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Das Leben in Fragen und Ausrufen. Humoresken und Satiren 1880 - 1884
 
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Das Leben in Fragen und Ausrufen. Humoresken und Satiren 1880 - 1884 [Gebundene Ausgabe]

Anton Cechov
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 2. Auflage (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257062672
  • ISBN-13: 978-3257062670
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,9 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 834.023 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Anton P. ?echov
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

In den 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts kämpfte Anton Tschechow mit der großen Form. Bis dahin hatte er bereits mehrere Kurzgeschichten und ein Bühnenstück verfasst; und auch diesmal wollte ihm ein Roman nicht so recht gelingen. Die lange Erzählung Die Steppe (1888) ist ein großartiger Ausdruck dieses Scheiterns: Als Romancier hatte Tschechow versagt -- stattdessen aber war ihm, einmal mehr, ein herausragendes Stück etwas kürzerer Erzählprosa gelungen.

Zeit seines Lebens stand Tschechow mit dem großen epischen Wurf auf Kriegsfuß; nicht von ungefähr ist seine erste Publikation überhaupt, nämlich die Satire Was begegnet einem in Romanen, Novellen, etc... (1880), zum Großteil auch jener damals übersentimentalen Gattung gewidmet. Der Text findet sich in deutscher Erstübersetzung in der von Peter Urban besorgten und aus den Bänden Das Leben in Fragen und Ausrufen. Humoresken und Satiren sowie Aus den Erinnerungen eines Idealisten. Humoresken und Satiren bestehenden Ausgabe von Humoresken und Satiren wieder, mit denen Tschechow der russischen Gesellschaft zwischen 1880 und 1892 den entlarvenden Zerrspiegel vorhielt -- genau wie einige ironische, absurd-burleske Skizzen zu Romanen, die den Autor einmal mehr ausweisen als Meister zunächst weniger sensibel-impressionistischer denn vielmehr parodistisch-deftiger Kurzprosa. Der Roman eines Arztes etwa, dessen Titelheld die Menschheit qua Zungenoperation und Fäustlingszwang von der Geschwätzigkeit der Frauen als "einer der schrecklichsten Krankheiten" überhaupt "erlösen" will. Oder der Roman eines Reporters, der auf knapp zwei Seiten die groteske Liebesgeschichte eines typischen Vertreters dieser seltsamen Spezies zusammenfasst: "Gerades Näschen, wunderschöner Busen, wundervolle Haare, reizende Äuglein -- kein einziger Druckfehler!", heißt es da: "Ich las sie Korrektur und heiratete sie".

Tschechow zu lesen, ist also auch mit diesen zwei schönen Bänden, die auch im Schuber erhältlich sind, ein ungetrübtes Vergnügen. Aber wenn wir Tschechow lesen, dann lesen wir ja eigentlich gar nicht Tschechow. Vielmehr lesen wir Tschechow, wie Peter Urban, sein überragender Übersetzer, ihn gelesen hat. Und der hat auch die frühen Satiren des Erzählgenies fulminant ins Deutsche übertragen. Allein über diese Leistung ließen sich Romane schreiben. --Thomas Köster

Kurzbeschreibung

Anton Cechov fing ganz unauffällig zu schreiben an. Kaum je mehr als vier Seiten lang sind die Humoresken, die er in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts unter Pseudonym in verschiedenen satirischen Zeitschriften veröffentlichte. Und doch ist schon alles da: Menschliches und Allzumenschliches wird in heiterem, zuweilen auch bissigem Ton dargestellt. Anton Cechov in konzentriertester Form.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Große und Ganze 28. Januar 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Mit Gewinn und manch einem Schmunzeln lässt sich hier der junge Cechov erlesen - mit solider Übersetzung, schönem Schuber, aber etwas arg wenig Kommentaren. Die Satiren sind Cechovs Fingerübungen zu seinen Erzählungen und Dramen - es ist so gesehen auch eine Art Dichterwerkstatt.
Eine gewisse Kritik am Verlag kann ich mir dennoch leider nicht verkneifen. Obwohl Diogenes wirklich bemüht ist uns Cechov näher zu bringen, so fühlte ich mich etwas verloren in der Edition und Auflage seiner Werke beim Verlag. Da mal ein Band von Meistererzählungen, dort ein Schuber, dort wieder ein Paperback - nicht immer kann man da den Überblick behalten. Vielleicht ist es zu viel verlangt von einem Publikumsverlag wie Diogenes eine "kritische Edition" zu erwarten, aber etwas mehr Struktur in der Gesamtauflage des Cechovschen Werkes hätte nicht unbedingt geschadet.
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Noch keine Möwe in Sicht 6. September 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Das Lachen als Lebensform zu kreieren - wie sehr das dem Rezensenten doch gefällt. Das Lachen als Lebensform. Jedoch: dafür muss man etwas tun. Es stellt sich nicht von alleine ein. Humoresken und Satiren, Grotesken als Textminiaturen. Was sich so angesammelt hat, 1880 bis 1884, in jenen jungen Jahren des späteren großen Autoren Anton Tschechow, hier ist es zusammengetragen, mit Frage- und Ausrufezeichen versehen: "Das Leben in Fragen und Ausrufen".

