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Das Leben des François Rousseau, von ihm selbst erzählt
 
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Das Leben des François Rousseau, von ihm selbst erzählt [Gebundene Ausgabe]

Stéphane Audeguy , Elsbeth Ranke
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 296 Seiten
  • Verlag: Schirmergraf; Auflage: 1., Aufl. (August 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865550436
  • ISBN-13: 978-3865550439
  • Originaltitel: Fils unique
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 972.477 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Stéphane Audeguy
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Stéphane Audeguys zweiter, von der französischen Presse gefeierter Roman, malt ein farbenprächtiges Bild des Jahrhunderts der Aufklärung und bürstet dabei mit subtiler Ironie die Geschichte gegen den Strich. Denn sein Held ist François Rousseau, der unbekannte Bruder des berühmten Jean-Jacques Rousseau, ein gebildeter Lebemann, der die Geburt der Demokratie aus etwas anderer Sicht schildert.

Über den Autor

Stéphane Audeguy, geboren 1964 in Tours, Literaturwissenschaftler, Studium in Paris und an der Universität von Charlottesville/Virginia, unterrichtet heute Literatur- und Kinogeschichte an einem Gymnasium außerhalb von Paris. Er lebt in Paris.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der vorliegende Roman des französischen Schriftstellers Stephane Audeguy stand im vergangenen Jahr auf der Shortlist des Prix Goncourt.
Der Philosoph Jean Jacques Rousseau schreibt in seinen " Bekenntnissen" in wenigen Worten, dass er einen Bruder hatte, der offensichtlich auf üble Abwege geraten war und spurlos aus dem Leben der Familie verschwand.
Audeguy legt mit diesem Buch die fikiven autobiographischen Aufzeichnungen Francois Rousseaus vor, die dieser seinem bereits verstorbenen Bruder Jean Jacques widmet.
Francois, ein typischer Abenteurer des 18. Jahrhunderts, wächst in Genf auf, lernt als Jugendlicher den alten französischen Freidenker Saint-Fonds kennen, der zunächst zu seinem Gönner wird und von dessen Lebensart er in der Folge viel annimmt. Durch ihn lernt er aber auch das homosexuelle Liebesspiel kennen, bemerkt jedoch sehr rasch , dass der Adressat seiner erotischen Neigungen wohl eher das weibliche Geschlecht ist.
Im Laufe seines Lebens wird er ausgiebig und ausschweifend seiner diesbezüglichen Neigung nachgeben, wie man immer wieder- amüsiert - dem Roman entnehmen kann.
Der renitente Sohn des Uhrmacheres Rousseau lässt sich auf Anraten Saint-Fonds dazu bewegen das Handwerk seines Vaters zu erlernen, muss aber wegen eines eventuell durch ihn herbeigeführten Totschlags überstürzt Genf verlassen und gelangt in das vorrevolutionäre Paris.
Dort wohnt er der Hinrichtung Robert Francois Damiens bei, der den französischen König ermorden wollte. Ausführlich berichtet Francois von der brutalen Folterung und der grausamen Vierteilung Damiens.
Francois ist erschüttert durch diese Geschehnissen . Nach der Hinrichtung Damiens werden immer mehr Verdächtige für die Tat gesucht, die möglicherweise sogar der Auslöser für die spätere Schreckensherrschaft gewesen ist und schließlich auch dazu führte , dass man die Guillotine als vermeintlich humaneres Mittel zur Vollstreckung von Todesurteilen einsetzte.
Francois verdingt sich in Paris als " Mädchen für alles " in einem Bordell. Seine handwerklichen Fähigkeiten setzt er dafür ein mechanische Instrumente zur Verstärkung sinnlicher Lust anzufertigen und diese gewinnbringend zu vertreiben.
Seine Beziehungen zu Freigeistern bringen ihn schließlich in die Bastille. Dort ist Marquise de Sade sein Mitgefangener. Francois hilft de Sade die in der Haft enstandene Schrift die "120 Tage von Sodom" zu verstecken und sie nach der Befreiung aus dem Kerker durch heimliche Veräußerung der Nachwelt zu erhalten.
Francois beschreibt den Aufenhalt in der Bastille, die Befreiung aus misslicher Lage am 14. Juli 1989 durch das Volk von Paris und seine anschließende Tätigkeit in einem Chinesischen Badehaus ausgiebig.
Dort lernt er Sophie, die Inhaberin des Etablissements näher kennen.
( Im fünften Buch seines Erziehungsromans " Emile" äußert sich Jean -Jacques Rousseau über Frauen. Nach Rousseau gibt es eine natürliche Ungleichheit zwischen den Geschlechtern: Frauen sind schwach, empfangend,Männer sind stark und tätig.Daraus ergebe sich für die Frau die Pflicht sich dem Manne zu unterwerfen. Die ganze Erziehung müsse auf den Mann abgestellt sein. Der Philosoph versteigt sich in die These, dass eine schöngeistige Frau die Geißel ihres Mannes und ihrer Kinder ist. In diesem Sinne wird für Emile eine Frau erzogen, Sophie. Sie beherrscht ein wenig Musik, tanzt, strickt, fertigt Spitzen an und versteht sich auf Küche und Haushalt.)
Im Gegensatz zu Jean-Jaques Frauenideal, ist die alsbald enge Freundin Francois` aus anderem Holz. Um ihren Unterhalt zu sichern ,führt sie das Chinesische Badehaus und engagiert sich in einem politischen Frauenclub für das Wahlrecht der Frauen. Unablässig schreibt sie Eingaben , Petitionen, Vorlagen für Gesetze und Erlasse und wird durch den Club der Poissonnieres immer bekannter. Sie fordert ein Gesetz zum Vaterschaftnachweis, eine Petion zur Erleichterung der Scheidung und anderes mehr . So bringt sie allmählich alle Männer gegen sich auf.
Sie beginnt sich mit den Insassinnen von Salpetriere zu befassen. Dort sind zu diesem Zeitpunkt mehrere Tausend Frauen eingepfercht, viele syphlitisch Erkrankte, die man durch Quecksilbertherapie qualvoll zu Grunde richtet.
Sophie und Francois versuchen diesen Frauen in einer Notstation zu helfen. Sophie klärt die jungen Prostituierten auf, zeigt wie man diese Krankheiten , aber auch Schwangerschaften verhindert und fordert die Bewilligung von Geldern für die Alphabetisierung von Strichmädchen.
Die kleinen Rousseaus, die sich mit der Philosphie des großen Franzosen schmückten, seine Laster ihr eigen nannten aber nicht sein Genie, töten schließlich Sophie, eine jener starken Frauen durch die der Bruder Jean -Jacques die vielen Erkenntnisse gewinnen konnte, die ihn lebensklug machten, ohne dass er sich je mit Büchern befasst hat.
Ob Jean -Jacques Rousseau darüber erfreut gewesen wäre?

