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Leben retten: Wie sich Armut abschaffen lässt - und warum wir es nicht tun
 
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Leben retten: Wie sich Armut abschaffen lässt - und warum wir es nicht tun [Broschiert]

Peter Singer , Olaf Kanter
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 267 Seiten
  • Verlag: Arche Verlag; Auflage: 1., Auflage (1. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3716026298
  • ISBN-13: 978-3716026298
  • Originaltitel: The Life You Can Save. Acting Now to End World Poverty
  • Größe und/oder Gewicht: 21,3 x 14 x 2,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 95.838 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Peter Singer
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Peter Singer ist einer der radikalsten Denker unserer Zeit." The New York Times

Täglich sterben 27000 Kinder unter fünf Jahren, weil sie in Armut leben. Dieses Buch zeigt auf, wie Sie mindestens einem dieser Kinder das Leben retten könnten - und es erklärt Ihnen, warum Sie es nicht tun.
Peter Singer rechnet vor, wie wir die Armut abschaffen könnten, indem jeder Einzelne, der nicht in Armut lebt, einen kaum spürbaren Teil seines Besitzes abgibt. Und er geht nüchtern der Frage nach, warum es uns so unendlich schwerfällt, diesen kleinen, aber alles verändernden Schritt zu machen.
Ein Experiment: Einer Gruppe (A) wird in Aussicht gestellt, dass sie mit einer Spende einem Kind das Leben könnte. Einer zweiten Gruppe (B) wird ebenfalls in Aussicht gestellt, mit einer Spende Leben retten zu können - und zwar nicht nur von einem, sondern von acht Kindern. Ergebnis: Gruppe B spendet deutlich weniger als Gruppe A.
Anhand dieses und vieler weiterer Experimente zeigt Peter Singer auf, welche psychologischen Faktoren uns davon abhalten, trotz rationaler Einsicht tatkräftig zur Lösung eines der größten Probleme der Menschheit beizutragen. Am Ende steht dabei weder eine Anklage noch eine moralische Entlastung - sondern ein konkreter Sieben-Punkte-Plan, mit dem die Armut auf der Welt abgeschafft werden kann.

Über den Autor

Peter Singer, geb. 1946, war bis 1999 Professor für Philosophie und stellvertretender Direktor des Centre for Human Bioethics an der Monash University Melbourne/Australien. Er lehrt derzeit als De Camp Professor of Bioethics an der Princeton University, USA. International bekannt wurde Peter Singer vor allem durch sein Buch "Animal Liberation". U.a. sind bisher von ihm erschienen: "Muß dieses Kind am Leben bleiben? Das Problem schwerstgeschädigter Neugeborener" (mit Helga Kuhse, 1992) und "Wie sollen wir leben? Ethik in einer egoistischen Zeit" (1996).

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von were111
Format:Broschiert
Ich war doch sehr überrascht über die genannten Kritikpunkte des vorherigen Rezensenten.

Dieses brilliante Buch bietet eine intelligente, inspirierende und informative Antwort auf die Fragen:
- Ob man spenden sollte
- Wieviel man spenden sollte
- Wofür man spenden sollte

Jeder der sich mit einer dieser Fragen beschäftigt sollte dieses Buch unbedingt lesen, auch und insbesondere wenn man denkt, dass man zu diesen Fragen bereits eine befriedigende Antwort gefunden hat.

Mich persönlich hat die Frage nach dem "Wofür" am meisten interessiert. Bereits vor mehreren Jahren habe ich entschieden, dass ich einen Teil meines Einkommens spenden möchte. Am Ende hatte ich diesen Vorsatz aber noch nicht in die Praxis umgesetzt, aus Unsicherheit wie meine Spende die grösstmögliche Wirkung hat und aus Mangel an objektiven Informationen zur Effektivität einzelner karitativer Organisationen. Das Buch gibt mehrere Beispiele zu Organisationen die nachweislich für weniger als 1000$ ein Leben retten. Die beste Quelle zu diesem Thema ist jedoch die ebenfalls im Buch mehrfach zitierte Organisation Givewell.org die mit wissenschaftlicher Methodik karitative Organisationen nach grösstmöglicher Effektivität ranked und auf ihrer Website objektive Analysen zur Effektivität unterschiedlicher Ansätze zur Armutsbekämpfung veröffentlicht.

Der Autor ist Professor für Philospohie und Ethik. Mit wissenschaftlicher Systematik werden die einzelnen Fragen konsequent sowohl auf Basis logischer, ethischer Argumente als auch statistischer Daten diskutiert. Singer untersucht eine Vielzahl von populärer Kritikpunkte zur Spendenproblematik und argumentiert auf Basis einer Vielzahl aktueller statistscher Daten und von Postivbeispielen sehr überzeugend. Das Buch ist sehr leicht verständlich geschrieben.

