Kurzbeschreibung
Heine unverstellt: Die erste Briefausgabe nach den Handschriften
Heine zieht in seinen Briefen alle sprachlichen Register. Er überredet, beschwört, droht und schmeichelt, um seine Zwecke durchzusetzen - sei es im Erbschaftsstreit mit den Hamburger Verwandten, in den Verhandlungen mit seinem Verleger Campe oder in der Korrespondenz mit Mutter und Schwester, vor denen er seine Krankheit verbarg. In den Briefen finden wir "die Synthese aus Witz und Weisheit, Charme und Scharfsinn, Gefühl und Grazie" (Marcel Reich-Ranicki). Ihr Leitmotiv, die unerfüllte und hoffnungslose Liebe, wird im Eingangsbrief des Neunzehnjährigen angeschlagen: "Sie liebt mich nicht!" Den Schlußakkord setzt ein Billett des todkranken Dichters an Elise Krinitz, die letzte in der Reihe seiner imaginären Geliebten: "Misère, dein Name ist H. H."
Über den Autor
Heinrich Heine, geboren am 13. Dezember 1797 (Datum unsicher) in Düsseldorf, gestorben am 17. Februar 1856 in Paris. Schulzeit und kaufmännische Ausbildung in Düsseldorf, Frankfurt am Main und Hamburg; anschließend Jurastudium in Bonn, Berlin und Göttingen. 1825 Promotion zum Dr. jur., 1831 Übersiedlung nach Paris. Seit 1841 verheiratet mit Augustine (genannt Mathilde) Mira. Wichtige Publikationen: Buch der Lieder (1827), Reisebilder (4 Bände, 1826-1831), Der Salon (4 Bände, 1833-1840), Ludwig Börne. Eine Denkschrift (1840), Neue Gedichte und Deutschland. Ein Wintermärchen (1844), Atta Troll. Ein Sommernachtstraum (1847), Romanzero (1851), Vermischte Schriften (3 Bände, 1854), Memoiren (1884).
Jan-Christoph Hauschild, geboren 1955 in Leinsweiler bei Landau, studierte nach dem Abitur Germanistik, Geschichte und Erziehungswissenschaften. 1984 promovierte er mit einer Arbeit über Georg Büchner. Von 1980 bis 1986 war er wissenschaftlicher Redakteur der Historisch-kritischen Heine-Ausgabe, danach Lehrbeauftragter am Germanistischen Seminar der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit 1984 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Heine-Heine-Institut in Düsseldorf und freier Autor. Letzte Publikationen: „Heinrich Heine. Mit scharfer Zunge. 999 Aperçus und Bonmots“ (3. Auflg. 1997); „Heinrich Heine. Roter König, Grüne Sau. Frivole Gedichte“ (2. Auflg. 1997); „Georg Büchner. Biographie“ (1997); „Heinrich Heine. Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst. Eine Biographie“ (mit Michael Werner, 1997, Taschenbuchausgabe 1999); „Heiner Müller“ (rororo Monographie, 2000).