sammelte der Autor dazu einige Ideen: feierliches Abnehmen der Ringe, gemeinsam einen Knoten lösen usw.
Ganz wichtig bei allem ist das Verständnis der geistigen und symbolischen Zusammenhänge. So erfahren wir einiges über uns selbst, wenn wir etwa beim Thema Lebensmitte uns zunächst in anderen Mitte-Situationen erforschen (Tagesmitte, Urlaubsmitte, Umkehrzeitpunkt bei Wanderungen).
Das leicht lesbare Buch knüpft an Alltagserfahrungen an, vermittelt kulturgeschichtliches Wissen und bietet psychologisch fundierte Lebenshilfe. --Stephan Schmidt -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Ich habe R. D. schätzen gelernt als Co-Autor des Esoterik-Klassikers "Krankheit als Weg", das ich nach wie vor als "meine Bibel" bezeichne.
Schon dort war sein Schreibstil etwas schwer verdaulich. Seine Weisheiten muss man allesamt "cum grano salis" verstehen, er schreckt in dem vorliegenden Werk z.B. nicht zurück, ein Wort griechischen Ursprunges sehr frei zu übersetzen, nur damit es ihm in den Kram passt - wie überhaupt viele seiner "Beweise" schwer oder gar nicht überprüfbar sind - was aber nicht dazu verleiten sollte, sie ihm einfach unreflektiert abzunehmen! Ich konnte mich - wieder einmal - des Eindrucks nicht erwehren, dass R.D. damit lediglich vorführen will, WIE breit gestreut sein Allgemeinwissen denn nicht ist.
Also: Vorsicht ist geboten, was aber nicht heißt, dass die "Message" dahinter nicht an und für sich richtig wäre.
Sein vehementes Vorgehen gegen die Unsitten der Schulmedizin ist beispielsweise durchaus gerechtfertigt und in sich schlüssig und kongruent, dennoch erscheint mir das Werk, als wäre es aus einem einzigen Ziel geschrieben worden: als Zusammenfassung seiner bisherigen Publikationen und um möglichst viel Werbung für jene zu machen. Wer konsequent den Endnoten folgt und brav alle Anmerkungen im Anhang liest, wird in 6 von 7 Fällen lesen: "mehr davon in Rüdiger Dahlke, Werk soundso".
Ein eitler Pfau bei der Selbstbespiegelung.
Trotz allem ist das Werk an sich nicht zu verdammen, wer es sich - mit der gebotenen Vorsicht und Skepsis gegenüber herangezogener "Beweise" - zu Gemüte führen möchte, sei davon nicht abgehalten. Ein paar schöne Gedanken ("Kopfsprung ins Leben", "Gebärende aufs Kreuz gelegt"...) sind in wohl _jedem_ der R. D. -Werke enthalten, und als Gegengewicht zu unserem ewig aktuellen und inzwischen von jeglicher Menschlichkeit bereinigten Wahn der "Gesundheits"industrie sind sie alle sehr geeignet; es ist lediglich der Schreib- und Argumentationsstil, der irritiert.
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