Sehr gut geschriebenes Buch und auch für den interessierten Laien verständlich. Es eignet sich beinahe als Handbuch und Nachschlagewerk für denjenigen, der sich nicht durch die umfängliche wissenschaftliche Literatur durchzuarbeiten vermag. Dazu trägt auch die sehr gute Photoausstattung bei. Methoden und Methodenkritik in der paläontologischen Forschung werden ohne hier unnötige Beschwerung mit mathematisch-physikalischen Ableitungen anschaulich beschrieben. Der Autor trägt unterschiedliche Fachmeinungen vor, erläutert immer, wenn er selbst sich als Wissenschaftler für eine bestimmte Auffassung entscheidet, auch dem Laien nachvollziehbar die Gründe dafür. Sehr hilfreich beim Lesen sind die beiden Zeitskalen auf den Seiten 31 und 35. Ich hätte mir dazu lediglich noch eine etwas ausführlichere verbale Erläuterung gewünscht. Der Autor läßt, wie es im Titel heißt, die Eiszeit "lebendig" werden. Darüber hinaus läßt er seine eigene Lust an den Themen erkennen und weiß beinahe beiläufig seine Wissenschaft als spannende Kombination vieler unterschiedlicher Disziplinen faszinierend zu vermitteln. - Wohltuend ist, daß das Buch den Forschungsstand vorträgt und nicht populistisch dem Zeitgeist huldigend etwa über die für die damalige Flora und Fauna "katastrophale" Klimaerwärmung am Ende der letzten Eiszeit - die ja bekanntlich zu unserem heutigen gemäßigten Klima geführt hat - lamentiert und sie dann gar noch dem frühen Menschen anzulasten versucht. Das Buch könnte sicher auch das Nachdenken über manche Argumente unserer Klimaideologen anregen. - Einzig ärgerlich an dem Buch ist, daß es sich den modernen Rechtschreibreformversuchen geöffnet hat und den Leser dadurch manchmal über hanebüchene Wort- und Silbentrennungen stolpern läßt.