...das frage ich mich, jetzt wo ich bereits das dritte Buch von Barbara Sher innerhalb von 2 Monaten lese. Die Autorin kommt nicht mit philosophischen Konstrukten daher, sie wird nicht mystisch oder verharrt in platten Stereotypen oder Oberflächlichkeiten: ruhig aber mit einer bestechenden Klarheit und Sicherheit stellt sie Strategien vor, anhand derer man dem Geheimnis der eigenen Probleme auf dem Erfolgssektor auf die Spur kommt. Simple Übungen helfen einem dabei herauszufinden, was man für ein Mensch ist, was einem wichtig ist und worin man gut ist. Wenn man meint, man würde sich schon kennen, dann wird man womöglich der Oberflächlichkeit dieses Wissens bewusst: denn bei wem läuft schon alles wunderbar, wenn er oder sie sich so ein Buch zulegt? Im Grunde geht es um das simple Leben, den simplen Charakter, simple Wünsche, die uns nur hochkompliziert erscheinen, weil wir die Logik darin nicht erkennen. Was hat man nicht schon alles an Ratgeberbüchern gelesen, die uns belehren wollen, verändern wollen oder einreden, dass wir einfach nur das Falsche wollen. Wie oft hat man solche Bücher schon weggelegt und fühlte sich unwohl, weil man ihnen nicht traute. Barbara Sher ist da anders: sie kommt daher wie eine weise Mutter, die einem das Leben erleichtern will und uns beibringen kann, uns wirklich kennenzulernen, um das Leben zu leben, was uns glücklich macht. Und dabei drischt sie keine leeren Phrasen: man wird angeleitet Übungen zu absolvieren, die im Grunde banal erscheinen, aber Unglaubliches zutage bringen können, wenn man sich darauf einlässt. Und auf einmal macht alles einen Sinn - warum man mit diesem gewählten Job so unglücklich ist, warum man kein Hobby durchhalten kann, warum man immer auf andere hören wollte und warum man tief im Herzen ein verzweifelter und unglücklicher Mensch war. Besonders aufschlussreich fand ich in diesem Buch die Aufgabe mit den Tätigkeiten, die man als Kind, als Jugendlicher und als junger Erwachsener am liebsten gemacht hat. Auch wenn die Tätigkeiten an sich nicht viel aussagen, man erkennt wiederkehrende Themen, die die eigentlichen Sehnsüchte betreffen. Und auf einmal kann man Rückschlüsse ziehen...und auf einmal fordert man das Recht ein, ein selbstbestimmtes Leben zu leben. Chapeau was dieses Werk angeht!