Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine postmoderne Zeitreise, 13. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: The League of Extraordinary Gentlemen 01. (Dt. Ausgabe) (Taschenbuch)
Die League of Extraordinary Gentlemen gehört zweifelsohne zu den Besseren Serien von Alan Moores vielgelobtem Label 'America's Best Comics'. Die Protagonisten sind allesamt berühmte literarische Figuren des 19. Jahrhunderts, unter ihnen finden sich solch bekannte Namen wie Sherlock Holmes, Dr. Jekyll oder Kapitän Nemo. Sie alle treffen vor dem Hintergrund eines bizarren viktorianischen Englands zusammen, das mit seiner eigentümlichen Architektur und seinen zwielichtigen Bewohnern an eine moderne Großstadt des 21. Jahrhunderts erinnert. Von einem geheimnisvollen Auftraggeber zusammengerufen, beginnen die berühmten Protagonisten eine haarsträubende Reise quer über den Globus und müssen sich dabei nicht nur verrückter Wissenschaftler und blutrünstiger Monster erwehren, sondern vor allem auch einander, denn keiner aus der bunt zusammengewürfelten Truppe traut dem Anderen. Der Comic ist konzipiert als eine Hommage an Bücher im Stile von Jules Verne, die mit ihrer rasanten und actionorientierten Erzählweise oft als Vorläufer des heutigen Comics genannt werden. Aus diesem Potential schöpft Moore eine originelle Geschichte, die zwar nicht den literarischen Tiefgang von "From Hell" oder "Watchmen" erreicht, sondern in erster Linie Spaß machen soll. Die zahlreichen Anspielungen auf alte Abenteuergeschichten sind ansprechend, die teils ins surrealistische überspitzten Zeichnungen von O'Neill tun ihr Übriges um League of Extraordinary Gentlemen ein einmaliges Flair zu verleihen, weshalb der Comic in keiner guten Sammlung fehlen sollte. Hinweis am Rande: 'Blade'-Regisseur Stephen Norrington plant eine Verfilmung des Comics mit Sean Connery in der Hauptrolle.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kunst und Comic, 27. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: The League of Extraordinary Gentlemen 01. (Dt. Ausgabe) (Taschenbuch)
Liebevoll - das ist das beste Wort, was mir einfällt, um die Bearbeitung der berühmtesten Charaktäre aus der Trivialliteratur vom Ende des 19. Jahrhunderts durch die Autoren zu beschreiben. So werden in diesem Comic nicht nur die Personen aus Romanen wie 20.000 Meilen unter dem Meer, The Final Problem, Dr. Jeckyll und Mr. Hyde, Dracula in einer Geschichte zusammengeführt. Es gelingt vielmehr auch, den ohnehin schon spannenden Protagonisten neue Seiten abzugewinnen, die Personen entwickeln sich im Lauf der Handlung weiter, sie interagieren und wachsen dadurch über sich hinaus. Das Ergebnis ist wie bei einem guten Roman, man kann das Buch kaum beiseite legen, weil jede neue Seite neue Spannung verspricht. So ist League of Extraordinary Gentlemen ein Buch, dass nicht nur von den Referenzen zu den Werken des 19. Jahrhunderts lebt, sondern eine eigene kreative Geschichte erzählt, und damit geht es auch weit über den gleichnamigen Film hinaus, der nach den Motiven des Comics gedreht worden ist, aber wohl kaum die Zustimmung der Autoren gefunden hat. Auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig für einen aktuellen Comic erscheint der Stil der Zeichnungen, er wirkt antiquiert im Vergleich zu den glatten, aktuellen Superheldenstories. Die eher halbrealistischen Zeichnungen unterstützten jedoch die Atmosphäre der Handlung, und wer mehrere der Werke von Moore gelesen hat, dem wird auffallen, dass das Artwork immer dem Thema präzise angepasst ist und dass damit ein großer Teil der künstlerischen Wirkung erzielt wird. Hier sind die Bilder mehr als nur eine Illustration der Handlung. Ein kleiner Tip noch für die Fans. Wer - wie ich - bisher kein Experte für die Literatur des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist, wird "Heroes and Monsters" von Jess Nevins sehr hilfreich finden. Hier sind alle Referenzen und Anspielungen systematisch Bild für Bild aufgelistet und erklärt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine einmalige Angelegenheit, 6. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: The League of Extraordinary Gentlemen 01. (Dt. Ausgabe) (Taschenbuch)
Alan Moore eröffnet einen neues faszinierendes Abenteuer. Ein chinesischer Doktor klaut das Cavorit, ein Art Metall das alles zum Fliegen bringen kann. Der Doc will natürlich die Weltherrschaft an sich reißen, was der Campion Bond verhindern will. Im Dienste von seinem geheimnisvollen Auftraggeber M stellt er die Liga der außergewöhnlichen Gentleman zusammen um das Cavorit zu finden. Doch die Dinge sind noch nicht mal annähernd so wie sie scheinen und die Liga findet sich mitten in einem alten Intrigenspiel wieder das seine Fäden bis in die Gegenwart zieht..... Alan Moore baut ein ungewöhnliches Heldenteam auf, das zunächst miteinander nichts gemeinsam hat. Dabei geht er wesentlich rauer vor als in Band 2. Mr Hyde ist ein einzige Naturgewalt, er wendet Gewalt in allen Formen an und zerfetzt seine Gegner regelrecht in der Luft. Selbst der Unsichtbare geht hier zynisch, eiskalt und unberechenbar mit seinen Feinden um. Im Gegensatz zu Band 2 agiert hier die Liga eher aktiver, sie greift mehr ins Geschehen ein was für deutlich mehr Action sorgt. Sie bleibt nur selten passiv, was mir besser gefallen hat als in Band 2. Die einzelnen Charaktere sind gut ausgearbeitet, jedem nimmt man seine Rolle ab. Zudem sorgt der schwarze Humor immer wieder für Lacher, z. B. wenn sich der Unsichtbare als Heiliger Geist in einem Mädcheninternat gütig tut oder Quatermain es nicht vermeiden kann unter Miss Murray's Rock zu sehen. Alan Moore schafft es ein ungleiches Heldenteam zu schaffen das über seine Unterschiedlichkeit hinaus doch als Team arbeitet. Die Charaktere sind nicht gottgleich wie bsp. die JLA, sie sind menschlich. Jeder hat seine Sorgen und genug Leichen im Keller, bei Hyde kann man das ruhig wörtlich nehmen. Die Liga der außergewöhnlichen Gentleman ist als Comic ein wahrer Genuss, der dazugehörige Film kann da echt einpacken in jeder Beziehung. Kauft euch diesen Comic, er ist jeden Cent wert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
|