Inhalt:
Die Huten
Beschrieben werden die fünf Haupthuten und 15 Beileger)
Die Grundangriffe
(Die acht Prinzipialhäue und sowie Kurz- und Langort)
Die Grundverteidigung
(Obere und untere Versatzung und fünf weitere)
Die fünf Meisterhaue
Fechtprinzipien
(U.a.: Mensuren, Beinarbeit, Vor - Indes - Nach
Der Krieg
(Die 24 Winden, Duplieren, Mutieren, Durchwechseln, Abnehmen sowie eine schematische Übersicht der Aktionen)
Weitere Fechtaktionen
(Zucken, der Fehler, Nachreißen, Schnappen usw.
Verwendete Literatur
Tafelteil
(36 Farbabbildungen historischer Fechthandschriften)
Layout und Ausstattung sind dem Verlag Philipp von Zabern sehr gelungen.
Das Fechtlehrbuch ist als Handbuch konzipiert. Das Format und die gute Bindung, sowie eine optimale Übersichtlichkeit unterstützen die praktische Arbeit mit diesem Werk.
In der Regel wird jeweils auf einer Seite ein Fechtstück (Fechttechnik, bzw. -Taktik) abgebildet und erläutert.
Hört sich knapp an, ist es aber nicht: gelöst wird die Komprimierung durch überlagerte Zeichnungen ähnlich einer Stroboskopblitzaufnahme, wobei der Beginn einer Fechttechnik in Grau, und die Endposition in Schwarz dargestellt wird. Hier zeigt sich eines der wenigen Mängel in dem Buch, die farbliche Absetzung hätte deutlicher sein können. Dies wird durch den Text ausgeglichen, der sehr verständlich und auf das Wesentliche bezogen ist. Nichts ist verwässert, oder mit unnötigen Annahmen bereichert".
Sehr angenehm sind dabei die fundiert erläuterten Zitate aus den alten Fechthandschriften. Diese sind in vielen Begleittexten der verschiedenen Stücke enthalten.
Begonnen wird das Werk mit verschiedenen Abhandlungen rund ums Schwert. Und hier zeigt sich schon der Fachmann, denn Wolfgang Abart ist nicht nur Fechtlehrer mit umfassender Ausbildung, sondern auch Schwertfeger und Schwertschmied. So wurden wesentliche Informationen über das Schwert geboten.
Sehr ausführlich werden dann Basisübungen wie Huten und Häue, sowie das Winden erläutert.
Körperhaltung, Mensuren und besonders die feine Schwertführung (teils werden die Abbildungen mit gezeichneten Linien unterstützt) sind vorzüglich dargestellt und dies ist dann auch die Stärke von Abart. Körper und Schwert bilden stets eine Einheit, womit in dieser Gesamtheit - bezüglich der Fechtkunst - der hervorragende Platz unter den Fechtlehrbüchern über das historische Fechten eingenommen wird.
Wie genau Abart die Fechtstücke ausgearbeitet hat, zeigt sich z.B. in der exakten Positionierung des Schwertortes (Schwertspitze) sowie der Schwerter in Bindung.
Nach dem Winden, bzw. den Aktionen im Krieg" folgen dann die weiteren (Liechtenauerschen) Fechtstücke, vom Abnehmen bis zum Zucken sind alle wichtigen - und viele andere - Stücke enthalten.
Abgerundet wird das Buch durch eine ausreichende Bibliographie sowie 36, meist farbige Reproduktionen von Tafeln alter Fechthandschriften.
Ein Glossar wird nicht vermisst, sucht man eine Fechttechnik, findet man es in der Inhaltsangabe und Fachbegriffe werden im Text entsprechend erläutert.
Fazit: Quadratisch, praktisch und sehr gut, mit einer Fülle von Hintergrundwissen präsentiert sich dieses Handbuch, indem alle wichtigen Schwert-Stücke abgehandelt werden und mit hohem Sachverstand einfach und klar interpretiert werden. In keinem anderen Lehrbuch wird die Schwertfechtkunst auf solch hohem Niveau behandelt.
Diese Vorzüge ergeben das Standardwerk bei den Fechtlehrbüchern über das Historische Fechten
André Schulze