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Leben bis Männer
 
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Leben bis Männer [Taschenbuch]

Thomas Brussig
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Wichtig ist auf'm Platz." Oder: "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel." Brauchen wir noch mehr solche Fußballer-Weisheiten, die uns diesen Sport im Besonderen und das Leben im Allgemeinen erklären? Bevor ich Leben bis Männer gelesen habe, hätte ich Nein gesagt. Doch nach diesem atemlosen Monolog eines Vereinstrainers aus der Magdeburger Börde revidiere ich meine Meinung gerne.

Hier spricht kein seriöser Nadelstreifen-Stratege à la Hitzfeld, kein neunmalkluger Fußballintellektueller, sondern ein bierbäuchiger Malocher, der die Linien noch eigenhändig kalkt und die Eckfahnen in den Boden rammt. Was man als cholerisches Brüllen am Spielfeldrand missverstehen könnte, nennt er "leidenschaftliches Denken". Genau das führt er dann ausführlich vor, das springt und flitzt so unvorhersehbar wie die Lederkugel auf dem holprigen, regennassen Fußballacker: vom Frauenfußball zum Mauerschützenprozess, vom Torwandschießen zur Kolonialmacht England. Kein Wunder, denn "Fußball ist alles" -- und alles ist Fußball.

Irgendwie schafft es Brussig, uns diesen ostalgischen Grantler sympathisch zu machen. Nicht immer schmeckt einem die Mischung aus gesundem Menschenverstand und gesundem Volksempfinden, doch man erfährt hier mehr über ostdeutsche Befindlichkeiten als in den meisten Artikeln und Reden zum 3. Oktober. Mit ein Grund dafür ist der schlagende Witz, der mal an Karl Valentin ("zu wenig Fuß im Gehirn"), mal an Harald Schmidt erinnert: Warum muss man sich um die Zukunft des deutschen Fußballs keine Sorgen machen? Weil die besten Spieler bekanntlich aus den Slums kommen. Oder der Grund für die kurze Blüte seines Sportgeschäfts: "Von Baseballschlägern allein kannste auf Dauer auch nicht überleben". Gegen Ende hört der Spaß dann auf, sogar der Fußball wird plötzlich zweitrangig.

Fazit: Reporter Brussig bleibt immer dicht am Mann, berichtet hart, aber fair. Das Buch hat neunzig Seiten -- und am Ende gewinnen die Leser. --Patrick Fischer

Amazon.de-Hörbuchrezension

Ein fetter Happen Amüsement. Brussigs Text eines Fußball-Irren hat in Manfred Krug den idealen Sprecher gefunden. Die große Abrechnung eines Fußballdespoten vom platten Land bei Magdeburg gewährt knapp anderthalb Stunden lang einen Blick in die Gemütsganglien der Nation. Der bierschaumgeborene Stammtisch-Sound zeigt, wie Männer gern denken. Wir hören uns alle selbst zu. Krug: "Er sagt ja Sachen, die du auch schon gedacht hast."

Manfred Krug verlebendigt den bundesdeutschen Gesamtspießer ostdeutscher Ausprägung -- "du wanderst durch seine Seele wie durch einen ziemlich gruseligen Wald" (Krug) -- mit den typischen Ehrlichkeitskicksern, die nur ihm zur Verfügung stehen. Und er spricht den Text so, dass man sich das ganze als Film wünscht, um ihm auch zusehen zu können.

Statt Booklet existiert bloß eine Art Beipackzettel. Immerhin reicht der für sechs Zeilen Text von Manne Krug persönlich, die obigen Zitate stammen daraus. Wieder einmal nimmt man mit Vergnügen wahr, wie gut Liebling Kreuzberg auch zu schreiben versteht.--Michael Winteroll

Lesung, Spieldauer 45,56 und 36,38; 2 CDs, knappe Vorstellung von Autor und Sprecher im beiliegenden Doppelblatt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Einer packt aus .Mehr als zwanzig Jahre war er der Stratege am Rand, im Training ein harter Knochen, auf dem Platz ein Erlöser. Sein Verein hieß einst "Tatkraft Börde",sein Beruf ist Fußballtrainer. Jetzt zieht er vom Leder, und es gibt kein Halten: Weil einer seiner Spieler vor Gericht gestellt wurde, hat die Mannschaft den Aufstieg nicht geschafft. Nach "Helden wie wir und "Am kürzeren Ende der Sonnenalleehat Thomas Brussig nun den Aufschrei eines Menschen aus der Provinz aufgezeichnet. "Leben bis Männerist der Monolog eines Mannes, der ein enger Verwandter des Kontrabassisten von Patrick Süskind sein könnte. Ein Fußballtrainer aus der Provinz rechnet ab. Ein leidenschaftlicher Monolog voll absurder Volten und mitreißender Komik - das ostdeutsche Pendant zum "Kontrabass" von Patrick Süskind.

Über den Autor

Thomas Brussig, 1965 in Berlin geboren, wuchs im Ostteil der Stadt auf. Er studierte Soziologie und Dramaturgie und debütierte 1991 mit dem Roman "Wasserfarben". 1995 erschien sein in zahlreiche Sprachen übersetzter und auch als Bühnenfassung erfolgreicher Roman "Helden wie wir". Sein dritter Roman "Am kürzeren Ende der Sonnenallee" wurde 1999 gleichfalls zum Bestseller und der Film "Sonnenallee" zum erfolgreichsten deutschen Film des Jahres. Thomas Brussig lebt in Berlin.
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