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Leben der schwedischen Gräfin von G
 
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Leben der schwedischen Gräfin von G [Taschenbuch]

Christian F Gellert , Jörg U Fechner
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 176 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (1986)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150085365
  • ISBN-13: 978-3150085363
  • Größe und/oder Gewicht: 15,1 x 9,8 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 66.522 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Klappentext

»Für zwo Stickereien von Ihren Händen«, schrieb Gellert mit Bezug auf seinen 1747/48 erschienenen Roman an seine Muhme, »schicke ich Ihnen zwei Bücher von den meinigen: einen Katechismus und einen Roman. Wenn Sie der letzte verderbt, so soll Sie der erste unmittelbar wieder bessern. Sie lachen? Wollen Sie mir etwa dadurch sagen, daß ich mir diese Sorge nicht machen dürfte; daß mein Roman selber ein Katechismus wäre? Ei, ei, Jungfer Muhme, das war zu boshaft gelacht! So beißend hat mich noch kein Mensch kritisiert.«

Über den Autor

Christian Fürchtegott Gellert, 4.7.1715 Hainichen (Sachsen) - 13.12.1769 Leipzig. G. stammte aus einem kinderreichen Pfarrhaus, besuchte die Fürstenschule St. Afra in Meißen und begann 1734 das Studium der Theologie in Leipzig. Aus finanziellen Gründen musste er 1739 die Universität verlassen und sich als Hauslehrer verdingen, konnte dann aber weiterstudieren (Magister 1743) und sich 1744 mit einer Arbeit über die Fabel habilitieren (eigene Fabeln hatte er seit 1741 in den 'Belustigungen des Verstandes und des Witzes' veröffentlicht). Der Privatdozent wurde 1751 zum a. o. Professor der Philosophie ernannt, musste aber weiterhin das magere Gehalt durch Privatstunden aufbessern. Als Universitätslehrer wie als Dichter war er äußerst populär; auch der junge Goethe zählte zu seinen Hörern. Äußeres Zeichen der öffentlichen Anerkennung war der Empfang durch Friedrich II. (1760). G. nimmt eine wichtige Position in der dt. Literaturgeschichte zwischen Gottsched und Lessing ein, zwischen dem aufklärerischen Rationalismus und empfindsamer Gefühlskultur. Neue Akzente setzte er mit seinem Versuch eines bürgerlich-empfindsamen Romans, mit seiner ebenfalls von engl. und frz. Vorbildern angeregten Hinwendung zum rührenden Lustspiel und seiner Propagierung eines einfachen, nat

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Rezension bezieht sich auf: Leben der schwedischen Gräfin von G (Taschenbuch)
Christian Fürchtegott Gellerts ( 1715-1769) Protagonistin erzählt in Ich-Form, allerdings lässt sie auch andere Personen in zahlreichen eingestreuten Briefen und durch die Wiedergabe von Gesprächen zu Wort kommen. Das Grundschema: Die Bewährung der Heldin in allen Gefährdungen ihrer Tugend und ihres Gleichmuts ist beachtlich mit Schicksalsschlägen angereichert.

Reisen in alle Welt, Geschwister-und Doppelehe, Giftmord, Verleumdung sind vom galanten Abenteuerroman entnommen, um die moralische Belehrung auch für die Sinne attraktiv zu gestalten. Gellerts Absicht scheint darin zu liegen durch Vergegenwärtigung vorbildlicher Handlung Rührung zu erzeugen, um die Herzen empfänglich zu machen für die moralische Rührung. Das Milieu ist zwar aristokratisch, aber offenbar nur um die bürgerliche Tugend umso unwiderstehlicher erscheinen zu lassen. Gellerts Moral ist die der Kleinfamilie bürgerlicher Mittelschichten. Sein Anspruch besteht meines Erachtens darin sie zur Sozialethik der großen Welt zu machen.

Erstmals in der deutschen Romangeschichte ist hier die Ich-Erzählerin eine Frau. Deshalb auch möchte ich durch meine Rezension auf diesen Text aufmerksam machen. Gellert scheint eine Frau eher wie einen Mann für geeignet zu halten, glaubwürdig das Allgemeinmenschliche sich in allen Extremen des Lebens bewährender Gelassenheit zu verkörpern. Gelassenheit soll das bürgerliche Gemüt widerstandfähig machen gegen die Widrigkeiten des sozialen Lebens der Zeit. Standhaftigkeit in den Tugenden, Hilfbereitschaft und Toleranz, Selbstlosigkeit und Gewissenhaftigkeit sollen das Gefühl der sozialen Verbundenheit untereinander ideel festigen. Ein Anspruch, gegen den man nichts einwenden kann und dessen Realisierung heute ebenso wünschenswert ist wie zu Zeiten Gellerts.

