Kurzbeschreibung
Über die landwirtschaftliche Tierhaltung wird gestritten. Was Jahrhunderte lang alsselbstverständlich akzeptiert wurde, steht in Teilen der Öffentlichkeit unter Verdacht: Es sei nichtgut, was in der Landwirtschaft mit den Tieren geschehe, und es müsse ganz anders werden.Landwirtschaftliche Praktiker hingegen sehen sich im Recht und durch das Recht gestützt. Abersie befürchten, dass das Recht sich - zu ihren Ungunsten - unter dem Erwartungsdruck einerkritischen Öffentlichkeit ändern könnte.Das Bewertungsmodell des Ethik-Instituts TTN widmet sich diesem Konfliktfeld. Es klärt dieinhaltlichen Ebenen des Streits um die Tierhaltung. Zentral ist hierbei die Unterscheidung vonwissenschaftlichen Daten und deren individuellen Deutungen. Über weite Teile ist dergesellschaftliche Streit nämlich ein Streit um Deutungen von Daten. Doch sind diejeweiligenDeutungen auch plausibel und damit anderen vermittelbar?Ziel des Bewertungsmodells ist es, den gesellschaftlichen Dialog zu ordnen und darin derfachwissenschaftlichen Sachlichkeit, neben Emotionen und Intuitionen, die ihr gebührendeBedeutung zurück zu geben.An der Entstehung des ethischen Bewertungsmodells wirkten Experten aus Wissenschaft,Agrarwirtschaft, Philosophie und Theologie mit.
Über den Autor
Peter Kunzmann, geboren 1966, studierte Theologie und Philosophie und lehrt als Professor am Ethikzentrum der Friedrich-Schiller-Universität in Jena.