Ulla Fröhling hat mit „Leben zwischen den Geschlechtern" eines der letzten Tabus in Angriff genommen. Das erklärte Ziel ihres Buches ist jedoch nicht, nur von Leid, Schmerz und Elend zu berichten. Sie will uns Menschen näher bringen! Menschen, die eine medizinische, eine psychologische und eine gesellschaftliche Zurichtung „sondergleichen überlebt haben". Aus diesen Grund hat sie das Buch ressourcenorientiert angelegt. Sie berichtet von den Stärken, von der Individualität, von der Vielfalt von intersexuellen Menschen. Auch betroffenen Familien werden Wege aufgezeigt.
Doch ihre Absicht ist auch - wie sie selbst sagt: „etwas Verwegenes versuchen"! Nämlich:
„Vorbilder zeigen für Menschen, die einen Teils ihres Lebens geglaubt haben, sie wären ganz allein auf der Welt, ein ‚Monstrum', das in früherer Zeit auf Jahrmärkten zur Schau gestellt worden wäre. Es will die Idee denkbar machen, dass intersexuellen Menschen ein Raum in dieser Gesellschaft zusteht."
Und das wichtigste Ziel ist damit ebenfalls klar: intersexuelle Kinder sollen nicht mehr quasi schicksalhaft einen Überlebenskampf führen müssen; ein Überlebenskampf, den sie nicht selten verlieren und am Ende ein Lebensrésumé ziehen, das einer humanen Gesellschaft unwürdig ist: "Dieses Leben würde ich nicht noch einmal leben wollen."
Wollen wir solche Résumés wirklich weiterhin zulassen?
Ich meine Nein!