nachdem ich "die flucht vor der hähe" mit großem gewinn gelesen habe bin ich bezüglich "leben im prozess" hin und hergerissen zwischen inhalt und stil/vermarktung
gut finde ich die informationen über die art wie frau schaef mit gefühlen umgeht. sie beschreibt einen "tiefenprozess", bei dem sich jemand auf eine matratze oder matte legt und sich auf alle gefühle einlässt, die im moment kommen. dies ist oft schmerzhaft und abenteuerlich. am ende eines solchen prozesses, der ca. eineinhalb stunden dauern kann steht oft große ausgeglichenheit und freude. eine mitfühlende gruppe oder person begleitet die arbeit, ohne zu beeinflussen. von erfahrenen kann er auch allein durchlebt werden. ein weg, der mit der zeit heilend wirkt auf seele und körper.
im alltag hat "leben im prozess" soweit ich es verstehe viel mit gegenwärtigsein zu tun, mit respekt gegenüber sich selbst. die eigenen gefühle ehren. daraus erwächst respekt mitmenschen gegenüber, ein lebendigsein, das seine kreise ziehen kann und sich dann auf gesellschaft und mitwelt positiv auswirkt. ein weltweites "leben im prozess -netzwerk für seminarabsolventen bei frau schaef und leben im prozess -gemeinschaften werden angedeutet mit info adressen.
kritik:
ich finde den schreibstil an vielen stellen unsympatisch , von oben herab, missionierend. ihre erkenntnisse, ihre sicht der welt stellt sie als "die wahrheit" dar. ihre vermarktung gefällt mir nicht. daher leider nur drei sterne.
interessantes zum thema lebendige gefühle, seelische gesundheit fördern bei kinder (und erwachsenen?) fand ich in den veröffentlichungen von aletha solter, "wüten toben traurig sein" u.a. und bei safi nidiaye