Das Buch von Prof. Wacquant ist in mehrfacher Hinsicht interessant für jeden, dem der Boxsport am Herzen liegt. Als teilnehmender Beobachter des Woodlawn-gyms im Herzen des Ghettos im südlichen Chicago schildert "Louie" minutiös den Alltag des Trainings, der sozialen Konflikte und der eigenen Fortschritte als Novize, der schließlich selbst bei den Chicagoer Golden Gloves antritt. Rein beschreibende Passagen wechseln mit Gesprächsmitschriften und Interviews, theoretische Passagen mit teils situativ-komischen Anekdoten und Zitaten. Liest man das Buch ohne soziologische Vorkenntnisse, dann mögen zwar die theoretischen Exkurse (die jedoch weit weniger Raum beanspruchen als die rein deskriptiven Passagen) ein wenig anstrengend sein, wodurch man sich allerdings nicht von der Lektüre abschrecken lassen sollte. Letztlich handelt es sich weniger um ein soziologisches Fachbuch denn um einen Kniefall vor der Kunst des Boxens und all denen, die sich ihr widmen.
Das Buch lässt sich leicht als "Roman" lesen, ist informativ und anschaulich in Hinsicht auf den Boxsport und auf das Leben in den schwarzen Communities in den amerikanischen Großstädten und bereitet daher großes Lesevergnügen. Der Enthusiasmus des Autors für den Sport und seine Mitstreiter aus dem Woodlawn-gym scheint unverhohlen durch; ich empfehle das Buch daher uneingeschränkt jedem Box-Begeisterten.