Ein Roman , der sich differenziert mit den sozialen Problemen des 18. Jahrhunderts in Frankreich auseinandersetzt und die Schattenseiten der Revolution ausleuchtet.

Empfehlenswert.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Das Leben des François Rousseau wirft ein besonderes Licht auf das 18. Jahrhundert, das als das Jahrhundert der Aufklärung in die Geschichte eingegangen ist und mit der französischen Revolution endete.

Als Greis blickt François Rousseau auf sein Leben zurück und schildert in fiktiven Erlebnissen seinem Bruder Jean-Jacques sein vergangenes Leben.

Während der Bruder zu den großen Vordenkern der französischen Revolution gehörte und mit seinen "Bekenntnissen" und vielen anderen Werken weltberühmt wurde und bis heute unvergessen blieb, frönte sein Bruder François den sinnlichen Genüssen und erfreute sich eines ausschweifenden Lebenswandels!
In Genf als erster Sohn seiner Eltern geboren, begegnete er schon in frühen Kinderjahren dem Marquis de Saint - Fonds, Sohn aus altem französischem Adel, der sich in Genf niedergelassen hatte. Die beiden ungleichen Freunde genießen gemeinsame Lehrstunden und gehen ihren sinnlichen Gelüsten nach.
Jean-Jacques wurde nach dem Tod der Mutter zum erklärten und verzärtelten Liebling des Vaters, während sich François alleine behaupten musste. Er ist gewissermaßen ein Antipode, der, wenngleich klug, das Leben aus der bodenständiger Position heraus betrachtet. Ein schwieriges, leichtlebiges und genussvolles Leben führt ihn von Ort zu Ort, und er lernt, sich in guten und schlechten Tagen durchzuschlagen. Aus Genf geht es unter abenteuerlichen Umständen nach Frankreich, der Hochburg des Feudalismus und der Knechtung der Armen. Er findet Freunde, Gönner und Gönnerinnen, und sein Leben verläuft reich an Höhen und Tiefen. Bei seinen Ortswechseln lernt er Reichtum und Armut, Ungerechtigkeit und Ausbeutung, Verluste von Menschenrechten und den Kampf ums Überleben kennen. Zuletzt erreicht er Paris, wo er sich in Philosophenkreisen bewegt und in Bordellen verkehrt und mitten hinein in die Unruhen der französischen Revolution gerät.

Stéphane Audeguy hat den Ton der vorrevolutionären Stimmung getroffen und in eindrucksvollen Bildern in Szene gesetzt. Man fühlt sich als stiller Beobachter des jungen und älter werdenden Reisenden, und fiebert mit ihm seinen Abenteuern entgegen. Ärmliche Unterkünfte, bewegende Verführungskünste und dunkle Verliese lassen ein mittelalterliches Szenario lebendig werden, das einen berührt und gelegentlich das Fürchten lehrt. Verschiedene Lehrherren demonstrieren die herrische Grausamkeit, die als Mittel zum Zweck der Züchtigung an der Tagesordnung war. Soziale Missstände zeigen das Ausmaß der Ungleichheit und Verkommenheit, in der sich die Menschheit befand. Audeguy ist ein hervorragender Rechercheur und Interpret dieses von der französischen Revolution beherrschten Jahrhunderts. Sein Entwurf richtet sich strikt am Zeitgeist aus, so dass man fast überzeugt ist, es hier mit den richtigen Lebenserinnerungen des François Rousseau zu tun zu haben.
Und doch ist alles nur Fiktion!
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