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Leben. Die ersten vier Milliarden Jahre.
 
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Leben. Die ersten vier Milliarden Jahre. [Gebundene Ausgabe]

Richard Fortey , Friedrich Griese
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: C.H.Beck; Auflage: Deutsche Erstausgabe, (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406447015
  • ISBN-13: 978-3406447013
  • Größe und/oder Gewicht: 23,1 x 15,2 x 3,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 454.639 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Richard A. Fortey
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Die Aufregung, die man beim Entdecken empfindet, kann weder gekauft, gefälscht, noch aus Büchern gelernt werden", schreibt Richard Fortey, der leitende Paläontologe des London Natural History Museum, in der Zeitschrift Life. Das erste Kapitel seines Buches, ein fesselnder Bericht über eine Expedition in die Arktis, die er als Student unternahm, um Fossilien zu sammeln, wird jeden zittern lassen, der jemals kalte Hände, Hunger und schmutzige Socken auf sich genommen hat, um weiter nach etwas Neuem Ausschau zu halten -- einem Stein oder einem Stück von einer Pflanze --, das sich möglicherweise als der Schlüssel zur Gewißheit des Verstehens erweisen würde. Forteys Beschreibungen von verwahrlosten Feldassistenten und exzentrischen, genialen Wissenschaftlern sind nicht weniger interessant, als die Milliarden von Jahren der Evolution, die er so phantasievoll beschreibt.

Schließlich wurden die fossilen Entdeckungen nicht ohne Kontroversen akzeptiert, und die Diskussionen unter den fehlbaren Evolutionsbiologen, als sie ihre Theorien verbesserten, sorgen für vergnüglichen Lesestoff. Aber die Aufmerksamkeit richtet sich hier auf die kleinen Tiere, die unsere entfernten Vorfahren sind. Die oft mysteriösen Fossilien ähneln einem Geschichtsbuch, das in einer Sprache geschrieben wurde, die wir nicht kennen -- die Geschichte von Insekten und Vögeln, Menschen und Blumenkohl.

Nach und nach zeigt Fortey, wie die Rätsel der Paläontologie der wissenschaftlichen Methode, der Politik und den persönlichen Ambitionen der Akademiker unterworfen wurden, bis ein feinsäuberlicher Weg von den allerersten Spuren des Lebens über die Äonen hindurch bis zum Vorabend des Homo Sapiens gezogen war.

Forteys elegant geschriebene Reise läßt uns teilhaben an seiner Leidenschaft für vorzeitliche Meere und für die Tiere, die darin lebten. Er hilft uns zu verstehen, wie Zeit und Zufall zu unser aller Biographie beigetragen haben. --Theresa Littleton

Neue Zürcher Zeitung

Die ersten

vier Milliarden Jahre

Richard Forteys «Biographie» des Lebens

Von Klaus Gauger

Einige Naturwissenschafter betrachten es als eine ihrer Aufgaben, gelegentlich den Versuch zu wagen, ihr zumeist recht diffiziles und für gewöhnlich terminologisch verklausuliertes Fachgebiet in einem an breite Leserschichten gerichteten Buch auf ein allgemeinverständliches Niveau herunterzutransformieren. Zu den Publikumserfolgen in dieser Gattung gehören im angloamerikanischen Raum unter anderem die Werke des Neurobiologen William H. Calvin und des Zoologen Stephen J. Gould, in deren Zentrum die Evolutionstheorie steht. Ebenfalls seit einiger Zeit in diesem Metier erfolgreich ist auch der Brite Richard Fortey, der sich als Paläontologe am Natural History Museum in London mit den fossilen Überresten vergangener Lebensformen beschäftigt. Auch in seinem Werk «Leben. Eine Biographie. Die ersten vier Milliarden Jahre», das nun in deutscher Übersetzung erschienen ist, steht der Gedanke der Evolution im Zentrum. Fortey bekennt, dass Darwins Einsichten in die Entstehung der Arten seine Erzählung ebenso tiefgreifend prägen wie die Grammatik einen Roman.

«Unautorisiert»

Der Titel, der wohl nicht ganz zufällig an das Erfolgsbuch des Theologen Jack Miles «Gott. Eine Biographie» erinnert, lautet übrigens im englischen Original «Life. An Unauthorised Biography» – eine ironische Anspielung auf den biblischen Schöpfungsgott, die im übrigen das Buch auf eine zutreffende Weise charakterisiert, denn Fortey erweist sich als Autor mit typisch britischen Eigenschaften. Im Vordergrund steht ein humorig eingefärbter, stark erzählerischer Ton. Immer wieder durchbricht Fortey seine wissenschaftlichen Erläuterungen mit Anekdoten aus seinen zahlreichen Exkursionen zu den verschiedenen Fundplätzen der Erde und präsentiert dem Leser die grossen Gestalten der seit dem 19. Jahrhundert bestehenden Paläontologenzunft. In ihr ging es oft genug allzumenschlich zu. So waren harte Flügelkämpfe innerhalb der verschiedenen Theoriefraktionen und nachträglich als gefälscht entlarvte Fundstücke keine Seltenheit.

