Le Tour 2 ist nichts für Menschen, die Trübsal blasen wollen, denn 17 mitreißend leichtsinnige Tanzflächenknaller lassen den Gallier mit einem durchgehen. Ein durchwegs energetisches Tempo drängt den letzten Rest der ach so französischen Melancholie liebevoll an den Rand, wenn davon überhaupt noch etwas übrig bleibt.
Die Mischung der unterschiedlichen Musikgenres auf dieser CD ist wild, doch dank des gekonnten Aufbaus nicht willkürlich. Aber nicht nur der Kompilator, auch die einzelnen Bands beweisen ein lockeres Händchen beim Stilmix: In Sanseverinos „Frida" trifft Swing auf Chanson, Java („Sex, accordéon et alcool") reimt Rap auf Musette, in Sawt el Atlas' „Ne me jugez pas" verhüllt sich Textkitsch in angepoppten Raï („Aïcha"-verdächtig!) und in Kanas Ohrwurm „Plantation" vermengen sich Reggae und Gartenkunde.
Kurz, wer Abwechslung liebt, muss weder frankophon noch -phil sein, um dem Charme von Le Tour 2 zu verfallen - ist man es doch, tant pis!