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Leben, um davon zu erzählen [Gebundene Ausgabe]

Gabriel Garcia Marquez , Dagmar Ploetz
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (27 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 603 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: DEA, (10. Dezember 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462030280
  • ISBN-13: 978-3462030280
  • Originaltitel: Vivir para contarla
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 14,1 x 4,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (27 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 453.524 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Gabriel García Márquez
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der lateinamerikanische Schriftsteller Gabriel García Marquez hat ein gutes Gedächtnis. Wenn man ihm glauben kann, dann haben wir so wundervoll geheimnisvolle, fantasievolle Romane und Erzählungen wie Hundert Jahre Einsamkeit, Chronik eines angekündigten Todes und Liebe in Zeiten der Cholera nur diesem Erinnerungsvermögen zu verdanken. Denn eigentlich, so sagt Marquez im ersten Teil seiner Autobiografie Leben, um davon zu erzählen, seien all diese Geschichten in den rätselhaften und erfindungsreichen Erzählungen seiner Großmutter bereits angelegt gewesen.

Marquez' Biografie steht ein Motto voran: "Nicht was wir gelebt haben, ist das Leben", heißt es da, "sondern das, was wir erinnern und wie wir es erinnern, um davon zu erzählen." Und so inszeniert der Autor seine Lebensgeschichte auch dick wie einen Roman: Nicht ganz so fulminant wie sein fiktives Werk (und sicher auch mit epischen Längen), aber spannend und voll Handlung. Begonnen hat er bei den Großeltern, einem pensionierten Oberst und seiner in einer Geisterwelt beheimateten Frau. Aber auch und vor allem von seiner Kindheit und Jugend, der Armut der Eltern, dem Leben in Kolumbien, den erfolgreichen Anfängen des späteren Schriftstellers als Journalist und von der Liebe erfährt man eine ganze Menge. Und das Haus der Familie in Aracataca, dass er 1950 mit seiner Mutter besuchte und von dem aus seine Lebensgeschichte retrospektkiv ihren Anfang nimmt, wird später in Hundert Jahre Einsamkeit aus tausend Worten wieder aufgebaut.

Als bekannt wurde, dass Gabriel García Marquez an Krebs erkrankt sei, mutmaßte die literarisch interessierte Öffentlichkeit, der Autor wolle sich zurückziehen aus dem Gebiet der Literatur. Stattdessen hat er ein opulentes Buch vorgelegt, das Dichtung und Wahrheit geschickt verbindet. Weitere Bände dieser imposanten Erinnerungsarbeit sollen folgen. Man darf also noch hoffen. --Thomas Köster

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 12.12.2002
Thomas Steinfeld nutzt die Rezension des Buches zunächst für eine Abrechnung mit dem lateinamerikanischen "magischen Realismus", den er als "wohlfeile" Verklärung erbärmlicher sozialer und politischer Verhältnisse durch die Phantasie verurteilt. Er sieht darin die "sentimentale Fabel von der erlösenden Kraft der Literatur", die für ihn nicht zuletzt von Marquez praktiziert wird. Aus diesem Grund gefällt ihm der erste Teil seiner Autobiografie nicht, die jetzt auch auf deutsch erschienen ist. Am besten scheint ihm in der Lebensbeschreibung noch die Darstellung der "gesellschaftlichen und politischen Zustände" um 1948 zu gefallen. Der Autor habe als "Augenzeuge" miterlebt, wie der linke Politiker Gaitan ermordet wurde, teilt Krumbholz mit. Der Rest des Buches sei "aufgelöst in Tausenden von Charakteren und Anekdoten", so der Rezensent gereizt, der die Schilderungen als "Abenteuer für gringos" abtut. Er wirft Marquez "Sentimentalität" vor und stöhnt über die vielen "furchtbaren Passagen", in denen dadurch seiner Ansicht nach "das Literarische" des Buches erheblichen Schaden erleidet. Am Ende bezichtigt Steinfeld den kolumbianischen Autor, in seiner Autobiografie vor allem "Reklame für sich selbst" zu betreiben und damit seine eigenen Erinnerungen zu Werbezwecken zu "verraten".

