Eine „Dokumentation" so erfrischend anders, als das was sonst gewöhnlich im deutschen Fernsehen läuft.
Warum ein Film, der von der International Academy of Television Arts & Sciences als bester Dokumentarfilm mit dem International Emmy Award, also dem Oscar für Fernsehprogramme ausgezeichnet wurde, nie in der ARD gezeigt wurde ist mir unverständlich, aber wer versteht schon die Vorgänge innerhalb des öffentlich-rechtlichen Fernseh-Universums?
„Das Leben geht weiter" ist frei von jeglicher Betroffenheitsbetulichkeit und bietet einen Blick hinter die Kulissen des letzten Propagandafilms des Dritten Reichs.
Anstatt in erster Linie auf Archivmaterial und Zeitzeugen zu setzen (von denen ohnehin nicht mehr viele da sein dürften) führt Dieter Moor in der Rolle des Erzählers durch die Geschichte. Dabei bekommt der Zuschauer nicht nur Einblick in die Arbeitsweise der Ufa, sondern bekommt auch anschaulich gezeigt wie austauschbar Propaganda ist. In einem Zitat sagt der ehemalige Ufa Kameramann Anders „ Durch Umschneiden einiger Szenen hätten wir schnell einen Nicht-Pro-Nazifilm machen können". Was sagt uns das? Traue nicht dem was du siehst oder glaubst zu sehen.
Der Autor und Regisseur Mark Cairns versteht es meisterhaft mit leichter Hand dem Zuschauer zu zeigen mit welchen Tricks beim Film gearbeitet wird, in dem er sie immer als solche kenntlich macht und gleichzeitig führt er uns in die abnorme Welt des untergehenden Dritten Reichs. Klasse!