Die Ärztin Dr. Leveke Brakebusch - selbst von der Krankheit betroffen - und der Endokrinologe Prof. Dr. Armin Heufelder haben zusammen einen kleinen, aber sehr nützlichen Ratgeber zu Morbus Basedow verfaßt. Kompetent beschreiben sie die Symptome dieser Autoimmunkrankheit, geben brauchbare Tips, erklären die verschiedenen Therapien und die möglichen Ursachen. Je ein ausführliches Kapitel befaßt sich mit der Augenerkrankung, mit Morbus Basedow und Schwangerschaft, mit dem Komplex der Hormone und mit der Psyche der Patienten.
Besonders gelungen finde ich den Abschnitt über das schwierige Thema 'Antikörper'. In so gut verständlicher Sprache und vom Laien absolut nachvollziehbar wird der komplizierte Sachverhalt in keinem anderen mir bekannten deutschsprachigen Buch zum Thema Schilddrüsenerkrankungen dargestellt. Zwischendurch sind Berichte von Betroffenen eingestreut, die dem Leser Mut machen.
Ein Manko allerdings stellte sich jedoch heraus. Es wird zwar darauf hingewiesen, daß der an MB Erkrankte Jod in seiner Ernährung so weit wie möglich meiden sollte. Nicht erwähnt wird aber, daß dieser Rat schwer zu befolgen ist, da seit Mitte der 90er Jahre der Jodgehalt in Fleisch- und Milchprodukten aus deutschen Landen eklatant angestiegen ist, weil die sogenannte „Mineralstoffvormischung" für die Tierernährung fast durchweg mit künstlichem Jod angereichert wird - sogar im Bioanbau (mit EG-Kontrollnummer), möglicherweise DEMETER-Betriebe ausgenommen. Ein Teil dieses Jods, auch das im Jodsalz, stammt aus Industrieabfällen wie z.B. Röntgenkontrastmitteln, Druckfarben und Katalysatoren. Gruselig, nicht wahr?
Wer vom Arzt die Diagnose Morbus Basedow gestellt bekommen hat und sich als mündiger Patient kundig machen will, tut gut daran, dieses preiswerte Büchlein zu erwerben. Reiner Grißhammer