„Lebendig begraben“ ist sicherlich einer von Roger Cormans besten Filmen, ein kleines stimmungsvolles Gothic Horror Meisterwerk wie es mit geringen Budget und der kurzen Produktionszeit nur dieser „König der B Movies“ zustande bringen konnte.
Die Geschichte handelt von Guy Carrell einem sehr wohlhabenden aber etwas verwirrten Mann. Sein Vater litt unter Katalepsie (oder auch Starrsucht) einer eigentümlichen Erkrankung der Bewegungsnerven, die den Patienten wie scheintot erscheinen lassen. Guy lebt in der Gewissheit, das sein Vater deshalb lebendig begraben wurde und in ständiger Angst, das ihn das gleiche Schicksal ereilen könnte. Er versteckt sich in seinem großen, gruseligen Herrenhaus, malt manisch depressive Bilder, pumpt sich mit Drogen voll um „schlafen zu können“, baut sich eine Spezialgruft mit mehreren Notausstiegen und taumelt langsam aber sicher den absoluten Nervenzusammenbruch entgegen.
Das mag einerseits daran liegen, dass offensichtlich irgendjemand versucht Guy auf bösartig raffinierte Weise noch schneller in den Wahnsinn zu treiben, andererseits aber auch daran, dass das Haus und die Landschaft nicht gerade dazu beitragen das echte Partystimmung aufkommt. Keine Ahnung wo die Familie Carrell ihr Anwesen erbauen ließ von der Wetterlage muss es die unangenehmste Gegend der Welt sein. Die Vegetation ist äußerst karg und wenn es nicht gerade blitzt und donnert dann regnet es gewaltig und wenn es mal trocken ist dann sieht man vor lauter Nebel nicht die Hand vor den Augen.
Kurzum das Set, die Kulissen, die Kostüme und die Musik sind großartig. Gothic horror vom allerallerfeinsten auch dank eines kompetenten Regisseurs, stimmungsvoller Kameraführung und einem überzeugenden Hauptdarsteller. Statt dem vorgesehenen Vincent Price übernimmt der großartige Ray Milland die Hauptrolle. Milland, immerhin oscarprämierter Hollywoodstar ist allerdings mehr als nur ein würdiger Ersatz, er verleiht seiner Figur Charme und Wärme aber auch Wahnsinn und lässt uns die Verzweiflung Guy Carrells spüren. Ein ganz großer Schauspieler, der ein aber durchwegs gutes Ensemble anführt. Hazel Court ist als Guys Ehefrau bildschön und mysteriös zugleich, Alan Napier, den Afred aus der Fernsehserie Batman, sehen wir hier in einer ganz anderen Rolle, und vor allen John Dierkes und Dick Miller als die beiden zwielichtigen Totengräber, die im Nebel ihr Unwesen treiben und permanent die Melodie zu „Molly Malone“, einem irischen Folksong, dem man nach dem Film für einige Wochen als Ohrwurm hat, pfeifen, bleiben einem lang im Gedächtnis.
Kurzum ein toller Film und eine gute DVD mit mehreren netten Extras von denen das kurze aber informative Interview mit dem Meister himself Roger Corman besonderes herauszuheben ist. Für Genrefans absoluter Pflichtkauf, vor allen weil der Preis wirklich heiß ist