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Leben und Zeit des Michael K
 
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Leben und Zeit des Michael K [Taschenbuch]

J. M. Coetzee , Wulf Teichmann
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 221 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 5. A. (Oktober 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596132525
  • ISBN-13: 978-3596132522
  • Originaltitel: Life and Times of Michael K.
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,9 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 204.087 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

John M. Coetzee
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Titelheld, der seine Zeit nicht versteht und nichts mit ihr zu tun haben will, macht sich davon. In der Stadt tobt der Aufstand, es kommt zu Plünderungen und Schießereien, Macht und Gegenmacht spielen ihr blutiges Spiel. Michael K., einer der Ärmsten unter den Armen, flieht aufs Land. In einer verlassenen Farm lebt er ein Leben jenseits der Zivilisation. Er lebt von Tieren, die er mit der Hand erhaschen, von Pflanzen, die er unter großen Mühen ziehen kann, ein Robinson am Rande der modernen Welt.
Coetzees Ballade über diesen unmöglichen Sonderling, der mit seiner Behauptung einer eigenen Zeit die Zeit herausfordert, hat wegen ihrer Aufrichtigkeit Leser in der ganzen Welt gefunden. Für diesen Roman erhielt J. M. Coetzee 1983 den Booker Award, den bedeutendsten englischen Literaturpreis.

Der Verlag über das Buch

Coetzee beschreibt in einem balladenhaften Roman die Geschichte eines Mannes, der sich aus Zivilisation, Geschichte und Zeit stiehlt, um sein eigenes Leben zu leben. Die Zeit holt ihn jedoch ein und zwingt ihn zurück in das Sozialgefüge und den vorweggenommenen Bürgerkrieg in Kapstadt. Der Autor erhielt für dieses Buch 1983 den renommierten englischen Book Award. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Th. Leibfried TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Als ich auf dem Buchrücken las: „Man muß schon auf Kafkas „Prozess"- oder „Schloß"-Parabeln zurückgehen, um einen Vergleich für diese intensive Darstellung der existentiellen Situation eines identitätslosen Menschen in einer fremden Umwelt zu finden.", habe ich an eine Übertreibung des Kritikers der Frankfurter Rundschau geglaubt. Aber es stimmt. Nicht nur aufgrund des Namens (K.) der Hauptfigur, sondern insbesondere durch den sehr charakteristischen Schreibstil drängen sich Vergleiche mit Kafka auf. Das Buch ist eine Mischung aus dem „Schloß" oder „Amerika" und Thomas Manns Roman „Der Erwählte". Zum Teil verändert sich die Welt um Michael K. in Sekunden (beispielsweise bezeichnet er einen Fremden, der ihm von seinem Kuchen abgibt, innerhalb Minuten als "seinen Freund"), andererseits vegetiert er über Monate in einem Erdloch, ohne nennenswerte Nahrung, ohne Kontakte, ohne erwähnenswerte Beschäftigung.

Ein verstörendes Werk, faszinierend in der Sprache, das auch einen guten Einblick in die Welt Südafrikas vor dem Ende der Apartheid gibt. (Ich war gerade in SA, und die früheren Umstände sind fast nicht mehr vorstellbar.)

Nach dem Lesen von Coetzees "Schande" konnte ich mir noch kein Urteil bilden, ob er den Nobelpreis 2003 verdientermaßen erhielt (soweit ich überhaupt so anmaßend sein darf, dies zu beurteilen). Nach "Leben und Zeit des Michael K." bin ich persönlich sehr wohl der Meinung, daß nach Imre Kertecz zum zweitenmal hintereinander ein Autor völlig verdient diesen renommierten Preis erhalten hat. ich werde Coetzee weiterhin lesen.

