Zugegeben, ein Schnäppchen ist mein neues Baby nicht gerade, aber das ist der Oldtimer, den sich mein angeberischer Zahnarzt zugelegt hat, auch nicht. So ist das halt mit exklusiven Hobbys. Die Anlieferung durch die Heidelberger Altstadtgassen gestaltete sich schwierig, zum Glück war das das Problem von DHL, ich habe wirklich nur die Versandpauschale von 5,90 bezahlt. Etwas Leid tut mir nur der Steuerzahler, der wohl letztendlich dafür aufkommen muss, dass die Polizei Teile der Altstadt absperren musste, damit der Spezialkran agieren konnte. Nun, für meinen T-Rex war das kostenlose Werbung- unter den japanischen Touristengruppen sprach sich die neue Heidelberger Attraktion schnell herum und mittlerweile spiele ich mit dem Gedanken, die Japaner aus meinem Vorgarten nicht mehr zu verscheuchen, sondern Eintritt zu verlangen oder wenigstens um eine Spende für den Unterhalt zu bitten. Ein renommierter Reisebuchverlag, so trägt man mir zu, habe schon Fotos für die aktualisierte 2012er-Auflage seines Heidelbergführers gemacht. Selbstredend sind nicht alle glücklich über den neuen Blickfang im sonst so beschaulichen Heidelberg. In der Lokalzeitung laufen alt-eingesessene Heidelberger Sturm gegen diesen Schandfleck, der schon auf ersten Postkarten und Straßenmalereien auftaucht und dabei ist, das Heidelberger Schloss von Platz 1 der beliebtesten Attraktionen zu verdrängen. Aber es gibt auch amüsante Begleiterscheinungen: wenn ich jemanden zu mir nach Hause einlade, schicke ich mittlerweile nicht mehr meine Adresse per E-Mail, sondern den Google-Earth-Link, wo man den Dino besser erkennen kann als das Schloss. Wenn ich gut drauf bin, bekommen die Grundschulklassen, die ihren Unterricht gelegentlich hierher verlegen, schonmal eine Caprisonne spendiert. Alles in allem bereue ich den Kauf nicht, mein Leben wurde seitdem in ungeahnter Weise bereichert. Ich kann das Tierchen wärmstens empfehlen.