Das Buch "Leben verlängern-um welchen Preis?" von Langbein/Skalnik ist eine vor allem durch die teilweise sehr drastisch geschilderten Fallbeispiele eine sehr gut fassbare Medizinethik, viele Fragen werden hier zur Sprache gebracht. Leider bleibt es aber oftmals zu sehr beim zur-Sprache-Bringen der Fragen, eindeutige ethische Aussagen werden von den Autoren viel zu wenig getroffen. Wenn sie z.B. im Kapitel über Organtransplantationen die Frage stellen: "Wie tot sind Hirntote" und diese anhand von Monika Ploch, der vielzitierten Mutter des sog. "Erlanger Babys" zu beantworten versuchen, aber keine eigene Meinung formulieren. Leider viel zu häufig zitieren sie Transplantationsärzte, die - wie üblich erst nach der Operation - Skrupel bekommen haben, ob die Organentnahme denn wirklich bei einem Toten vorgenommen wurde u.ä. sowie andere Autoren, die Zweifel an der Zulässigkeit von medizinischen Verfahren haben. Was sie nicht schaffen, ist, daraus Konsequenzen zu ziehen und eine eigene Meinung über das Diskutierte zu äußern. Wirklich gut ist hingegen die Adressenliste von Organisationen, die vor Ort aktiv sind, um Menschen in medizinischen und psychologischen Notsituationen zu helfen. Diese ist sogar für Deutschland, Österreich und die Schweiz ausgelegt. Fehlen tut hingegen ein ausführliches Register mit Schlagworten. Vor allem wegen zu geringem Mut, ethisch Stellung zu beziehen gibt es nur drei Sterne. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)