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Roland Freisitzer TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
J. M. Coetzee entführt den Leser in seinem parabelhaften Roman "Leben und Zeit des Michael K." in ein von Krieg gebeuteltes und anarchistisches Kapstadt (wobei die Kaphalbinsel hier symbolisch für ganz Südafrika ist), ein Horrorszenario, in dem auf den Straßen geplündert und geschossen wird. Die Regierung führt einen "Krieg", der jeden betrifft, dessen Grund (bzw. Motivation) aber offensichtlich niemand verstehen kann. Michael K., der sympathische, vaterlose Antiheld, der in einem Heim aufgewachsen ist, der fast identitätslos und wurzellos ist, der die Welt nicht verstehen kann und auch nicht verstehen will, der eigentlich nur Gärtner sein will, flieht trotz seiner Apathie, trotz fehlender Leidenschaft, aus reinem Pflichtbewusstsein zuerst mit seiner Mutter, nach ihrem Tod nur noch mit ihrer Asche aufs Land um dort in Ruhe von dem zu leben, was das Land ihm geben kann. Einzig der Wunsch, Gärtner zu sein, scheint ihn zu beflügeln. Er wird von den Behörden schikaniert, in ein Lager gesteckt, aus dem er fliehen kann, bis er als vermeintlicher Helfer einer terroristischen Gruppe verhaftet, aber aufgrund seines schwachen Zustands in ärztliche Behandlung in ein weiteres Lager (hier wird ihm sogar das letzte bisschen Identität genommen, das er noch hat, er wird hier statt Michael K. nur mehr Michaels genannt) kommt. An dieser Stelle wechselt Coetzee die Erzählperspektive und lässt nun den Arzt fast Reporthaft seine Eindrücke schildern. Der letzte, ganz kurze dritte Teil ist dann wieder Michael K. vorbehalten.
Es ist faszinierend, wie einfach und lakonisch J. M. Coetzees Prosa ist, wie genau er mit wenigen Worten sagt, was er sagen will. Ein Roman, der Spuren hinterlässt, der betroffen macht, der sehr lange im Gedächtnis bleibt. Ein Meisterwerk und einer jener seltenen Romane, bei denen die Fünf-Punkte-Wertung eigentlich ungenügend ist...
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
ein Denkmal 25. November 2007
Format:Broschiert
Coetzee erzählt hier die Geschichte eines ungebildeten, äußerlich missgebildeten, zeitweilig zurückgeblieben erscheinenden Schwarzen in Südafrika, der nach dem Tod seiner Mutter Nichts und Niemandem etwas bedeutet und keine Chance hat auf Selbstverwirklichung, nicht einmal die Chance, einem Traum hinterherzujagen. Seine Bedürfnisse auf weniger als ein Minimum zurückschraubend, ist er in einer Frage jedoch entschieden: Für Michael kann es nur ein Leben in Selbstbestimmung geben, er wird sich nicht mehr Anderen unterwerfen, von Anderen herumkommandieren lassen oder auch nur den Empfehlungen Anderer folgen, wenn sie es gut mit ihm meinen. So bewahrt er sich sein letztes bißchen Würde, auch wenn es bedeutet, wie ein Tier dahinzuvegetieren, andere Menschen und das Tageslicht zu meiden und nirgendwo eine Spur von sich zu hinterlassen. Nicht einmal Tagträumereien oder Gedankenspiele erlaubt er sich, er IST einfach, mit leerem Kopf, bedürfnislos, wird eins mit der Natur, fordert nichts von der Welt - und doch wird er immer wieder aufgelesen, muss Rechenschaft ablegen, wird eingesperrt, sinnlos beschuldigt oder wider Willen gesund gepflegt.

Wie in allen seinen Romanen ist Coetzee auch hier wieder kompromisslos. Er verbreitet unendliche Trostlosigkeit, fasziniert durch seine Sprachgewalt und sein Empathievermögen. Gleichzeitig zeichnet er ein schonungsloses Gesellschaftsporträt Südafrikas in den 1980er Jahren. Diese Gesellschaft scheint Orwell erfunden zu haben, und dennoch könnte Michael K. eine historische Person sein.

Ich kenne kaum einen anderen Autor, der so glaubwürdig ist wie Coetzee, der so integer und ernst wirkt in seinen Absichten. Und dennoch beschlich mich das ein oder andere Mal ein ungutes Gefühl während des Lesens. Ich frage mich, ob es nicht trotz allem Arroganz ist, wenn ein arrivierter (weißer) Schriftsteller sich in das Leben eines obdachlosen, unfreien, schwarzen Menschen hineinzuversetzen meint, dessen innerste Verfassung er (oder ich und die Mehrheit der Leser) doch niemals kennen kann.

"Leben und Zeit des Michael K." - ein Denkmal für Menschen, an deren Stelle wir uns doch niemals denken können.

Wortgewaltig, langsam erzählt und sehr deprimierend.
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