Wie sehr habe ich doch die ersten zehn Bücher der Reihe genossen! Schnell gelesen und auch den Wunsch gehabt, sie nochmals (und nochmals ...) zu lesen. Eleven on Top war noch halbwegs okay, Twelve sharp löste bereits die Reaktion aus: Hoffentlich ist das nächste Buch besser.
Ist es nicht! Lean Mean Thirteen ist eine Aneinanderreihung von bereits x-mal Dagewesenem in äußerst leicht abgewandelter Form. Alles, was mal spannend und/oder erheiternd gewesen ist, verliert, weil es bis zur gähnenden Langeweile in Endlosschleife wiederholt wird. Es gibt Untersuchungen darüber, warum manche Fernsehserien gut ankommen, andere nicht. Das Geheimnis ist "Entwicklung". Wenn die handelnden Personen sich weiterentwickeln, dann finden die Zuschauer dies interessanter und spannender, als wenn der status quo aufrechterhalten wird.
Und die fehlende Entwicklung in der Stephanie Plum-Serie sorgt mE dafür, dass die Charaktere unsympathisch werden. Sie sind nicht lernfähig und dadurch lösen sie (zumindest bei mir) ein Gefühl der Ungeduld und des Unverständnisses aus. Ich weiß, dass es sich bei diesen Büchern um leichte Unterhaltung handelt, aber da ist es gescheiter, die früheren Bücher mehrmals zu lesen, hat man mehr davon. Jetzt frage ich mich manchmal, ob das Gehirn der guten Stephanie aufgrund der Tatsache, dass sie in letzter Zeit sehr oft mittels Stungun außer Gefecht gesetzt wurde, nicht doch darunter gelitten hat ...
Die einzige Entwicklung, die ich feststellen kann, geht ins Negative. War Stephanie in den ersten Büchern eine Frau, die es schafft für sich selbst zu sorgen, ihre Ängste zu überwinden, kurz: ihre Frau zu stehen, so ist sie jetzt in einer Situation, in der sie ständig von Männern (abwechselnd Ranger und Morelli) beschützt werden muss. Sie versucht sich zwar dieser "Bevormundung" zu entziehen, wirkt aber dadurch wie ein Kind im Trotzalter. Das nenne ich jedenfalls echt einen Rückschritt.
Die Dreiecksgeschichte zwischen Stephanie, Ranger und Morelli bräuchte endlich eine Lösung, wie auch immer, und wirkt mittlerweile (ohne moralisch zu werten, denn anfänglich fand ich die Sache durchaus interessant) ziemlich schmuddelig und (da es sich ja angeblich um zwei Alphamännchen handelt) völlig unglaubwürdig.
Ich gebe allerdings noch nicht ganz auf, nächstes Mal werde ich aber auf die billige Taschenbuchausgabe warten.