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TOP 500 REZENSENTam 21. Juni 2012
Von den Schriften Paul Lafargues dürfte die über das Recht auf Faulheit die bekannteste sein. Er kritisiert darin die bürgerliche Arbeitsmoral einschließlich des Fortschrittsbegriffs, die zeitgenössische Ausbeutung mit ihren hohen Arbeitszeiten sowie die Folgen der Überproduktion. In der Sowjetunion und in der DDR war sie verboten, in Castros Kuba aber zugelassen, denn schließlich war Lafargue auf Kuba aufgewachsen.
Lafargue war einer der bedeutendsten französischen Sozialisten des 19. Jahrhunderts. Als politischer Flüchtling traf er in London auf Karl Marx, der bald merkte, daß sich Lafargue noch mehr für Laura, die mittlere seiner drei Töchter, interessierte. Karl Marx mußte den Heißsporn aus dem Süden mit der dunkleren Hautfarbe erst einmal abkühlen und versuchte ihm klarzumachen, daß sich sich "wahre Liebe in Zurückhaltung, Bescheidenheit und sogar Schüchternheit des Verliebten gegenüber dem Idol" zum Ausdruck bringt. "Falls sich Ihre Liebe zu ihr nicht in der Form zu äußern vermag, wie es dem Londoner Breitengrad entspricht, werden Sie sich damit abfinden müssen, sie aus der Entfernung zu lieben", schreibt er ihm am 15.8.1866. Spitz- und Kosenamen waren bei den Marxens sehr beliebt. Wegen seiner pechschwarzen Haare und seines dunklen Teints war Marx bei seinen Töchtern der "Mohr" und da ein Großelter Lafargues afrikanischer Herkunft war, sprach Marx über seinen Schwiegersohn und studierten Mediziner Paul als „medizinischen Kreolen“, „N.g.r“ und „Gorilla“. Diese Ausdrucksweise war rauh, aber herzlich und keinesfalls rassistisch motiviert.

So wie man Marxens Äußerungen falsch auslegen kann, kann man auch einiges in dieser humorvollen Schrift mißverstehen. Die persönlichen Erinnerungen Paul Lafargues zu Karl Marx, die man in der Online-Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung library.fes.de findet, erhellen das. Dort beschreibt Lafargue Karl Marx als liebevollen Vater, der überhaupt nicht autoritär gewesen sei. Dabei hatte Marx der Verlobung seiner jüngsten Tochter Eleanor mit dem aus Frankreich geflüchteten Prosper Lissagaray, der den Marx-Eltern zu aufbrausend erschien und der doppelt so alt war wie Eleanor, erst zugestimmt, als dieser selber Zweifel kamen. Nach Lafargue hätte Marx nie auch nur den Schatten einer väterlichen Autorität geltend gemacht. „Er befahl ihnen nie, sondern bat sie um das Gewünschte wie um eine Gefälligkeit, aber er legte ihnen nahe, das zu unterlassen, was er verbieten wollte.“ Wenn das nicht ein Musterbeispiel feiner Ironie ist ;-).

Ein bekanntes, aber in dieser Form mißverständliches Zitat im Kontext Arbeit, das Lafargue wohl aus der Karibik mitbrachte, lautet: „Wenn die Arbeit etwas Schönes und Erfreuliches wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen." Dies ist so irreführend wie klamaukhaft. In den Erinnerungen an Karl Marx heißt es bei Lafargue nämlich, daß Marx sonntags nicht arbeiten d u r f t e: „Sonntags ließen seine Töchter nicht zu, daß er arbeitete, er gehörte ihnen dann für den ganzen Tag.“ Tja, Arbeit ist halt nicht gleich Arbeit. Hundert Jahre, meinte Lafargue weiter, hätte Marx leben müssen, um seine ganze geplante Arbeit zu Ende bringen. Die englische Ausgabe findet man übrigens auf marxists.org/archive/lafargue/ .
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