Es gibt wohl kaum einen Briefwechsel in der Weltliteratur, der so viel Freude macht und hinter dem so viel Ernst steht, wie der Briefwechsel, den Heinrich Heine geführt hat. Seine Briefe enthalten alles das, was ihm im Leben begegnet ist: Liebe und Krankheit, sarkastische Auseinanderetzungen, bitterböse Schmähungen, witzige Apercues - sie enthalten Zorn und Sehnsucht, Schmerz und Zärtlichkeit.
An seine Mutter: "Und Du alte süße Katze, wie geht es Dir? Wenn Du stirbst, ehe ich Dich wiedersehe, schieße ich mich todt...". Über Lüneburg: "Ich bin jetzt wieder in Lüneburg, der Residenz der Langeweile....". Oder: "Ich werde noch aus Ärger katholisch und häneg mich auf".
An Christiani 1824: "... weil bey mir immer der Brief den ich schreibe ein Thermometer ist woraus an meine Gemüthsstimmung erkennen kann." In der Tat - die ganze Palette seiner Gemütsstimmungen ist in den diesen Briefen, die Jan-Christoph Hauschild hervorragend ediert hat, zu erkennen. Eine herausragende Lektüre.