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Leb wohl, Berlin
 
 
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Leb wohl, Berlin [Taschenbuch]

Christopher Isherwood
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 250 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (1. November 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548262996
  • ISBN-13: 978-3548262994
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 271.172 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Christopher Isherwood
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Berlin zu Beginn der dreißiger Jahre: Stadt der strahlenden Boulevards und Cafehäuser, der Nachtschwärmer und Phantasten, der mächtigen Millionäre und der notleidenden Massen. Christopher Isherwoods legendärer Roman schildert das Leben in der Metropole zwischen Existenzkampf, Vergnügungssucht und dem Streben nach dem kleinen Glück, überschattet vom heraufziehenden Nationalsozialismus.

Autorenporträt

Christopher Isherwood (1904-1986) hat mit "Leb' wohl, Berlin" (Vorlage für das Musical und den Film Cabaret) eines der eindrucksvollsten Zeugnisse der Machtübernahme der Nazis hinterlassen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Wer mehr über die „Berliner Republik" erfahren will, ist mit aktuellen Buchangeboten ja hinreichend bedient. Und nicht wenige davon widmen sich ja dem fast schon mythischen Berlin der Zwanziger: Swing, Dekadenz, Sex, Drogen, Kunst und Straßenschlachten. Einer der Klassiker zu diesem Thema ist sicher Christopher Isherwoods Tagebuch seiner Jahre in Berlin. Zu Hause bei wechselnden Wirtinnen zur Untermiete, streift er durch die Stadt und begegnet dem Großbürgertum ebenso wie dem Proletariat, den Starlets ebenso wie den Halbseidenen Geschäftemachern. „Herr Issyvoo" ist zwar mittendrin, bewahrt sich aber seine staunende Distanz zu den Geschehnissen. Und trifft in seinen kurzen Portraits und Beschreibungen den Ton so gut, daß sich Berlin und der Tanz auf dem Vulkan sehr anschaulich und atmosphärisch dicht vor den Augen des Lesers aus den Ruinen der Geschichte erhebt. Dabei passiert eigentlich gar nichts aufregendes, aber der alltägliche Wahnsinn der Zwanziger sorgt auch schon für eine sehr unterhaltsame Lektüre. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Christopher Isherwood lebt als Student Anfang der Dreißiger Jahre in Berlin. Er genießt das glitzernde Nachtleben Berlins mit seinen Bars und Kneipen. Er lernt Sally Bowles kennen, eine Schauspielerin, die sich ihren Lebensunterhalt auch durch ihr "freizügiges" Leben finanziert. Er wohnt erst bei Frau Schröder, seiner neugierigen aber rührenden Hauswirtin, die sich immer den gesellschaftlichen Umständen anzupassen weiß, dann bei den Nowaks, einer Arbeiterfamilie, die in einer ärmlichen Dachgeschoßwohnung haust. Er hat Kontakt zu Bernhard, der aus einer jüdischen Unternehmerfamilie stammt. Und er beschreibt das Hin und Her in der Beziehung zwischen Otto und Peter auf Rügen.

Christopher ist meist mit anderen jungen Männern zusammen. Am Ende des Romans wird er beiläufig als "andersrum" beschimpft; er widerspricht nicht.

Der Leser lebt über 200 Seiten hinweg im Berlin der Weimarer Republik. Er trifft auf Straßen und Plätze, die er vielleicht von seinem letzten Berlin-Besuch her kennt und kann vergleichen, was sich in fast siebzig Jahren verändert hat und was geblieben ist. Isherwood beschreibt im Detail das Alltagsleben in verschiedenen sozialen Szenen und gesellschaftlichen Schichten. Die dramatischen politischen Ereignisse am Ende der Weimarer Republik fließen erst am Rande und dann immer stärker in seinen episodischen Roman mit ein. Bis er Anfang 1933 plötzlich selbst abreisen muß aus Berlin ...

Ein sehr offener Roman für alle, die für ein paar Jahre in ein Berlin reisen möchten, das es so nicht mehr gibt.

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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Uwe-Jens Has TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Ein schwuler junger Engländer kommt am Vorabend des Dritten Reichs nach
Berlin-Schöneberg, Motzstrasse. Das ist am Nollendorfplatz und ist das
Epizentrum der damals noch verbotenen Homosexuellen. Wohnt bei Frau Schröder
und das praktische daran ist: Die Frauen sprechen mit ihm von Frau zu Frau.
Und mit den Männern kann er von Mann zu Mann reden. Als Frau Schröder gehört
hat, dass er mal Medizin studiert hat, erzählt sie ihm sofort von ihren Sorgen
mit ihrem umfangreichen Busen und wie sie den verkleinern möchte.

