Endlich eine grundlegende Pädagogik-kritik!
Landläufig gehen unsere Pädagogen von Gegensätzlichkeiten wie "wissend/unwissend","ignorant/belesen" etc. aus. Sie schaffen mit Hilfe ihrer Methode der Didaktik damit stetig Abhängigkeit und zementieren sie, indem sie sich in der Rolle des Wissenden sehen und das Kind als das zu Belehrende verstehen. Jacques Rancière kehrt den Spiess um und zeigt, dass Lernen auch selbstbestimmt sein kann. Ein Kind muss nicht, es will lernen, weil es neugierig und weltoffen ist.
Lernen kann ihm Selbstvertrauen und Unabhängigkeit bringen, sofern es ihm nicht von den Pädagogen vergrault wird. Anhand einer Professorenfigur aus dem 19. Jahrhundert entwickelt Rancière eine Theore des befreienden lebensbejahenden Lernens, welches das Kind zum Subjekt ernennt und nicht zum pädagogisch zu behandelnden Objekt degradiert.