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5.0 von 5 Sternen
"Huhurrh. Hallo, Alterchen. Kuckuck. Willkommen in England.", 31. März 2007
Rezension bezieht sich auf: The League of Extraordinary Gentlemen 02 (Taschenbuch)
Die Marsianer greifen an! Aus ihrem Reich auf dem roten Planeten vertrieben, machen sich die bösartigen Außerirdischen daran, die Welt der Liga im Jahre 1898 mit ihren dreibeinigen Maschinen(von den unkundigen Menschen Melkschemel" gerufen) zu erobern. Nur die Liga unter Mina Murrays Führung ist in der Lage die Invasion zu stoppen. Doch dies scheint zum scheitern verdammt zu sein, gibt es doch einen Verräter in den eigenen Reihen. Zwei Jahre hatte das Team Alan Moore und Kevin O'Neill gebraucht um die zweite Miniserie ihrer viktorianischen Heldentruppe anzufertigen und dies hat ihr auch qualitativ gut getan. Denn ihre Version des Krieges der Welten" von H.G. Wells schlägt den ersten Band schon alleine thematisch. Ging es im ersten Band um reines Abenteuer mit der abschließenden Konfrontation mit dem Erzbösewicht so übt die vorliegende Geschichte, ganz im Sinne der Vorlage, klare Gesellschaftskritik. Die Zivilisation zerfällt langsam aber sicher, aus zur Schau getragener Gleichgültigkeit wird Furcht und daraus folgt Resignation der sich übermäßiger Alkoholkonsum und verzweifelt ausgelebte Triebhaftigkeit anschließen. Die auf ihre Vernunft und Intelligenz stolzen Engländer fallen zurück auf eine tiergleiche Stufe, legen alle Vernunft ab und werden sichtlich nihilistischer, was durch die Figur des Mister Hyde- der neben Mina Murray und Alan Quartermain, die eigentliche Hauptfigur stellt- perfekt im fünften Kapitel(von sechs) auf die Spitze getrieben wird, unterstützt von Verweisen auf der Wind in den Weiden" von Kenneth Grahame. Wenn sich das Ganze sehr düster liest, so möchte ich es hiermit noch einmal bestätigen. Trotz des teilweise Cartoonhaften Zeichenstils Kevin O'Neills ist Krieg der Welten nichts für zartbesaitete Naturen, dafür ist die Thematik zu düster. Dabei ist nicht alles hoffnungslos, denn trotz des nahen(oder vielleicht genau wegen) Weltuntergangs finden- soviel sei vorneweg genommen- zwei Mitglieder der Liga zueinander. Nichtsdestotrotz sollte man kein Happy End erwarten. War's das? Mitnichten, denn das eigentliche Kernstück ist der drangehangene Reiseführer" in dem nahezu jeder erforschte Fleck der Ligawelt kurz beschrieben wird und sich dann insgesamt zu einem großen Ganzen zusammenfügt. Lesefaule Naturen, sollten wohl einen großen Bogen um die Lektüre dieses eng bedruckten und vollgepackten Monsters machen, auch wenn es ihnen das Verständnis für den Nachfolgeband The Black Dossier" ungemein erleichtern wird, alle anderen dürfen ihr fiktionales Allgemeinwissen prüfen und erfreuen sich an den vielen kleinen Verweisen auf H.P. Lovecrafts Cthulhu Mythos", den Werken von H.G. Wells, Robert E. Howards Conan, der altchinesischen Sage um den Affenkönig und vielen mehr. Die Welt der Liga ist eine Welt voller Wunder und dieser Reiseführer ermöglicht es einen teilweise diese zu erforschen, auch wenn noch mal angemerkt werden sollte, dass dessen Lektüre viel mehr Zeit beanspruchen wird als der eigentliche Comic. Auch hier wieder eine klare Kaufempfehlung für Liebhaber der Literatur, Fans von Alan Moore und diejenigen die das Eine wie das Andere noch werden wollen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Diesmal keine Verfilmung, 1. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: The League of Extraordinary Gentlemen 02 (Taschenbuch)
Es heißt, dass Moore mit der Verfilmung seiner "League of Extraordinary Gentlemen" keinesfalls glücklich war, insbesondere, da diese wohl eher dem Format Hollywood als der Idee der Vorlage entsprach. Daher gibt es jetzt den zweiten Teil nach der Devise: Alles, was Hollywood noch nie in einem Film sehen wollte. So gibt es viel Gewalt, auch gegen Frauen und innerhalb der Gruppe, es gibt kein Happy End, die Liebesgeschichte wird nicht durch Attraktivität der Protagonisten (trotz der expliziten Darstellung von Sex) befördert und am Ende steht nicht nur ein Triumph mit moralischen Fragezeichen, sondern auch noch ein zutiefst pessimistischer Blick auf das weitere Geschehen (wenn es überhaupt eine Fortsetzung geben sollte). Ist die fehlende Verfilmbarkeit ein Vorteil? Sicher nicht allein. So ist gegenüber dem ersten Band die Faszination für die viktorianische Welt und ihre Literatur nicht mehr ganz so umwerfend, unter anderem weil doch sehr viel der Handlung nur einem Buch entnommen ist, nämlich War of the Worlds von H.G. Wells. Zwar ein Klassiber, sicher auch eine überzeugende Story, aber beim ersten Teil war ja gerade die gleichwertige Integration verschiedener Vorlagen der Witz. Hier nur eine der Vorlagen in den Mittelpunkt zu stellen, reduziert die Wirkung des Buches auf den Leser. Andererseits: Das Buch ist wirklich etwas für die Fans des Düsteren, der Zivilisationskritik mit geschichtlichem Hintergrund, die Welt der League steuert den Katastrophen des 20. Jahrhunderts noch viel schneller entgegen als die reale Welt vom Ende des 19. Jahrhunderts in die Katastrophe des ersten Weltkriegs. Und hier finde ich Moore wieder genial, wie er dieses Setup nutzt, um die Welt und mit ihr den Leser an den Abgrund zu führen. Die Charaktäre werden weiterentwickelt, es entstehen Konflikte und Bündnisse, aber die Stärke und Schwäche der Charaktäre äußert sich in Schlüsselsituationen auch immer wieder darin, dass allein gehandelt wird, ohne Abstimmung und Information der anderen oder auch nur Rücksicht auf sie, weil die Protagonisten schlüssig nur eine Handlungsalternative als moralisch geboten ansehen - sie leben in einer Welt mit einem unbedingten, persönlichen, ethischem und moralischen Rigoroismus. Gebrochene Superhelden auf dem Höhepunkt ihres Wirkens. Das sind für mich die Höhepunkte des Buches.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
H.G. Wells leicht abgewandelt......., 10. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: The League of Extraordinary Gentlemen 02 (Taschenbuch)
sehr guter 2. band, der wahre genuß erschließt sich dem leser aber nur, sofern er das als vorlage dienende buch von H.G.Wells gelesen hat. mir persönlich gefallen diese anspielungen, es regt die phantasie an, und auch ein glückwunsch also an die autoren. andererseits wußte ich recht früh, wer diesmal der mysteriöse Mr. M ist, dessen hilfe sie benötigen und der auf einer insel experimente mit lebewesen durchführt. optisch wie immer grandios, die erzählweise ist etwas anders, einerseits opulente bilder, die in sergio leone hafter langsamkeit spannungsbögen aufbauen, dann wieder sehr schnell. insgesamt trotz bekannter geschichte einige interessante hineingeflochtene details (ohne zuviel verraten zu wollen: sex und eine etwas ungewöhnliche vergewaltigung..... ), die dieses comic lesenswert machen. selber lesen!
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