Es wohnen noch weitere Leute in der Pension Schröder und eine , die immer ganz
züchtig die Augen niederschlägt, wenn er ihr auf dem Weg zum Bad begegnet,
aus dem sie gerade kommt, geht auf 'n Strich. Er gibt Englischunterricht bei
reichen Damen in Grunewald. Eine Schülerin schildert er so:
'Sie ist mir gegenüber neugierig, aber nur wie eine Kuh, die ihren Kopf durch
ein Gattertor steckt. Es liegt ihr im Grunde nichts daran, dass das Tor geöffnet werde.'

Es ist ein Episodenroman und die Kapitel heissen:

I Berliner Tagebuch
II Sally Bowles
III Auf Rügen
IV Die Nowaks
V Die Landauers
VI Berliner Tagebuch

Durch seinen unvoreingenommenen Blick als Engländer, seine Beobachtungsgabe als
Schriftsteller, seine intellektuellen Freunde, darunter W.H.Auden und Stephen
Spender und last but not least durch seine schwulen Kontakte, und seine Englisch-
stunden bekommt er ein gutes Bild vom Berlin am Vorabend des grossen Unglücks.
Wie, welches Unglück ?

Er fährt nach Rügen:
'Neulich sah ich ein splitternacktes etwa fünfjähriges Kind , das mit geschulterter
Hakenkreuzfahne mutterseelenallein vor sich hinmarschierte und ' Deutschland Deutschland
über alles' sang.'

Er zieht öfter um und wie die soziale Wirklichkeit in Kreuzberg am Kottbusser Tor aussah,
zeigt der Weg zum Klo den man abends zu bewältigen hatte:

Auf vier Wohnungen kam eine Toilette und seine lag einen Stock tiefer:
' Wenn ich vor dem Schlafgengehen ein Bedürfnis hatte, musste ich eine wahre Reise unternehmen :
durch das dunkle Wohnzimmer zur Küche, um den Tisch herum, ohne gegen das Kopfende von Nowaks
Bett anzurennen oder gegen das Bett zu stossen, in dem Lothar und Grete schliefen. Wie vorsich-
tig ich mich auch bewegte, - Frau Nowak wachte immer auf;
sie schien mich im Dunkeln zu sehen und brachte mich durch höfliche Anweisungen in Verlegenheit:
'Nein, Herr Christoph, nicht da, - bitte. Links in den Eimer am Herd.'

Er hat einen Freund, Peter, der durch Europa reist, um sich psychoanalytisch behandeln zu lassen.
Und er hat ' seinen' Freund, Otto, ein echtes berliner Proletarierkind.

Peter: 'Otto war ganz entsetzt, als ich ihm von dem Analytiker erzählte.
'Was?', sagte er, 'Sie geben dem Mann fünfzehn Mark am Tag, damit er sich von Ihnen was erzählen
lässt? Geben Sie mir zehn, und ich erzähl' Ihnen den ganzen Tag was und die Nacht noch dazu!'
Peter schüttelte sich vor Lachen, lief puterrot an und rang die Hände.

So merkwürdig es klingt: Es war garnicht so töricht von Otto , an Stelle des Analytikers
sich anzubieten. Wie viele durchaus sinnliche Menschen verfügt er über eine beträchtliche
instinktive Heilfähigkeit- sofern er sich dazu entschliesst, sie zu gebrauchen. Dann be-
handelt er Peter unfehlbar richtig.

Sitzt Peter zum Beispiel zusammengekrümmt am Tisch, den herabgezogenen Mund von kindlicher
Angst verzerrt, ein vollendetes Abbild seiner verdrehten, kostspieligen Erziehung, dann
kommt Otto herein, grinst, macht seine Grübchen, stolpert über einen Stuhl, gibt Peter
einen Klaps auf den Rücken, reibt sich die Hände und sagt albern:
' Ja, ja... so ist die Sache!'.

Im Nu ist Peter wie verwandelt. Er entspannt sich, nimmt wieder eine natürliche Haltung an;
sein Mund ist nicht mehr so verkniffen, seine Augen verlieren den gehetzten Blick . Solange
der Zauber wirksam ist, macht er durchaus den Eindruck eines normalen Menschen.'

So, jetzt erstmal wieder den Soundtrack von 'Cabaret'
reinziehen. Ladies & Gents, I beg Your Pardon.
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