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Marquez' Biografie steht ein Motto voran: "Nicht was wir gelebt haben, ist das Leben", heißt es da, "sondern das, was wir erinnern und wie wir es erinnern, um davon zu erzählen." Und so inszeniert der Autor seine Lebensgeschichte auch dick wie einen Roman: Nicht ganz so fulminant wie sein fiktives Werk (und sicher auch mit epischen Längen), aber spannend und voll Handlung. Begonnen hat er bei den Großeltern, einem pensionierten Oberst und seiner in einer Geisterwelt beheimateten Frau. Aber auch und vor allem von seiner Kindheit und Jugend, der Armut der Eltern, dem Leben in Kolumbien, den erfolgreichen Anfängen des späteren Schriftstellers als Journalist und von der Liebe erfährt man eine ganze Menge. Und das Haus der Familie in Aracataca, dass er 1950 mit seiner Mutter besuchte und von dem aus seine Lebensgeschichte retrospektkiv ihren Anfang nimmt, wird später in Hundert Jahre Einsamkeit aus tausend Worten wieder aufgebaut.
Als bekannt wurde, dass Gabriel García Marquez an Krebs erkrankt sei, mutmaßte die literarisch interessierte Öffentlichkeit, der Autor wolle sich zurückziehen aus dem Gebiet der Literatur. Stattdessen hat er ein opulentes Buch vorgelegt, das Dichtung und Wahrheit geschickt verbindet. Weitere Bände dieser imposanten Erinnerungsarbeit sollen folgen. Man darf also noch hoffen. --Thomas Köster
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
67 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderbares Buch eines Ausnahmeerzählers,
Von
Rezension bezieht sich auf: Leben, um davon zu erzählen (Gebundene Ausgabe)
Um es gleich vorwegzunehmen, dieses Buch ist sicher das wunderbarste und faszinierendste seit langem. In unvergleichlicher Weise berichtet Marquez über die ersten zwanzig Jahre seines Lebens wie in einem Roman. Dabei ist der Literaturnobelpreisträger von 1982 immer noch der begnadete Erzähler, der den Leser mit diesen Erinnerungen genauso zu fesseln vermag wie mit seinen übrigen Werken. Dabei leidet er an einer schweren Krankheit und hat den ersten Teil seiner Memoiren (drei sollen es werden) in den Pausen zwischen den Therapien in nordamerikanischen Krankenhäusern fertiggestellt. Die Struktur des Buches und jedes einzelnen Satzes ist einfach, doch von besonderer Präzision in der Wortwahl. Man stößt auf wichtige Begebenheiten und wird inspiriert, die bedeutendsten Werke dieses Autors mal wieder zu lesen (Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt / Hundert Jahre Einsamkeit). Das Werk endet am Höhepunkt seiner Lehrjahre, nachdem er den Entschluss gefasst hat, Journalist und Schriftsteller, nicht aber Rechtsanwalt zu werden - welch glückliche Fügung!In Kolumbien gab es übrigens tumultartige Szenen vor den Buchhandlungen, und manchmal wurde zur Präsentation des neuen Werkes von García Márquez sogar die Nationalhymne gespielt. Die Leute feierten ihr Idol begeistert. Wer seine Bücher und vor allem dieses kennt, weiß warum. Es verleiht auch unseren Tagen Tiefe. „Unser Leben ist nicht das, was geschah, sondern das, was wir erinnern und wie wir es erinnern." (Marquez) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Streckenweise zu langatmig,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Leben, um davon zu erzählen (Gebundene Ausgabe)
Buch beginnt in gewohnter Weise der GGM-Werke stark vereinnahmend, der Teil mit Familiengeschichte, Beschreibung der Zustände etc. ist sehr bildlich, ausführlich und hochinteressant. Ich hätte mir nur gewünscht, dass der Autor diese fesselnde Ansprache weiterführen hätte können. Ab dem Zeitpunkt als Redakteur in Bogota verliert man die zeitliche Dimension, es wird langatmig, man hat den Eindruck auf der Stelle zu treten, als würde das Buch nicht zu einem Ende finden. Es wäre auch wünschenswert gewesen, die politischen Ereignisse besser darzustellen. Was ich vermisse, ist eine Zeittafel bzw. hin und wieder die Erwähnung des Zeitpunktes gewisser Ereignisse. Im großen und ganzen denke ich jedoch, dass die Erwartungshaltung zu hoch war.Zusammenfassend: 4 Sterne für die erste Hälfte des Buches, 2 Sterne für die zweite Hälfte Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Als Schlaflektüre ideal - garantiert schnelles Einschlafen,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Leben, um davon zu erzählen (Gebundene Ausgabe)
Für hartgesottene Fans von Márquez mag dieses Buch sicherlich hochinteressant sein, auch Ahnenforscher finden ein reiches Betätigungsfeld,ganz zu schweigen von den Leuten, die sich brennend für verwandtschaftliche Beziehungen anderer, fremder Leute interessieren.Vergeblich versuchte ich einen Zugang zu dem Buch zu finden, leider fielen mir vorher stets die Augen zu. Immer, wenn ich glaubte : Jetzt gehts los, wurde die nächste Geschichte einer alten Tante oder eines Urgroßvaters,eines längst verstorbenen Lehrers, eines Enkels vom Großvater mütterlicherseits etc.etc. erzählt. Wer dieses Buch lesen möchte, benötigt viel, viel Geduld und muss ein gesteigertes Interesse an hochkomplizierten Verwandtschaftsverhältnissen haben und ein grandioses Namensgedächtnis besitzen. Zu dieser Gruppe zähle ich nicht, ich benutze das Buch lediglich als Einschlafhilfe.
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