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.12.2002
Vor allem eine Liebeserklärung an die "Kunst des mündlichen Erzählens", aber auch ein "eminent politisches Buch" sieht Rezensentin Felicitas von Lovenberg in diesem ersten Memoirenband des großen Autors. Das Haus seiner Großeltern, der Rezensentin zufolge Schauplatz der ersten Kapitel des Buches, sei "märchenhaft bekannt" schon aus dem Roman "Hundert Jahre Einsamkeit". Nun erweise Marquéz diesem Haus samt Bewohner und Geistern als der Brutstätte seines Talents noch einmal Reverenz. Besonders wegen der in diesen Schilderungen enthaltenen Anekdoten ist dieser Teil für die Rezensentin eine besonders heitere Lese-Etappe gewesen. Doch auch sonst sieht sie Marquéz' Memoiren nur so von Hinweisen auf seine Bücher strotzen, was zum Lesevergnügen ebenfalls erheblich beigetragen hat. Für Wissbegierige dürften ihrer Einschätzung nach jene Kapitel von besonderer Bedeutung sein, in denen Marquéz von der Arbeit an seinem nie erschienenen Roman "La Casa" berichtet. Faszinierend und lehrreich findet die Rezensentin außerdem die politischen Exkurse über die Geschichte Kolumbiens, die sie zunächst noch beiläufig, dann immer eindringlicher geschildert fand. Genau wie seine Roman leben für die Rezensentin auch diese Erinnerungen von den vielen Namen, die dem "unruhigen jungen Literaten" auf seinem Weg durch das Land begegnen. Am meisten allerdings von der großen, sich regelmäßig vermehrenden Familie des jungen "Gabo" Marquéz.

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Die Zeit, 24.12.2002
"Man erkennt es sofort", notiert Eberhard Falcke und sieht das mythische Macondo aus "Hundert Jahre Einsamkeit" neben dem echten Aracataca auferstehen, wohin der junge Marquez im Jahr 1950 mit seiner Mutter fährt, um das Haus der Familie zu verkaufen. Für Falcke ist dieser erzählerische Kunstgriff des Autors, der auf eben jener Reise, wie der Rezensent meint, eine Initiation seiner erzählerischen Fantasie erlebt und zu den familiengeschichtlichen Quellen seiner späteren Romane vorstößt, "eine fabelhafte Eröffnung" für den ersten Band (von vorgesehenen drei) der Garcia Marquez-Autobiografie. Die Reiseschilderung nimmt sich gegen die nachfolgende, anteilige Lebensgeschichte (bis zum Jahr 1955), die ansonsten chronologisch dargestellt wird, wie eine abgeschlossene Novelle aus, meint Falcke. Der ganze Rest hat ihm - mit Abstrichen, unter anderem dem Zeitdruck und Marquez' Krebserkrankung geschuldet, wie der Rezensent gnädig anmerkt - dennoch gefallen. Die Sprache scheint nicht ganz so reich, der Stoff nicht völlig gebändigt, heißt es kritisch, aber fesselnd bleibt Marquez' Lebensgeschichte, beispielsweise seine Jahre als Journalist unter den Bedingungen einer Diktatur, allemal. Bloß auf selbstanalytische Erkenntnisse des "geborenen Erzählers", der vielfach sich selbst zitiert, sollte man nicht hoffen, warnt Falcke.