Natürlich sind gleich die ersten Kapitel des Buches die interessantesten, möchte der Leser doch vor allem wissen, wie es im Archaikum vor vier Milliarden Jahren zur «Initialzündung» kam und unter unwirtlichsten Bedingungen überhaupt die ersten primitiven Lebensformen entstehen konnten. Die Voraussetzung dafür waren chemische Elemente, die vorhanden sein mussten, insbesondere Kohlenstoff. Entscheidend war, dass die Erde ab einem bestimmten Zeitpunkt über eine Gasatmosphäre und Wasser verfügte. Dennoch folgte die Entwicklung des Lebens keiner zwangsläufigen Gesetzmässigkeit, sondern war wohl eher ein Lotteriespiel mit ungewissem Ausgang.

Letztlich ist es aus der Sicht des Naturwissenschafters dem glücklichen Zufall zu verdanken, dass es zur Entstehung der ersten einzelligen, hitzeliebenden Bakterien kam. Die Gewinner unter ihnen waren die photosynthetisierenden, die also das Licht zu Energiegewinnung nutzten. Bei ihnen wird die Einstrahlung auf das grüne Pigment Chlorophyll genutzt, um Kohlendioxid in Kohlenstoff und Sauerstoff zu spalten. Der Kohlenstoff wird zur eigenen Ernährung genutzt, während der Sauerstoff als Abfallprodukt in die Atmosphäre freigesetzt wird. Diesem Prozess verdankt die Erde ihre heutige Atmosphäre, die die Entwicklung höher entwickelter Organismen gestattete.

Der Mensch – ein Annex

Vor ungefähr einer Milliarde Jahren zeigten sich dann erste marine Pflanzen auf. Die Tiere, die sich von ihnen ernährten, folgten ihnen nach. Das Leben entstand im Meer, insbesondere in den belichteten Zonen in Küstennähe. Erst vor vierhundert Millionen Jahren begannen Pflanzen und Tiere das Festland zu erobern. Es ist für die Entwicklung der Lebensformen auf der Erde typisch, dass es immer wieder zu evolutionären Brüchen und Umwälzungen, Phasen des Aussterbens und Neubeginns kam. Zu den bis heute nicht ganz geklärten Rätseln der Paläontologie gehört das Aussterben der Dinosaurier vor ungefähr fünfundsechzig Millionen Jahren. Ein gigantischer Meteoriteneinschlag mag damals die Lebensbedingungen auf der Erde für relativ kurze Zeit radikal verändert haben. Damit war die Bahn frei für die warmblütigen Säugetiere, zu denen auch der Mensch gehört.

