Schmidbauer hat ein interessantes Buch über die Angst als Lebensgefühl geschrieben. Allerdings, wie es typisch für ihn ist, geht er dabei undogmatisch vor und setzt beim Leser einiges an Wissen voraus, was die Psychologen unter einer behandlungsbedürftigen Angst-Störung verstehen. Seine Thesen regen zum Nachdenken an, seine Begründungen sind aber meist alles andere als nachvollziehbar und bleiben nebulös. Dabei verscuht der Autor in diesem Buch gleichzeitig eine Lanze für die Psychoanalyse zu brechen; Kritikern möchte er wieder einmal zuvorkommen, die der Psychoanalyse mangelnde Wissenschaftlichkeit vorwerfen. Diesen Vorwurf muss sich Schmidbauer aber gerade gefallen lassen, wenn er versucht, das Problem "Angst" pseudowissenschaftlich zu behandeln. Vielmehr bekommt man in den letzten Kapiteln des Buches den Eindruck, als wolle der Autor seinen Kollegen mal so richtig die Meinung sagen. Der verstorbene Fritz Riemann, Autor des Klassikers "Grundformen der Angst", bekommt dabei besonders sein Fett weg. Dabei wirkt Schmidbauer nicht besonders souverän. Ein lohnendes Buch, um Denkanstöße zu bekommen ist das Buch aber allemal.