Perfume Genius, das ist Mike Hadreas aus Seattle. Ich wurde auf dieses eher wenig besprochene Album aufmerksam, als ich von Vergleichen mit u.a. Nick Drake hörte.
Nun, es ist wirklich schwierig, hier die richtigen Worte zu finden. Die Songs sind allsamt spärlich instrumentiert, viel Piano, sehr, sehr ruhig, fast schon sphärisch, extrem fragil und textlich sehr traurig-bizarr. Es sind Songs, für die man in der Stimmung sein muß. In der richtigen, heißt, am besten in einer tiefen Depression. Wobei ich nicht den Eindruck erwecken will, das die Musik düster sei. Irgendwie ist sie das gar nicht, die Melodien sind warm, sogar ein wenig strahlend, mit 'nem kleinen Lächeln. Die Musik kann man am besten vielleicht als Folk bezeichnen, so in der Art Elliott Smith. Ich erwähnte Sphärisch, und genau das ist mein Problem, so erstklassig auch die Texte sein mögen, die Songs verlieren sich manchmal, ähneln sich sehr. Letzteres sehe ich als den größten Schwachpunkt des Albums. Auch das Hadreas seine Stimme meist mit leichtem Hall unterlegt ist nicht so mein Ding. Aber wie gesagt, man braucht die passende Stimmung, die hab ich z. zt. wohl nicht.
Den Nick Drake Vergleich finde ich übrigens dann doch etwas weit hervorgeholt. Das Album ist Zeugnis einer tiefen Traurigkeit, doch das allein macht noch kein Meisterwerk. Trotz allem hab ich das Werk oft im Player, also irgendwie muß es mir wohl doch ziemlich zusagen. Bestimmt nicht jedermanns Sache, aber als Soundtrack für die nächste Depression perfekt geeignet.