Es ist bezeichnend, dass Fortey der Entwicklung der Menschheit nur ein letztes Abschlusskapitel widmet. Aus der Sicht des Paläontologen nehmen der «homo sapiens» und seine Vorfahren nur einen winzigen Zeitraum in der Gesamtgeschichte des Lebens ein. Forteys Werk besticht durch seine knappe und präzise Darstellung der wichtigsten Ergebnisse der Paläontologie. Vor allem allerdings erweist sich Fortey als plaudernder Polyhistor, als unterhaltsamer Chronist des Lebens und einer Zunft, die es sich vorgenommen hat, einen bedeutsamen Teil des grossen Rätsels aufzuhellen.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Absolut empfehlenswert 23. September 2003
Format:Taschenbuch
Fortey's "Leben" ist ein deutlicher Gewinn auf dem Büchermarkt. Zu keiner Zeit war das Buch langatmig oder uninteressant - und dies durchaus auch für beruflich Vorbelastete. Fortey schafft es ganz hervorragend, eine Wissenschaft zu präsentieren, die bei weitem nichts mehr mit vergeistigten Beinchenzählern im Elfenbeitum zu tun hat. Der Leser bekommt das Bild einer sehr lebendigen, modernen und vor allem spannenden Wissenschaft vermittelt. Eingestreute Anekdoten lockern die Story erfrischend auf. Gerade die Darstellung der älteren Formationen (bis einschließlich Paläozoikum) ist ein Highlight der populärwissenschaftlichen Vermittlung eines solchen Themas. Allerdings sind in der Tat Mesozoikum und Känozoikum etwas stiefmütterlich behandelt. Nun wäre es m.E. sicher ebenso vermessen und unangebracht, wie aber auch unmöglich gewesen, die gesamte Bioevolution unseres Planeten mit der nötigen Tiefgründigkeit zu behandeln. Das war nicht Fortey's Anliegen. Er konzentrierte sich auf "seine" Zeit, in der er sich auskennt - das Paläozoikum. Verständlich, dass insbesondere Dino-Liebhaber enttäuscht und mitunter empört sind. Vielleicht wäre Fortey besser beraten gewesen, wenn er nicht diesen Titel gewählt hätte, der - völlig verständlich - eine ebenso eingehende Darstellung der postpaläozoischen Lebewelten impliziert. Doch das ist auch schon alles, was dem Autor vorgeworfen werden kann. Das Buch ist zweifellos ein Gewinn für den hierzulande auf diesem Gebiet weitgehend vernachlässigten Büchermarkt, es macht Lust auf mehr, es macht neugierig und es rückt eine Paläontologie ins öffentliche Bewußtsein, die seit langem jenseits von verstaubten Knochenarchiven oder verwirrten "Lost World / Jurassic Park" Fiktionen liegt.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von year10191
Format:Gebundene Ausgabe
Der britische Paläontologe Richard Fortey erzählt in seinem Buch "Leben. Eine Biographie. Die ersten vier Milliarden Jahre" den Werdegang des Lebens auf der Erde. Er schreibt über die Planetenentstehung, über die ersten Organismen, die Dinosaurier und zuletzt auch über uns Bewusstsein-besitzende homines sapientes auf so anschaulich-eindrückliche und unterhaltsam-humorvolle Weise, dass dieses Buch - ein klarer 5-Sterne-Kandidat - selbst dem nur halb-interessierten Leser die Paläontologie schmackhaft machen dürfte! Mit seiner romanhaft-lebendigen Erzählweise und wissensmäßig breitgefächerten Informativität ist es ein Gewinn für jeden Leser und dürfte bereits für Kinder ab etwa 10 oder 12 Jahren geeignet sein (sofern es nicht darum geht, alles hundertprozentig zu verstehen, sondern darum, mit solchen anregenden Büchern Neugier und Interesse zu wecken). Die ab und zu auftretenden literaturgeschichtlichen Anspielungen auf z.B. „Eliots Dr. Lydgate" (S. 83) gehören vielleicht hierzulande nicht gerade zur Allgemeinbildung, aber dadurch kann man mit einem Griff zum Lexikon oder der Sichtung der Suchmaschinen-Ergebnisse nebenbei auch seinen nicht-paläontologischen Horizont erweitern - für wissensdurstige Leser gut, für zeitlich limitierte Leser jedoch eher nur unverständlich. Immerhin sind im sechsseitigen Glossar die wichtigsten Fachbegriffe kurz erklärt. Ein Register macht das Buch als Nachschlagewerk geeignet. 28 leider nur schwarz-weiße Abbildungen illustrieren das Buch (das hätte in Farbe sein können, auch wenn es dem Preis geschadet hätte). Inwiefern es dem wissenschaftlichen Gebrauch nützlich sein kann, ist für mich als Nichtfachmann schlecht abzuschätzen - vermutlich konzentrieren sich Studierende lieber auf die gängige, abschlussrelevante Fachliteratur!
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Vor 4 Millionen Jahren wurde der erste Schritt gemacht. Dieser kleine Schritt für einen Menschen bedeutete einen Riesensatz für die Menschheit. Erst durch ihn sind wir in der Lage, Spaziergänge auf dem Mond zu unternehmen. Die Geschichte des Lebens ist eine der spannendsten überhaupt. Sie ist gekennzeichnet durch die Entwicklung physiologischer Neuheiten, unterstützt vom Faktor Glück. Denn mit viel Glück wurden wir zu dem, was wir heute sind - Menschen. Dabei hatte das Leben viele Schicksalschläge zu überstehen: Massenaussterben, Eiszeiten, Klimaänderungen. Aber alles hat das Leben überlebt und dokumentiert seinen Lebenslauf in den Fossilien. Richard Fortey beschreibt dies so anschaulich, mitreißend und trotz witziger Ausgestaltung immer mit genügend objektiver Kritik. Gutgelaunt stellt er dar, dass das Leben viel mehr ist als die bloßen Auswirkungen der genetischen Informationen.
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