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Lebensformen im Mittelalter.
 
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Lebensformen im Mittelalter. [Broschiert]

Arno Borst
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Broschiert, April 1998 --  

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Produktinformation

  • Broschiert: 783 Seiten
  • Verlag: Ullstein Tb (April 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548340040
  • ISBN-13: 978-3548340043
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,6 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 518.041 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Arno Borst
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Arno Borst untersucht die Lebensformen im Mittelalter unter zahlreichen Aspekten. Ausgangspunkt sind die Quellen jener Epoche: Chroniken, Biographien, Memoiren und Legenden, Urkunden, Akten, Briefe und Handbücher, poetische und gelehrte Texte aus ganz Europa. Er läßt die mittelalterlichen Menschen vom Verhalten ihrer Zeitgenossen unmittelbar erzählen und knüpft daran eine moderne Auslegung, die 'zwischen den Zeilen' liest und Hintergründe freilegt, von denen die Autoren nichts sagten oder nichts wußten. Das Hauptthema - die mittelalterlichen Lebensformen - wird von Borst nach zwei Richtungen hin vergleichend abgegrenzt: einmal zu unserer Gegenwart und zum anderen nach kulturanthropologisch vergleichbaren Phänomenen hin. Borst kommt zu dem Schluß, daß das, was uns noch mit dem Mittelalter verbindet, nicht die Lebensbedingungen, aber auch nicht die Ereignisse und Erbschaften sind, sondern die Grundfragen mitmenschlichen Verhaltens gegenüber einer stets bedrohlichen Zukunft. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Autorenportrait

Arno Borst, geboren 1925, lehrte bis zu seiner Emeritierung Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Konstanz. Für seine Werke wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt 1996 mit dem Premio Balzan. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian von Montfort HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Der Geschichtsprofessor Borst erzählt uns in seinem dicken Buch vom Mittelalter. Nun weiß ich nicht, was Sie unter "Lebensformen" verstehen, jedenfalls hatte ich irgendwie an die Stände gedacht, Adel, Mönche, Bauern, Rittertum und Bürgertum vielleicht und deren Entwicklung über 1000 Jahre. Borst hat es aber ganz anders aufgezogen. Er hat hunderte Geschichtchen aus allen Ländern und Zeiten genommen und nach willkürlichen Stichwörtern wie "Krieg", "Schüler" oder "Natur" sortiert.

Das ist ein Problem, denn dem Buch fehlt dadurch der rote Faden. Es wird wild durch die Jahrhunderte und Völker gesprungen, man wird überwältigt mit Namen, Zahlen und Begebenheiten, die in überhaupt keinem Zusammenhang stehen. Da erzählt er von der Vertreibung der Langobarden 568, und springt dann im nächsten Satz ins Jahr 1518 und erzählt was von der Enge in den Ritterburgen. Ich garantiere Ihnen, nach 750 Seiten in dem Stil sind Sie wie betäubt. Die bisherigen ausnahmslos positiven Rezensionen erstaunen mich, ich konnte oft nicht einmal einen Zusammenhang zum Stichwort feststellen. Zu vielen Stichwörtern gibt es nur eine einzige Anekdote, so als könnte man damit etwa einen Gesamtkomplex wie "Tugend im Mittelalter" erklären. Bei so schwammigen Dingen wie "Mensch und Raum" oder "Erinnerung" driftet er völlig ins Philosophische ab. Und was will man überhaupt in einem Kapitel "Mitmenschen" in zweieinhalb Seiten sagen, wenn sie 1000 Jahre abdecken müssen? Wie will man das Verständnis von hunderten Millionen Menschen dieser Zeit so sehr verallgemeinern? Es kann praktisch nur Eklektizismus dabei herauskommen.

