Wir kennen es wohl alle, unsere "Träume", die darauf warten, dass wir sie verwirklichen. Martin Sage hat sich diesem Thema gewidmet. Gedanken die mich beflügelt haben, Gedanken die ich eher in Frage gestellt habe, bis zu angestaubten Gedanken oder abgegriffenen sind mir hier also begegnet, man findet sozusagen eigentlich alles, summasummarum trotzdem ein interessanter Impulsgeber, wenn auch nicht alles für bare Münze zu nehmen ist.
Auch, wenn der "Ratgeber" weder über Quellenangaben oder eine Literatur-Liste verweist, so beruft sich der Autor doch auf einen Abraham Maslow oder beispielsweise einen C.G. Jung. Ausgehend von der Grundannahme, dass wir nicht der sind, der wir zu sein glauben, geht der Autor durch verschiedene Gebiete der Seele, fast wie einer Art Landkarte der Seele, spricht von "Wächterfiguren" wie Wut oder Angst, von magischen Helfern, geht auf prägende Gefühle wie etwa Traurigkeit, Depression, Melancholie ein, was als "schwarzes Gift" daherkommt. Weg vom passiven Grübelmodus hin zur Handlungsoffensive, denn dort passiert Leben, Veränderung, Transformation.
Der Autor nimmt Manches vorweg, lässt dem Leser keinen oder nur wenig Freiraum, was mich ein wenig gestört hat. Er scheint derjenige zu sein, der es nur wirklich zu wissen glaubt, wie es nun geht, mit unserer Verwirklichung, toll dass es solche Menschen gibt. "Im Augenblick des Todes werden Sie erkennen, dass Sie sich selbst wirklich vermissen werden." Ach ja, schon die Erfahrung gemacht?
Der Satz des Buches: "Sie sind nicht der Mensch, der Sie zu sein glauben, sie sind viel näher an dem Menschen dran, der Sie gerne sein würden." Na toll, jetzt wissen wir's also.
Manches Fragwürdige ist mir da so vor die Augen getreten: "Denn ihre wahre Berufung besteht ausgerechnet darin, genau das zu tun, was sie ihr ganzes bisheriges Leben lang unbedingt vermeiden wollten." Ja, wirklich??? Oder noch besser: "Ein Herz öffnet sich dadurch, indem es gebrochen wird". Na bravo, kann ich da nur noch sagen..
Fazit: Ein interessaner Ratgeber, mit motivierenden Impulsen, t.T. eingrenzend, angestaubt, durchaus empfohlen zu lesen, manches wirkt ein wenig unprofessionell, war für mich zu sehr am Negativen orientiert, doch nicht das Credo und auch nicht bahnbrechend Neues, wer in gut abgewogenen Ausmass abzuwägen vermag, kann durchaus Kostbares und Impulsgebendes aus diesem kleinen Büchlein mitnehmen. Menschen, die sich allerdings schon stärker mit diesem Thema beschäftigt haben, dürften sich wohl gnadenlos langweilen. Für Menschen, die erst damit beginnen, kann es durchaus wertvolle Impulse bereithalten.
Das Öffnende für unsere "Innere Richtung" ist mir dabei irgendwie zu kurz gekommen, der Blick zurück in unsere prägende und dunkle Vergangenheit war mir zu stark aufgetragen. Lohnt es sich doch allemal, für dieses uns so Wichtiges Thema, DAS THEMA vielleicht überhaupt, ihm die gebührende Zeit zu widmen, unsere Träume werden sich gewürdigt fühlen...