© Perlentaucher Medien GmbH

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67 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wunderbares Buch eines Ausnahmeerzählers, 10. Dezember 2002
Von 
eds1970 "eds1970" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Leben, um davon zu erzählen (Gebundene Ausgabe)
Um es gleich vorwegzunehmen, dieses Buch ist sicher das wunderbarste und faszinierendste seit langem. In unvergleichlicher Weise berichtet Marquez über die ersten zwanzig Jahre seines Lebens wie in einem Roman. Dabei ist der Literaturnobelpreisträger von 1982 immer noch der begnadete Erzähler, der den Leser mit diesen Erinnerungen genauso zu fesseln vermag wie mit seinen übrigen Werken. Dabei leidet er an einer schweren Krankheit und hat den ersten Teil seiner Memoiren (drei sollen es werden) in den Pausen zwischen den Therapien in nordamerikanischen Krankenhäusern fertiggestellt. Die Struktur des Buches und jedes einzelnen Satzes ist einfach, doch von besonderer Präzision in der Wortwahl. Man stößt auf wichtige Begebenheiten und wird inspiriert, die bedeutendsten Werke dieses Autors mal wieder zu lesen (Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt / Hundert Jahre Einsamkeit). Das Werk endet am Höhepunkt seiner Lehrjahre, nachdem er den Entschluss gefasst hat, Journalist und Schriftsteller, nicht aber Rechtsanwalt zu werden - welch glückliche Fügung!

In Kolumbien gab es übrigens tumultartige Szenen vor den Buchhandlungen, und manchmal wurde zur Präsentation des neuen Werkes von García Márquez sogar die Nationalhymne gespielt. Die Leute feierten ihr Idol begeistert. Wer seine Bücher und vor allem dieses kennt, weiß warum. Es verleiht auch unseren Tagen Tiefe. „Unser Leben ist nicht das, was geschah, sondern das, was wir erinnern und wie wir es erinnern." (Marquez)

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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Streckenweise zu langatmig, 7. Juli 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Leben, um davon zu erzählen (Gebundene Ausgabe)
Buch beginnt in gewohnter Weise der GGM-Werke stark vereinnahmend, der Teil mit Familiengeschichte, Beschreibung der Zustände etc. ist sehr bildlich, ausführlich und hochinteressant. Ich hätte mir nur gewünscht, dass der Autor diese fesselnde Ansprache weiterführen hätte können. Ab dem Zeitpunkt als Redakteur in Bogota verliert man die zeitliche Dimension, es wird langatmig, man hat den Eindruck auf der Stelle zu treten, als würde das Buch nicht zu einem Ende finden. Es wäre auch wünschenswert gewesen, die politischen Ereignisse besser darzustellen. Was ich vermisse, ist eine Zeittafel bzw. hin und wieder die Erwähnung des Zeitpunktes gewisser Ereignisse. Im großen und ganzen denke ich jedoch, dass die Erwartungshaltung zu hoch war.
Zusammenfassend: 4 Sterne für die erste Hälfte des Buches, 2 Sterne für die zweite Hälfte
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Als Schlaflektüre ideal - garantiert schnelles Einschlafen, 5. Februar 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Leben, um davon zu erzählen (Gebundene Ausgabe)
Für hartgesottene Fans von Márquez mag dieses Buch sicherlich hochinteressant sein, auch Ahnenforscher finden ein reiches Betätigungsfeld,ganz zu schweigen von den Leuten, die sich brennend für verwandtschaftliche Beziehungen anderer, fremder Leute interessieren.Vergeblich versuchte ich einen Zugang zu dem Buch zu finden, leider fielen mir vorher stets die Augen zu. Immer, wenn ich glaubte : Jetzt gehts los, wurde die nächste Geschichte einer alten Tante oder eines Urgroßvaters,eines längst verstorbenen Lehrers, eines Enkels vom Großvater mütterlicherseits etc.etc. erzählt. Wer dieses Buch lesen möchte, benötigt viel, viel Geduld und muss ein gesteigertes Interesse an hochkomplizierten Verwandtschaftsverhältnissen haben und ein grandioses Namensgedächtnis besitzen. Zu dieser Gruppe zähle ich nicht, ich benutze das Buch lediglich als Einschlafhilfe.
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