Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine wunderbare Übersetzung!, 23. Mai 2002
Mit der hier vorliegenden Übersetzung, oder besser noch: Bearbeitung, von 1799 und 1801 Ludwig Tieck eine wunderbare Arbeit vorgelegt. Tieck versteht es meisterhaft, die schon im spanischen Original pointierte Sprache zu übertragen, die vor allem eine Parodie der Ritterromane darstellt, die Cervantes mit diesem Roman anzugreifen beabsichtigte. Ich halte diese Übersetzung mit für die bis jetzt gelungenstenste. Gerade weil sie in der gewählten Sprache heute altertümlich erscheint, versetzt sie den Leser perfekt in die dem Buch zugrundeliegende Stimmung und beflügelt die Phantasie: Das Buch handelt von einem Menschen, der seiner Umwelt zum Trotz versucht, eine vergangene Zeit wiedererblühen zu lassen, indem er sich bemüht, die Maßstäbe dieser alten Zeit nachzuleben. Nur leider hat diese goldene vergangenheit so nie existiert; sie ist ein im Geist des Ritters entstandenes Märchen.Aus Tiecks Sicht war die von ihm gewählte Sprache veilleicht sogar zeitgemäß, aus heutiger Sicht aber erscheint sie altertümlich; viele Wortbedeutungen haben sich zum Teil seit Tieck deutlich verschoben, aber zur Darstellung und Beschreibung des verwirrten, im Gestern lebenden Geistes des Don Quixote ist dies die angemessene Sprache. Ich möchte jedem, der sich für dieses Buch interessiert, empfehlen, diese Übersetzung für seine erste Begegnung mit dem Don Quixote zu wählen.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zwischen Wahn und Wirklichkeit, 19. August 2005
Zwei Stunden herrlich geschwelgt hatte er, und zwar zur Ablenkung. So schrieb er im Jahre 1883 an seine Partnerin. "Viele glückliche Paare, .. es ist die vollkommenste heitere Grazie." Nun, ob Sigmund Freud Recht hatte spielt keine Rolle, aber sicher ist, dass er sich mit einem der wichtigsten europäischen Werke vergnügte. Don Quijote gehört neben Ödipus, Faust, Hamlet, Casanova, Don Juan zu den wichtigsten Figuren im abendländischen Bewusstsein. 400 Jahre alt, in diesem Jahr 2005 genau nach der Veröffentlichung im Jahre 1605 als erster Band von zweien. Und die Geschichte - nicht hochtrabend, eher witzig, erheiternd - bekommt schon politische Aspekte, wenn man Thomas Mann liest zu seiner Kritik vor 70 Jahren, der hier den „illusionären Orgasmus" unter "donquijotescer" Machenschaften beschwört. Aber in die Nähe von Diktatoren lässt sich die Geschichte letztendlich nicht bringen. Vielmehr haben wir es mit einer raffinierten Psychologie zu tun, wo letztendlich die Welt draußen so zu sein hat, wie die Vorstellung es erlaubt oder bestimmt. DQ braucht ein Ideal, mit dem er sich wegen seines Verhältnisses zu Welt tröstet. Daher klärt es sich, dass ein reisender Ritter nicht heiraten kann, wohl aber eine Frau anbeten kann, die er in Liebe „viermal aus der Ferne" beobachtet hat. Seine Dulcinea ist in seinem Bilde aller irdischen Mängel enthoben. Damit sind die Abenteuer, die er durchzustehen hat, nichts anderes als eine Verheißung durch Sieg der Angebeteten würdig zu werden. Weiterhin lebt er mit seinem Freud Sancho den Traum von Freiheit, weil er in der Unkalkulierbarkeit der Wirklichkeit ein Spiel sieht. In diesem Traum braucht er seinen Freund, der ihm seine Identität gibt, weil er in der Welt auf das trifft, was ist, und nicht auf dass, was er zu schaffen glaubt. Beendet wird diese großartige Geschichte mit dem Rückzug in die Wirklichkeit.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Illusion und Wirklichkeit, 16. Juli 1999
Von Ein Kunde
Don Quixote ist ein armer, alter Junker, der sich in die Welt der Ritterromanzen flüchtet, dadurch ist er schließlich sogar entschlossen, selbst als solch ein fahrender Ritter durch das Land zu reisen, und für eine ehrenwerte Dame sein Leben zu riskieren. So macht er sich auf den Weg, in einer Rüstung aus Trödel und auf seinem treuen Pferd Rosinante, einem alten Klepper, der genauso mager ist wie sein edler Herr. Don Quixote wird auf seinenr Reise von Sancho Pansa, einem Bauer aus seinem Dorf begleitet, der zwar nicht versteht, warum sein Herr Windmühlen angreift, wenn er doch von Riesen spricht, aber ihm trotzdem in jede Gefahr nachfolgt. So schlagen sich die beiden durch Spanien, ohne ihre Irrtümer wirklich einzusehen. Sie gelangen sogar an einen Herzogshof, wo sich die Regenten einen Spaß daraus machen, sie zu ihrer Belustigung zu täuschen. So einiges mehr geschieht noch in diesem Roman,der eine Parodie auf die zu dieser Zeit noch weithin bekannten Ritterromanzen ist,und er markiert auch gleichzeitig deren Ende. Er ist aber nicht nur das, sondern auch die Geschichte zweier Charaktere, die nicht voneinander zu trennen sind, auf der einen Seite der überdrehte, irrational übersteigerte und dennoch vollkommen idealistisch denkende Don Quixote, auf der andern der mit Bauernschläue, Hilfsbereitschaft und einer vertrauensseligen Naivität ausgestattete Sancho Pansa. Sie beide bilden ein Paar, das seit dem Erscheinen des Buches um 1600 Millionen von Lesern fasziniert hat. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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