Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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48 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wenn Sie Northcote Parkinson mochten, werden Sie dieses Buch lieben, 1. Juli 2006
Gunter Duecks neuestes Management-Buch ist sein bisher schwärzestes, bösestes und - so finde ich - bestes. Brillant ätzend und zwingend schlüssig wird seine neueste Erkenntnis, das Lean Brain Konzept dargelegt: Komplexe Organisationen, wie Behörden, Konzerne, das Gesundheitswesen, selbst die Kirchen leiden unter Erfolgszwang und Kostendruck. Sie scheitern daran, daß die Menschen, mit denen sie es in Form von Mitarbeitern und Kunden zu tun haben, viel zu viele Fehler machen. Nachdem man die Produktion durch Mechanisierung und elektronische Überwachung sowie durch Antreiben verschlankt hat, und die Produkte durch Verwässern verbilligt hat, wird nun an der Intelligenz gespart. Hier liegt tatsächlich noch ein gewaltiges Potential.
Menschliche Intelligenz ist teuer, es kostet viel Mühe und Geld, einen Menschen zum Denken zu bringen und dann reagiert er zum Dank dafür auch noch unvorhersehbar. Intelligente Menschen machen immer neue Fehler. So etwas stört aber den Ablauf im System. Daher darf die Intelligenz (das Brain) nur noch im Aufbau des Systes liegen, aber keinesfalls mehr von den gewöhnlichen Menschen ausgeübt werden. Alle Arbeitsabläufe müssen narrensicher gemacht werden durch kleinste, präzise idiotensichere Schritte mit genauesten Anweisungen. Genau wie beim Rum kann in den meisten Fällen auch bei der Intelligenz der billige Verschnitt das Echte ersetzen. So reicht es vollkommen aus, für die standardisierte Arbeit austauschbare Billigkräfte einzusetzen wo es früher gebildete und intelligente Menschen brauchte. Es genügt, echte menschliche Wärme durch automatische Freundlichkeit beim Grüßen zu ersetzen und Unfähigkeit durch schleimiges Entschuldigen.
Durch systematisches Verdummen mittels Lean Brain Management können alle erlöst werden. Die Kirchen, denen die steuerzahlenden Gläubigen weglaufen, die Armee, die über uralte Ausrüstung klagt, das pisagescholtene Schul- und Bildungssystem, das krisengeschüttelte Gesundheitswesen, der über Geldmangel klagende Wissenschaftsbetrieb, die Politik und die Medien. Man muß nur Intelligenz in die Abläufe bringen und das Produkt verwässern und schon ist man gerettet. Lean Brain Management funktioniert schon lange beim Kochen, wo das Fertiggericht regiert, und demnächst auch beim Sex.
Am effektivsten wird das System natürlich, wenn man die Arbeit gleich ganz vom Kunden machen läßt und ihm von dem gewonnenen Einsparpotential nur ein Almosen zukommen läßt. Die lästige Verantwortung, wenn dann beim Kunden vor Ort etwas schiefgeht, hat man damit auch gleich los. Sie halten das für eine Frechheit und eine Utopie? Irrtum, das gibt es schon längst. Ein schwedisches Möbelhaus läßt seine Kunden schon heute ganz selbstverständlich ihre Einbauküchen selbst planen, abholen und zusammenschrauben. Der Firmeneigentümer ist zu einem der reichsten Männer der Welt geworden. Banken lassen ihre Kunden das Geldabheben und die Überweisungen selbst am Automaten durchführen und dafür vor der Filiale draußen im Regen stehen.
Dueck geht aber noch etwas weiter. Er zeigt mit Lean Brain Management auf, wohin unsere Gesellschaft geht und entlarvt die kommenden Fehlentwicklungen mit scharfem Blick. Im letzten Teil seines Buches entwirft er eine "Zukunftsperspektive" für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Sein herrlich böses Buch hat das Zeug zum Klassiker und wird bald von der Wirklichkeit eingeholt werden.
Gunter Duecks Bücher sind ein Leckerbissen für alle, die im Management tätig sein müssen oder darunter leiden. Sein neuestes Buch ist das ideale Geschenk für alle, die in großen Organisationen beschäftigt sind, oder diese führen müssen.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Aus dem Leben gegriffen, 15. März 2007
Lange habe ich gedacht, das siehst du nur zu pessimistisch aber jetzt weiss ich: Ich bin zu intelligent ! ;) Heute ist Grips und Talent nicht mehr gefragt. Können kostet und heute will man(ager) nicht mehr Qualität und gute Arbeit sondern sparen, sparen ,sparen, sparen.
Und die Betriebsblindheit, das nicht sehen wollen des offensichtlichen hat Gunter Dueck wunderbar in dieses Buch verpackt. Eine köstliche Satire, die sicherlich manch ein Manager für bare Münze nehmen wird.
Unbedingt lesen, wenn man mal wieder das Gefühl hat, man wird zu Tode gespart.
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfach brillant!, 19. September 2006
Vorsicht Satire! Gunther Duecks Überlegungen, wie sich die Intelligenz aus der modernen Gesellschaft möglichst schnell und umfassend hinausbefördern lässt, sind nicht nur überaus witzig, sondern sie besitzen auch - und das ist Bestandteil jeder guten Satire - einen wahren Kern. Ist es nicht so, dass wir längst von Idioten am PC, inkompetenten Callcenter-Agents, bürokratischen Umstandskrämern und egomanischen Managern umgeben sind? Dueck denkt diese Entwicklung zu Ende und treibt sie auf die Spitze: Im Namen der Effizienz, weg mit der Intelligenz! Sie kostet nur, und in ihrer typischen Ausprägung als Amateurintelligenz richtet sie noch mehr Schaden an als die schiere Dummheit. Das Echte und Wahre ist längst out, der Siegeszug des Gefälschten und Nachgemachten ist nicht mehr aufzuhalten, diagnostiziert Dueck. Die eine oder andere Redundanz verzeiht man dem Autor gern. Denn selbst wenn sein Buch nur ein Fake der altehrwürdigen Originalidee "Brot und Spiele" ist - also die Menschen konsequent zu verdummen, um eine perfekte Gesellschaft zu schaffen -; blendend unterhalten hat es uns. Wir empfehlen dieses Werk deshalb uneingeschränkt allen Lesern, besonders Managern, die böse Satiren lieben und die unentwegt auf der Suche nach dem ultimativen Verbesserungsvorschlag sind. Hier könnten sich ihnen endgültig die Augen öffnen.
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