Immer dann, wenn Autoren oder Trainer behaupten, alles sei doch "eigentlich" ganz einfach, ist grundsätzlich Vorsicht geboten.
Tania Konnerths Buch ist die Ausnahme von dieser Regel. Die Autorin hütet sich davor, Pauschalaussagen zu machen. Tania Konnerth weist immer wieder darauf hin, dass jeder Leser die vorgestellten Möglichkeiten selber auf ihre Tauglichkeit überprüfen möge. Nie erliegt sie dem Versuch, von sich auf den Leser zu schließen (wie das amerikanische Autoren nur zu gerne machen). Das nenne ich einen verantwortungsvollen Umgang mit dem mündigen Leser.
Das Buch ist klar durchstrukturiert und lädt den Leser immer wieder zur praktischen Mitarbeit und Umsetzung ein.
Selbstredend kann weder Konnerth noch sonst ein Autor die Probleme anderer lösen. Und: "Hoffnung behebt noch keine Reifenpanne!" (Helmut Qualinger). Insofern sollte der Leser seine Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Konnerth gibt Tipps. Mehr nicht. Es ist kein psychologischer, sondern ein mentaler Ratgeber. Das ist ein himmelweiter Unterschied - und darauf achtet Tania Konnerth auch genauestens. Wer unter Depressionen leidet, wird hier wohl kaum die Lösung finden.
Gut gefallen haben mir vor allem die Einleitungen in jedes der 25 Kapitel, meist mit einer Geschichte vom "Meister".
Bei etwas mehr "Aufmachung" in Anlehnung an die farbige Titelseite wäre (mir!) das Buch auch 5 Sterne wert.