Carsten Keller erkennt in seiner Dissertation die Wohnform Plattenbau als allumfassendes soziales Übel ,und er möchte mit seiner Schrift mithelfen ,diese Wohnform als auslaufend zu kennzeichnen,da für ihn der Plattenbau eine Wohninsel für sozial Exkludierte geworden ist.Auf welche Art und Weise Plattenbauten institutionell zu sozialen Brennpunkten verortet werden,kritisiert er hingegen nicht.-
Der Sozialwissenschaftler Keller promovierte an der Humboldt Universität in Berlin bei Helmut Häußermann und somit konnte nur eine methodisch-gültige sowie eine in seinem Sinn inhaltlich stimmige Untersuchung entstehen.
Zur Dynamik sozialer Exklusion :Thema seines Buches sind die sozialen Entwicklungen und Exklusionsprozesse in den Plattenbausiedlungen der ehemaligen DDR.Keller wählt zwei Beispiele hierfür.Eisenach und Wolfen.Er befragt dort 81 Haushalte und 77 Experten in den Jahreen 1997 ,2001 und 2003 zu Lebenslagen,Alltagsstrategien und biographischen Verläufen der Bewohner.Wer sind aber diese "Experten"und was förden diese?-"Wie die Interviews mit den Experten aus den städtischen Ämtern,Wohnungsgesellschaften und sozialen Einrichtungen ergeben ,besteht die wichtigste Argumentation benachteiligte
Haushalte in die Siedlungen einzuweisen ,darin,dass diese dort eine entsprechende
Versorgung vorfinden.In umgekehrter Reihenfolge dient das Argument dazu ,Einrichtungen für benachteiligte Gruppen in den Siedlungen zu konzentrieren" (Keller 2005,S.192) Wie man es besser organisieren kann ,schlägt der Soziologe Frank Wolfram Wagner vor:"Gleichförmigkeit steht bei mir für Funktionalität,wenn die äusseren Rahmenbedingungen stimmen. Grundbedingungen hierfür sind ein gemischter sozialer Status der Wohnbevölkerung , ein behindertengerechtes Wohn- und Lebensumfeld ,sowie eine altersübergreifende Gemeinschaft." (Wagner 2009,S.53)
Die renovierten Wohneinheiten mit geräumigen Fahrstuhl in Jena-Lobeda sind hierfür ein gutes Beispiel.Sie sind auch alle belegt,wie ich mich persönlich überzeugen konnte.
Wer ablehnt,dass teure neo-historistische Bauwerke in den neuen Mitten der Städte geschaffen werden,somit dort niemals würde wohnen wollen und ,wer erkennt,dass Stadtplanung nichts anderes ist ,als die Anordnung der Strecken gemäss der herrschenden sozialen Beziehungen ,für den ist der Plattenbau unter menschenfreundlichen Rahmenbedingungen auch gegenwärtig eine anzustrebende Wohnform.Natürlich würde Carsten Keller mir hier kaum zustimmen.