Vor 28 Jahren ist weltweit der erste Patient mit einem Hodgkin-Lymphom (Lymphogranulomatose) durch eine Chemotherapie geheilt worden. Bis dahin war diese Diagnose ein Todesurteil. Auch heute noch gibt es bei dieser Diagnose bei den schnellen Formen der Krankheit nur zwei Möglichkeiten: Vollremission durch Chemotherapie oder rasches Sterben. Die Wenigsten, die mit dieser Diagnose konfrontiert werden, wissen aber, daß je rascher und todesdrohend sich diese Form des Krebses im Lymphsystem ausbreitet, desto verwundbarer die sich rasch teilenden Zellen für eine harte und entschlossene Chemotherapie sind. Die Heilungschance liegt heute bereits bei etwa 97%! Demzufolge vermehren sich die Berichte von Überlebenden. Wer selbst, wie der Rezensent auch, durch dieses Fegefeuer gehen mußte, weiß, daß man in den ersten Tagen nach der Diagnose und in den harten Tagen der Chemotherapie sich an Berichten von denen, die durchgekommen sind, selbst aufrichten möchte. Sie zu lesen, hat deshalb seinen Sinn. Cornelias Römers Buch ist für die Zartfühlenderen das Richtige. Sie kann mit feingewählten Worten sich und ihre Umwelt reflektieren. Sie schildert die Neigung des Kranken, die ernsten Krankheitszeichen lange zu verdrängen, und die Schwierigkeiten der Ärzte, die richtige Diagnose zu finden. Bei Cornelia wird deshalb die Krankheit erst in einem sehr weit fortgeschrittenen Stadium erkannt. Aber selbst dann besteht noch eine echte Chance auf Heilung. Wer die hartgesottene Variante liebt, der sollte besser Michael Lesch lesen. Und wer gar Rückfälle der Krankheit erlebt und wegstecken muß, für den ist Michaels Lohmanns Bericht die beste Alternative.