Übrigens ist Gellerts Protagonistin erstaunlich emanzipiert als sie dem Freund ihres verstorben geglaubten Gatten die Liebe erklärt.
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30 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Der Handlungsraum des Romans erstreckt sich über einen Zeitraum von vierzig Jahren. Im Mittelpunkt steht die Ich-Erzählerin, die verwitwete Gräfin von G*, die im Alter auf ihr Leben zurückblickt. Die Gräfin von G* wird als Tochter eines verarmten Livländers von Adel geboren. Mit sechzehn Jahren heiratet sie einen schwedischen Grafen. Infolge einer Hofintrige wird der Graf zum Tode verurteilt. Einige Tage vor seiner Hinrichtung überfallen die Russen das Dorf, in dem der Graf sich befindet, und schicken ihn als Gefangenen nach Moskau. Wenige Jahre später kehrt er zurück und nimmt die Ehe mit der Gräfin wieder auf. In diesem Roman kommen unzählige Personen vor, die bald sterben oder später keine wichtige Rolle mehr in der Geschichte spielen. Vor allem die Kinder werden nur kurz erwähnt um die auf die Erwachsenen bezogene Handlung besser verständlich zu machen. Selbst die Kindheit der Gräfin, denn schliesslich handelt die Geschichte von ihr, beschreibt Gellert nicht ausführlicher. Der Leser kann die Entwicklung der Gräfin nicht verfolgen. Er kennt nur die aufklärerische Erziehung, die sie bekommt, und deren Endprodukt. Auch während des Romans bekommt der Leser keinen Einblick in ihre Gefühlswelt; ihre Regungen werden fast immer mit denselben Worten beschrieben, mit denen sich der Leser keine genaue Vorstellung machen kann. Sie entschuldigt sich auch stets bei den Lesern für ihre knappe Beschreibung, indem sie schreibt, dass der Leser anhand dieser Worte ihre Gefühle nicht nachempfinden kann, sondern dass er dafür dabei sein muss. Dasselbe Verfahren wendet Gellert bei weiteren Figuren an. Genauer aber beschreibt er die rationalen Motive der Handlungen. In diesem Fall treten der Pietismus und die Empfindsamkeit zurück und im Vordergrund steht die Aufklärung. Im Gegensatz dazu stehen Mariane und Carlson, die nach der schlechten Nachricht, dass sie Geschwister sind, nur emotional handeln. Carlson ist meiner Meinung nach die Romanfigur, die Gellert am besten gelungen ist. Denn bevor er Mariane kennenlernt, handelt er rationalistisch, doch dann sind seine Gefühle so stark, dass sein Herz über den Verstand siegt. Er ist die einzige Figur, die in diesem Roman einmal raional und einmal emotional handelt, was ihn glaubhafter macht. Dieser Roman ist zu idealisiert, so dass ich als Leserin mich mit den Charakteren nicht identifizieren und nicht wirklich glauben kann, dass diese Moral in der Wirklichkeit umsetzbar ist. Bloss welche Moral? Die Botschaft Gellerts ist nicht klar. So gibt es, seinem christlich aufklärerischem Weltbild entsprechend, keine sozialen Gegensätze. Ein Beispiel ist die Heirat der Gräfin mit Herrn R*. Doch schliesslich finden der Graf und die Gräfin wieder zueinander, die ja vom gleichen Stand sind. Der Leser versteht das so, als würde eine Heirat zwischen verschiedenen Ständen kein gutes Ende nehmen. Auch die Beziehung des Grafen zu Caroline bringt nur Unglück. Jede Liebe in diesem Roman steht unter einem schlechten Stern, ausser die der sibirischen Gräfin und Steeley, denn sonst würde die Geschichte kein Ende finden. Und das Schicksal eines jeden wird entscheidend von der schwedischen Gräfin und vom Graf bestimmt. Dieser Roman besteht nur aus Missverständnissen und Zufällen, welche die Handlung vorantreiben. Die Romanfiguren sehen das als Vorsehung, von Gott gewollt. (Dies ist der einzig klare pietistische Zug in diesem Roman). Das bedeutet, dass Gott nur das Beste für sie will und sie sich damit zufrieden geben müssen. Trotzdem zweifeln der Graf und die Gräfin in manchen Situationen an Gott. Leider wird dieser innere Kampf von Gellert nicht weiter ausgebaut. Der Roman ist nicht besonders spannend, da ich beim Lesen schon den nächsten Schicksalsschlag erkenne und ich mir gut vorstellen kann, wie es weitergeht. Denn die Motive sind auch meistens diesselben. So zum Beispiel fügt der Prinz dem Grafen Schaden zu, bereut es und versucht seine schlechte Tat wieder gut zu machen. Dasselbe geschieht bei Mariane und Dormund und der schwangeren Frau und ihrem Verlobten. Noch ein Beispiel ist, dass die Menschen, welche die Geschichte des Grafen kennen, tief gerührt sind und voll Mitleid, so dass sie ihm helfen wollen. Dieser Beweis der Nächstenliebe und Freundschaft, die zu den zentralen Themen im Roman gehören, fordert später eine Gegenleistung. Daraus entsteht das Geben und Nehmen. Wer einen guten pietistischen, empfindsamen und aufklärerischen Roman lesen will, empfehle ich "Henrich Stillings Jugend und Jünglingsjahre" von Johann Henrich Jung-Stilling. Der Leser bekommt einen guten Einblick in diese Zeit. Er lernt die Romanfigur gut kennen, wächst und fühlt mit ihr. Ihre Empfindungen werden anhand der Natur genau beschrieben und sind nachvollziehbar. Ich weiss nicht, wieso die "Schwedische Gräfin" früher mal ein grosser Erfolg war. Vielleicht ist meine Generation schon durch den Fernseher "abgehärtet", so dass dieser Roman keine Spannung mehr bieten kann. Aber ich denke, dass er damals für die Menschen etwas Neues war und eine willkommene Abwechslung bot.

Jeannette Garcia, Graubündner Kantonsschule, 06.11.2000

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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Spannung und Dramatik 4. Juni 2008
Von Susan
In diesem Roman kommt alles vor: Liebe, Hass, Geburt, Tod, Betrug, Geschwisterehe, Doppelehe, Verhör, Verleumdung, Nachstellung eines Günstlings, ...
Spannend und überraschend ohne lange ausschweifende Erzählungen.
Ich zähle es zu einem meiner Lieblings-Romane.
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