"Vom Turm der Heiligen Einhundertsechsundvierzig Märtyrer schlug es Mitternacht." Dieser Beginn, voll Prägnanz und - zugegeben - Ironie. Tschechow nennt seine dem Victor Hugo gewidmete Erzählung "'Tausend und eine Leidenschaft' oder: Eine schreckliche Nacht" einen "Roman in einem Teil mit einem Epilog". "Ich erbebte. Die Zeit war gekommen. Ich packte Theodor krampfhaft am Arm und ging mit ihm auf die Straße. Der Himmel dunkel wie Druckerschwärze. Es war dunkel wie unter dem Hut, den man auf dem Kopfe trägt. Die dunkle Nacht ist der Tag in der Nussschale. Wir hüllten uns in unsere Mantillen und machten uns auf den Weg. Heftiger Wind fuhr uns durch Mark und Bein. Regen und Schnee - diese nassen Brüder - schlugen uns schrecklich in die Gesichter. Ungeachtet der Winterzeit, durchfurchte der Blitz den Himmel in alle Richtungen. Der Donner, grausamer, mächtiger Begleiter des wie das Zwinkern blauer Augen reizenden, gedankenschnellen Blitzes, erschütterte, Entsetzen verbreitend, die Luft. An Theodors Ohren zuckte Elektrizität. Elmsfeuer flogen krachend über unseren Köpfen. Ich blickte nach oben. Ich erbebte. Wer erbete nicht, angesichts der majestätischen Natur? Am Himmel flogen blitzende Meteore vorüber. Ich begann sie zu zählen und zählte 28."

Der Pädagoge warnte seinen Schüler. "Der Weg des Schreibenden ist von Anfang bis Ende mit Dornen, Nägeln und Brennnesseln bestückt". Doch Anton Tschechow wollte von der Idee, Schriftsteller zu werden, nicht ablassen. Ergebnis: unter anderem das vorliegende lesenswerte Bändchen.

Satire? Man muss bei einigen der durch Peter Urban (Übersetzer und Herausgeber) ausgewählten Texte schon sehr den Satire-Gehalt suchen. Meist irgendwo zwischen der Zeilen verpackt, erahnt man ihn. "Ein schlechtes Vorzeichen! - murmelte er, bleich wie ein Standbild aus carrarischem Marmor. / Der Wind stöhnte, heulte und schluchzte. ... Das Stöhnen des Windes ist das Stöhnen des Gewissens, das versunken war in schrecklichen Verbrechen. Zu unserer Seite zerstörte und verbrannte er ein achtstöckiges Haus. Ich hörte Wehklagen, das aus ihm geflogen war. Wir gingen vorüber. Stand mir der Sinn nach einem brennenden Haus, da in meiner Brust ein anderthalbes Hundert Häuser brannten? Irgendwo im Raum läutete trostlos, langsam, monoton eine Glocke. Es war ein Kampf der Elemente. Unbekannte Kräfte hatten sich der entsetzlichen Harmonie der Elemente bemächtigt. Wer sind diese Kräfte? Wird der Mensch sie je erkennen?" - Klingt doch alles sehr ernsthaft!?, in "Tausend und eine Leidenschaft".

Wie gesagt: lesen zwischen den Zeilen. Dann findet man sie, die meisterhaften Beschriebe, wie zum Beispiel oben schon zitiert, die nassen Brüder Regen und Schnee. "Ohne Regen können Menschen nicht leben, der Regen fällt aber herab auf die Erde, nicht hinauf auf den Mond" (aus: "Brief an einen gelehrten Nachbarn").

In "Ferienaufgabe der Schülerin Nadjenka N." lässt Tschechow ebenjene unter anderem auch einen Aufsatz fabrizieren. "An der Stelle, wo das Abendrot gewesen war", so Nadjenka-Anton, flog ein Zug Vögel." Das ist nicht satirisch, das ist einfach schön. "Die jungen Bäume wuchsen sehr eng, niemandes Axt hatte bisher ihre schlanken Stämme berührt, der leichte, aber beinahe undurchdringliche Schatten legte sich von dem jungen Laub aufs weiche und feine Gras, bunt durchwirkt von den goldenen Köpfchen des Hahnenfußes, den weißen Punkten der Waldglockenblumen und den himbeerfarbenen Kreuzchen der Nelken." An der Stelle kann sich Tschechow nicht verkneifen, seine Protagonistin Nadjenka den Hinweis geben zu lassen, dass dies aus der "Stille" von Iwan Turgenew "gestohlen" sei. Ganz so wie im richtigen Leben von Aufsätzen oder sonstigen Diplomarbeiten - auch heute noch.

Formal unterscheiden sich die Texte in der Sammlung stark. Alles ist vertreten, von der Prosaminiatur zum Kleinstdrama, vom Tagebucheintrag über den Brief bis hin zum Märchen - auch Listen sind aufgeführt (wobei damit der Beweis erbracht ist, dass Listen von Ben Schott, die sich vor einigen Jahren großer Beliebtheit erfreuten, nicht die ersten Versuche waren, Tabelleneinträge als Literatur wiederzugeben). Ein Beispiel einer Tschechow-Auflistung: sie ist überschrieben mit der Frage "Was begegnet einem am häufigsten in Romanen, Novellen etc.?"

Die Hauptrolle spielt der Humor. Die erste Nebenrolle nimmt der Witz ein. Die Ironie führt Regie. Das Drehbuch aber schrieb Tschechow. In diesem Sinne genießen wir diesen Episodenfilm.
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