Kurz zu den Kritikpunkten des vorherigen Rezensenten:
1) Bedeutung struktureller Probleme für Armut seien nicht erwähnt.
Dies ist schlicht unzutreffend. Es gibt ein eigenes Kapitel in dem Singer auf die Bedeutung struktureller Probleme wie Korruption, Agrarsubventionen, schlechtes "Governance" und ähnliches hinweist. Er ermutigt den Leser sich dort zu engagieren, wenn man effektive Interventionsmöglichkeiten sieht. Ob ein solches Engagement allerdings tatsächlich im einzelnen Ergebnisse generiert lässt sich meist nur schwer vorab abschätzen und es gilt abzuwägen ob man alternativ oder komplementär nicht Organisationen unterstützen möchte die nachweislich effektiv Armut bekämpfen und Leben retten.

2)Singer rede uns ein schlechtes Gewissen ein, statt Mut zu machen und eine Lösung zu bieten:
Dieser Punkt ist wie ich finde unzutreffend und ich frage mich ob der Rezensent tatsächlich das Buch bis zum Ende gelesen hat. Das letzte Kapitel des Buches legt dar, wie jeder einzelne und mit welchem Teil seines Einkommens zur Auslöschung extremer Armut auf der Welt beitragen kann. Dabei ist er konkret in Bezug auf die Kosten dieses Unterfangens und in Bezug auf den (überraschend geringen) Prozentsatz des Einkommens welchen jeder einzelne ausgeben müsste um dieses Ziel zu erreichen. Man muss auch unterscheiden zwischen der rational ethischen Analyse zum Umfang des Beitrags jedes einzelnen und der Umsetzung in der Praxis. Zutreffend ist, dass die rational ethische Analyse uns vor Augen führt, dass unter der Prämisse, dass jedes Menschenleben den gleichen Wert hat, wir radikal andere Entscheidungen treffen müssten. Die Implikationen der Tatsache, dass für weniger als 1000$ ein Leben in einem der ärmsten Länder gerettet werden kann, wird weitergedacht. Argumentativ dürfte es schwerfallen Singer hier mit rationalen Argumenten zu widerlegen. Beim Transfer dieser rational ethischen Analyse auf das Handeln jedes einzelnen, legt Singer sowohl für sich als auch für seine Leser weitaus bequemere Standards. Persönlich fand ich die Analyse von Singer intellektuell herausfordernd und in Bezug auf das Ziel der Armutsbekämpfung ermutigend.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Wenn es ein philosophisches Buch gibt, welches das Leben ein wenig verändern kann, dann ist es Peter Singers "Leben retten". Bevor ich es gelesen habe, hatte ich das dumpfe Gefühl, dass ich als Europäer mit mittlerem Einkommen den Hungernden der Dritten Welt helfen sollte. Ich zweifelte jedoch am Sinn und der Effizienz der Entwicklungshilfe - und tat nichts. Singers Buch hat meine Bedenken weitgehend zerstreut.
In den ersten drei Kapiteln geht Singer unseren moralischen Intuitionen auf den Grund: Die meisten Menschen fühlen sich grundsätzlich dazu verpflichtet, andere vor großem Leid oder vor dem Tod zu bewahren, wenn dies ohne allzu großen persönlichen Einsatz möglich ist. Das ist der Grund, weshalb jeder von uns beispielsweise ein Kind vor dem Ertrinken retten würde, solange er dabei nicht sein eigenes Leben aufs Spiel setzt. Konsequenterweise müssten wir uns auch dazu verpflichtet fühlen, die Ärmsten der Armen vor dem Hungertod zu bewahren. Dennoch lassen wir es zu, dass täglich ca. 25.000 Kinder verhungern oder wegen mangelnder medizinischer Versorgung sterben.
Das 4. und 5. Kapitel zeigt, woran dies liegt: Einerseits sind es psychologische Hürden, die uns vor größeren Spenden abhalten, andererseits glauben viele, die Spenden seien wirkungslos - bloß ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Mit diesen Befürchtungen räumt Singer im 6. und 7. Kapitel auf. Zunächst nimmt er die Aktivitäten der Hilfsorganisationen und der staatlichen Entwicklungshilfe sehr kritisch unter die Lupe; er verschweigt nicht, dass einige Einrichtungen die Spendengelder verschwenden. Doch es gibt auch Nichtregierungsorganisationen, die das Geld äußerst effizient einsetzen und oft nur einige Hundert Euro benötigen, um ein Menschenleben zu retten. Singer nennt viele Beispiele wie Oxfam und beschreibt anschaulich ihre Arbeit.
Natürlich wäre es wünschenswert, wenn die ungerechte Ordnung des Welthandels oder die korrupten Regime der Entwicklungsländer abgesetzt würden. Doch bis die Politik diese strukturellen Ursachen der Armut bekämpft hat, können wir lange warten. Im 9. und 10. Kapitel entfaltet Singer stattdessen seine eigene Vision: In weiten Teilen der Welt lässt sich die extreme Armut komplett abschaffen, wenn die Bürger der westlichen Welt mehr spenden. Singer entwickelt konkrete Vorschläge, wie viel sie je nach Einkommen spenden sollten. Wer beispielsweise jährlich bis zu 90.000 Euro verdient, sollte zumindest 1 % seines Bruttoeinkommens beisteuern. Das ist wahrlich kein großes Opfer. Man muss sich nur einen Ruck geben, sich ein wenig über die verschiedenen Hilfsorganisationen informieren und eine Überweisung ausfüllen (und schließlich nicht vergessen, die Spende von der Steuer abzusetzen). Nach Lektüre des Buchs macht man dies mit dem guten Gefühl, damit seinen Beitrag zur Bekämpfung der Weltarmut geleistet zu haben.
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8 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nicht empfehlenswert! 12. April 2010
Format:Broschiert
Leben retten. Wie sich die Armut abschaffen lässt - und warum wir es nicht tun.