Ich fand auch, dass Borst sich sehr auf die negativen Seiten des Mittelalters kapriziert hat, so als wäre in 1000 Jahren kein einziges Mal gelacht worden. "Ein Leben zwischen Knechtschaft und Krieg" heißt es schon in der Klappe (einen Satz übrigens, den man sicher auf jedes Zeitalter der Menschheit problemlos übertragen kann inklusive 2008). "Wer sich die Mühsal und Arroganz, Demut und Dumpfheit des Mittelalters vergegenwärtigen will, findet hier bezwingende Einsichten" schrieb denn auch die ZEIT in ihrem Kommentar. Borst mag es trübe und hart. Statt zum Beispiel von der grandiosen Entwicklung der Baukunst zu berichten, mit der die Kathedralen und Dome in ganz Europa gebaut wurden, erzählt Borst vom Einsturz einer Baustelle. Statt von der Schmiedekunst zu berichten, erzählt Borst von einem Schmiededorf voller "Teufelswerk", dass im religiösen Wahn vernichtet wurde. Man erfährt nicht, wie der Earl 50 Jahre lang gelebt hat, sondern unter welchen grausigen Schlägen er in der Schlacht gefallen ist. Es folgt das Kapitel "Einzelmensch", welches von einem Verrückten handelt, der 1180 wochenlang nackt durch den Wald lief. Dieser Verrückte ist ein typisches Beispiel, durchaus amüsant zu lesen, aber Borst sucht stets Ausnahmen, Extremfälle, selten die gängigen Lebensformen. Es ist so, als wehre er sich geradezu dagegen, einfach mal den normalen Tag oder die Biografie einer Magd, eines Bauern, eines Mönchs oder eines Vogts zu beschreiben.

Mir kam das Buch vor wie eine professorale Fleißarbeit, bei der mehr Masse als Klasse produziert wurde. Immerhin, es wurde nahe an den Quellen gearbeitet und hin und wieder ist etwas Amüsantes oder Erstaunliches dabei, aber man muss dazwischen lange Trockenphasen überstehen. Das Buch könnte problemlos die Hälfte des Umfangs haben. Der Leser wird mittelmäßig unterhalten und bleibt wegen der strukturellen Mängel ziemlich verwirrt zurück, daher von mir 2 Sterne als Warnung.
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52 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Arno Borsts "Lebensformen im Mittelalter" bieten eine facettenreiche Einführung in die Mittelalterliche Erfahrungswelt. Dabei führt die Darstellung durch alle Bereiche des mittelalterlichen Dasein, die beinahe schon zum Standartwerk für jeden Mittelalter-Begeisterten gezählt werden kann. Es ist in einfacher, verständlicher Sprache geschrieben, ohne dabei jedoch zu banalisieren oder Zusammenhänge zu stark zu verkürzen. Insbesondere als ersten Zugang zu bestimmten Bereich des Mittelalters, wie beispielsweise Klosterbau oder die Rolle der Frau in der Familie, bietet sich dieses Buch geradezu an, da es über eine sehr ausgeprägte Gliederung verfügt, und sich die Einzelnen Abschnitte auch ohne den Gesamtzusammenhang sehr gut lesen lassen. Daneben zeichtnet sich das Buch vor allem durch eine gute Quellen- und Literaturübersicht. Wer nach bestimmten Personen sucht, dem wird dieses durch ein umfangreiches Personenverzeichnis erleichtert. Lediglich das fehlende Stichwortregister fiel mir negativ auf. Dennoch eine überragende Leistung. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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65 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Arno Borst stellt in seinem Buch "Lebensformen im Mittelalter" dar - den Alltag des Adels, der Kleriker, der Stadtbürger und Bauern. Anhand von zahlreichen, gut übersetzten Originalquellen werden Details des mittelalterlichen Lebens verdeutlicht, Zusammenhänge erklärt, Gemeinsames hervorgehoben. Borst zeigt auch, daß das Mittelalter keine einheitliche Epoche war, daß es viele Unterschiede zwischen den Ständen und den einzelnen Epochen gab. Auch wenn dieses Buch sehr... umfassend ist, machen es die Gliederung in kurze Abschnitte und die Zusammenfassungen am Ende der Kapitel sehr einfach, das jeweils Interessierende herauszufischen. Die Einleitung zum Thema "Lebensformen" kann man getrost überblättern, wenn man nicht an Methodik und Geschichtsphilosophie interessiert sein sollte. Insgesamt also ein lesbares, lebendig geschriebenes Werk für Laien (wie mich), die das Alltagsleben im Mittelalter verstehen lernen wollen - für Rollenspieler eine unbezahlbare Ideenfundgrube.
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