Aus der Amazon.de-Redaktion
Was passiert, wenn ein durch Drogen verwirrter, völlig aus der Form geratener 30 jähriger Alkoholiker, zum ersten Mal laufen geht?
In der Kurzgeschichte “Lebens Lauf“ legt Mischka Shubaly die Chronik seiner letzten zwanzig verfehlten Jahre in berauschender Sprache dar.
"Alkohol", sagt er, "ist ein großartiger Aggregator: wenn Sie im Übermaß trinken, scheinen alle Probleme unter dieses Dach zu fallen." Und Shubaly hatte Probleme in Hülle und Fülle, darunter Selbsthass, Lust an Selbstzerstörung und Verachtung der Nüchternheit (die er als unerbittliche Angst, Qual und verstärkte Langeweile erlebte). Als der Autor zufällig bei einer Schlägerei in einer Bar erfährt, dass seine Dämonen mit Laufen besser in Schach zu bringen sind als mit bestem Bourbon, beginnt er sein altes Leben loszulassen und wird etwas, das er nie sein wollte: ein Läufer, ein Ultra-Langstreckenläufer sogar.
Wenn Laufen eine Ersatzsucht ist, sagt Shubaly, dann ist es "die traurigste, die schmerzhafteste, aber auch die aufregendste Sucht, die ich je erlebt habe." Der Charme von Shubalys Schreibstil äußert sich in seinen bewundernden Metaphern über das Trinken, mit denen er verrät, dass das Trinken seine wahre, unerwiderte Liebe ist, in seiner Selbstreflexion, die Thoreau-ähnliche Tiefen annimmt, und in seiner Darstellung in der er die Fußgängerzone in etwas Erhabenes verwandelt. Darüber hinaus ist Shubaly extrem hartnäckig in der Lage mit Veränderungen umzugehen. Er ist ein Nihilist, und doch sucht er nach dem Sinn, ein wandelnder Widerspruch und es ist eine Freude mit diesen Seiten seine Zeit zu verbringen. --Paul Diamond
A Q&A with Mishka Shubaly

Question: Mishka, was motiviert dich einen Ultramarathon zu laufen?
Mishka Shubaly:Als ich mit dem Laufen begann hatte ich viele Motivationsgründe. Ich war so sauer und verloren. Ich rannte weil ich nicht wusste, was ich sonst machen sollte und um die Macht über meinen Körper wiederzuerlangen. Mein Körper wollte Alkohol, Kokain, wollte aufhören zu laufen. Ich musste meinem Körper beibringen, dass er nicht bekommen würde was er wollte. Ich habe mich selber überrascht, wie weit ich rennen konnte und die Strecke wurde immer länger. Jahrelang war mein Leben eingeschränkt – ich war unbrauchbar am Morgen, unzuverlässig am Abend und unberechenbar des Nachts. Als ich clean wurde, fiel das von mir ab. Es schien keine Grenze zu geben wie weit ich rennen konnte. Mein Training für meinen ersten Ultramarathon war unglaublich aufregend. Jetzt wo ich seit Jahren clean bin und ich viel weiter laufe als ich mir jemals hätte vorstellen können, ist es nicht mehr so beängstigend aber es macht immer noch Spaß. Glücklicherweise ist es einfach sich für einen Ultramarathon anzumelden und wenn du einmal registriert bist, tja, dann musst du es einfach machen.
Q: Was war deine witzigste Lauferfahrung?
MS: Ich teilte Vaseline-Tuben mit Wildfremden. Ich rannte in New York an Bussen vorbei, wobei der halbe Bus mich anfeuerte und die andere Hälfte mich mit Entsetzen anstarrte. In Mexiko lief ich in einen Nachbarort, Aasgeier kreisten über meinem Kopf, und musste einem kleinen Mädchen an einem Kokosnussstand erklären, dass ich was zu essen kaufen musste, weil ich hier gerade hergelaufen war. Sie starrte mich an, gab mir mein Wechselgeld, schüttelte ihren Kopf und sagte „es loco!“ Eines Morgens begegnete ich ein paar Touristinnen in Manhattan. Beide hatten Blickkontakt mit mir. Ich rannte nach Brooklyn, Queens und zurück in den Central Park… und da lief ich wieder genau diesen beiden Touristinnen in die Arme, bestimmt vier Stunden später. Ihre Kinnladen klappten runter und ich lächelte nur, winkte und lief wieder an ihnen vorbei. Das Beste kam vom Sohn meines Freundes. Er fragte mich warum ich nur 8 Zehennägel hätte und ich erzählte ihm, dass zwei bei einem 24 Meilen Lauf abgefallen waren. Er schaute mich an, schaute seinen Vater an und sagte „Wie blöd! Du solltest dafür das Auto nehmen!“ Ich schaute meinen Freund an der mich angrinste und meinte „Er ist vier, Mishka, und sogar er weiß das. Wann wirst du es endlich kapieren?“
Q: Was war deine schlechteste Entscheidung bei einem Lauf?
MS: Ich hab Anfängerfehler gemacht bei Bekleidung. Früher lief ich in Baumwollshirts, die furchtbar scheuerten. Bei einem Halbmarathon vergaß ich Pflaster auf meine Brustwarzen zu kleben und blutete zwei Shirts durch. Ich startete ein 50 Meilen Rennen in Zehenschuhen um bereits nach einer Runde zu humpeln und auf meine Straßenschuhe auszuweichen. Ich startete ein anderes Rennen mit zwei paar Wollsocken (es war kalt) und nach nicht mal fünf Meilen mussten wir einen Fluss durchqueren. Ich fühlte mich als würde ich mit Ziegeln an den Füßen laufen. Glücklicherweise übertrifft meine Belastbarkeit (gerade so) meine Dummheit, so habe ich mir nie dauerhaften Schaden zugefügt.
Kurzbeschreibung
Trotz bester Versuche Erleuchtung und persönlicher Weiterentwicklung auszuweichen, lernt der junge, respektlose Trinker und Drogenabhängige, seine selbstzerstörerischen Tendenzen durch Ultramarathon zu zähmen. Sein unerhörter Sinn für Humor aber tobt unvermindert weiter.
Autorenporträt
Seine Amazon Kindle Kurzgeschichten sind alle Bestseller geworden. Er schreibt wahre Geschichten über das Trinken, Drogen, Desaster, Sehnsüchte, Betrug und ihre Auswirkungen. Seine Arbeit wird gelobt für ihre Prägnanz, Humor, Furchtlosigkeit und Herz. Lebens Lauf, Mishkas Mini-Memoiren, beschreiben seine Verwandlung vom Alkoholiker und Drogenabhängigen zu einem cleanen Ultraläufer und ist bis dato eine der meistverkauften Kindle Kurzgeschichten.
Mishka Shubaly lebt in Brooklyn, wo er Musik komponiert und Bass in der Band Freshkills spielt. Er arbeitet an einem neuen Soloalbum seiner ursprünglichen Songs und an einer ausführlichen Version seiner Memoiren.