Ein ehrgeiziger Titel für ein Buch. Dementsprechend hoch war auch meine Erwartung. Der Titel vermittelt den Eindruck, eine Antwort auf die Frage zu haben, wie es sein kann, dass weltweit mehr als 30.000 Menschen pro Tag an akuter Armut und ihren Folgen sterben, ohne dass dies in der westlichen Welt Entsetzen auslöst und große Anstrengungen unternommen werden, um diesen Zustand zu verändern.
Genau diese Frage stelle ich mir oft und hoffte nun also in diesem Buch Denkanstöße und Erklärungsversuche zu finden, die mich einer Antwort näher bringen.

Leider wurde ich jedoch zutiefst enttäuscht. Singers einzige Antwort auf die Frage wie die weltweite Armut besiegt werden kann, sind Spenden im großen Maßstab an gemeinnützige Organisationen. Unserer Verantwortung den Menschen gegenüber, die in Armut leben, sollten wir Ausdruck verleihen, in dem wir uns in jeder Situation, in der wir Geld ausgeben könnten fragen, ob wir das Gut, das wir erwerben wollen, ebenso dringend brauchen, wie hungernde Menschen unsere Unterstützung in Form von Geld. Solange wir der Meinung sind, dass vom Hungertod bedrohte Menschen das Geld dringender brauchen als wir, sollten wir auf den Cappuccino im Café oder Mineralwasser aus der Flasche verzichten und das gesparte Geld an Organisationen spenden, die die weltweite Armut bekämpfen. Zuende gedacht, müssten wir also solange Geld spenden, bis wir selber auf einem ähnlichen Niveau leben, wie von Armut betroffende Menschen. Wir müssten auf fast jede Freude in unserem Leben, die uns Geld kostet, verzichten, da natürlich keine dieser Freuden ebenso wichtig ist, wie die Möglichkeit Leben zu retten. Seine Forderungen erinnern ein wenig an die christliche Moral des Verzichts.

Dass der weltweiten Armut strukturelle Probleme zugrunde liegen und es eben deshalb strukturelle Veränderungen braucht, um diese Armut zu überwinden, lässt Singer vollkommen außer Acht. Über den weltweiten unfairen Handel verliert er z.B. kein Wort.

Am spannendsten sind noch Singers Ausführungen über Faktoren, die das Spendenverhalten der Menschen beeinflussen. Singer hat einige interessante Ergebnisse von Umfragen zusammengetragen, die den Kauf des Buches alleine jedoch nicht rechtfertigen. Die Ergebnisse brachten die Erkenntnis, dass Menschen eher bereit sind Geld zu spenden, wenn sie mit einer einzelnen Person, die Hilfe benötigt, konfrontiert werden anstatt einer großen Gruppe von Menschen, denen geholfen werden kann. Ein wichtiger Faktor ist also Personifikation. Tiefergehende Ergebnisse liefert Singer jedoch nicht. Auch hier enttäuschte das Buch auf ganzer Linie.
Singer schafft es, einem durchgehend ein schlechtes Gewissen zu bereiten, anstatt Mut zu machen, dass wir die Möglichkeit haben die Verhältnisse auf dieser Erde zu verändern.

Lesern, die konkret etwas verändern und das Leid und die Armut in der Welt mindern wollen empfehle ich eher Bücher wie Tanja Busses "Einkaufsrevolution" oder "Fast nackt" von Leo Hickmann.
Noch 2 Sterne für dieses Buch, weil es an sich ein wichtiges Thema behandelt.
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