Einen Stern bekommt das Messer von mir für die Austattung. Hier merkt man, dass Leatherman in der Produktentwicklung grundsätzlich Leute sitzen hat, die wissen, was sinnvoll und zweckmäßig ist. Den Aufbrechhaken sucht man bei anderen Herstellern vergebens und auch der integrierte Schleifstab ist eine hervorragende Idee. Dazu gibt es dann auch noch ein perfekt durchdachtes Lederholster, das problemlos mit einer Hand zu bedienen ist.
Einen zweiten Stern gibt's für das Material. Ein Stahl dieser Güte ist zu dem Preis sonst kaum zu finden. Ebenso von tadelloser Qualität ist das Lederholster.
Ein dritter Stern für die Verarbeitung des Messers [und nur des Messers - siehe Minus-Punkte]. Alles passt, nichts wackelt - einwandfreie Qualität.
Doch nun zu den bedauerlichen negativen Punkten:
Das erste Minus gibt es für den Sitz des integrierten Schleifstabes. Dieser ist so lose, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis er irgendwann herausrutscht und verloren geht. Die Sicherung soll durch einen am Schleifstab außen liegenden Gummiring sichergestellt werden. Hier täte der Hersteller gut daran, diesen Ring im Durchmesser einen halben Millimeter dicker auszuführen. Denn Messer sind Werkzeuge !!! Wenn man mit dem Klamath richtig arbeitet, geht einem schnell der viel zu lose Stab auf den Wecker, der sich beim kräftigen Anpacken des Griffes immer wieder verselbständigt. Schnell hat man die Nase so voll, dass man den Stab lieber entfernt und lose in die Tasche steckt. Eine weitere Alternative wäre auch noch, wenn Leatherman auf den Schnickschnack völlig verzichtet, den Stab in den Messergriff zu integrieren. Besser wäre ein kleines Zusatzfach im Holster - nur wenige werden das Messer ohne Holster verwenden.
Und nun zum zweiten und fettesten Minus, das ein Messer sich nur einfangen kann. Vor allem sollte ein Messer eines sein: SCHARF ! Besonders ein Jagdmesser. Bisher war ich diesbezüglich von Leatherman sehr begeistert [mit den Messern meines Supertools kann ich mich rasieren]. Was der Hersteller sich aber beim Klamath gedacht hat, kann ich nicht nachvollziehen. Selbst mein schon recht betagtes [billiges] Herbertz ist nach Jahren regelmäßiger Nutzung noch um einiges schärfer, als das, was Leatherman hier als Hightech-Produkt geliefert hat. Es hat fast was von einem [ungeschliffenen] Kindermesser.
Sorry - aber ein hochpreisiges Jagdmesser, das - um es seinem Zweck entsprechend nutzbar zu machen - erst mal für viel Geld den Weg zum Profi-Messerschleifer antreten muss, ist nahe am Flop und angesichts der Tatsache, dass Leatherman mit anderen Produkten bewiesen hat, dass sie es besser können, eine herbe Enttäuschung.