Eigentlich sind die Tagebücher 1918-1932 noch besser als die von 1933-1945 und die von 1945-1959. Victor Klemperer ist hier noch jung, und erlebt die Münchener Philosophenrepublik 1919, seine berufliche Glanzzeit, die Berufung als Professor nach Dresden bis hin zur Depression und der Weltwirtschaftskrise mit. Alles ist so wunderbar geschrieben und man wird sofort süchtig nach den superben Schilderungen dieses perfekten Lebens von 1881-1960. Nachdem man alle drei Bio-Bände gelesen hat, wünscht man sich Victor Klemperers Leben hätte unendlich oder bis in unsere Tage gedauert, einen besseren Chronisten einer Zeit kann es nicht geben. Auf jeden Fall sollten alle seinen noch verfügbaren Tagebuchaufzeichnungen als Jugendlicher bis 1918 noch editiert werden. Victor Klemperers Tagebücher sind das Beste und anregendste, was ich je gelesen habe.