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Die „Overture“ läutet es ein: man weiß nicht, was einen erwartet und plötzlich ist man mittendrin. „A Bar In Amsterdam“ zieht einen sogleich unweigerlich in den Strudel ‚Katzenjammer’. Das ist wilder Tanz und treibender Rhythmus, alles mit folkloristischen Instrumenten und dem geballten, kraftvollen Gesang der vier Norwegerinnen. Einen Moment dreht sich das Karussell ein wenig langsamer, um im nächsten noch einmal Vollgas zu geben. Das ist der Auftakt zum Debütalbum „Le Pop“, eine Mischung aus verspielten, lebhaften, dramatischen Songs, deren Einordnungsversuch zwangsläufig scheitern muss. Die Musik von Katzenjammer ist einfach zu vielseitig, als dass man ihr einen Stempel aufdrücken könnte. Höchstens von Einflüssen kann man sprechen und diese sind zahlreich. Die Norwegerinnen bedienen sich beispielsweise an Seemannsliedern, am Blues und sogar an jüdischer Volksmusik. Dabei genügt es völlig, zu viert auf der Bühne zu stehen, denn Solveig, Anne Marit, Turid und Marianna spielen alle Instrumente selbst und das auch noch im Wechsel: vom klassischen Schlagzeug, über Mandoline, Banjo, Ukuluele bis zum folkloristischen Balalaika-Bass mit dem frechen Katzengesicht drauf.
„Le Pop“ ist von der Thematik des Zirkusjahrmarkts durchzogen, musikalisch wie auch im Artwork. Katzenjammer nimmt den Hörer mit auf eine Reise zurück in die Kindheit, als man noch den befremdlichen Zauber dieser Welt spürte: seltsame Gestalten, süße Zuckerwatte, aufregende Kunststücke, schnelle Karussells. Getragen wird dieses Motiv von den Orgelpfeifen, die uns in mehr als einem Song begegnen. Am deutlichsten in der nach dem Album (oder umgekehrt?) benannten Hymne „Le Pop“, einem wahren musikalischen Wirbelwind: „All you know you’re dancing till you drop / when you’re listening to Le Pop“, heißt es hier folgerichtig.
Dabei glänzen die vier Musikerinnen zu jeder Zeit mit ihren Stimmen. Diese sind keineswegs nur süß, sondern auch richtig kraftvoll, wie in „Hey Ho On The Devil’s Back“ und dem zusätzlichen Track „Ain’t No Thang“, einer gestandenen Bluesnummer.
Katzenjammer können aber auch ruhige Töne anschlagen: „Wading In Deeper“ ist eine wunderschöne Klavierballade, die zum Ende hin mit Unterstützung weiterer Streichinstrumente schon recht orchestral daher kommt. Ebenso schön, nur mit mehr Dramatik versehen, ist das von Seemann-Shanties inspirierte „Virginia Clemm“. Leider ist während der CD-Produktion ein Fehler unterlaufen, sodass diese beiden Titel in der Tracklist vertauscht wurden.
Katzenjammer zu hören, macht Spaß - ob ihrer kraftvollen Stimmen, den abwechslungsreichen Songs und der Power, die die vier Norwegerinnen präsentieren. Eine willkommene Erfrischung in der Musikwelt, die vor allem auch Lust darauf macht, sie mal live zu erleben.
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Biographie der Mitwirkenden
KATZENJAMMER waren zwar auch für ihr Debütalbum Le Pop in der Kategorie ”Newcomer of the Year” nominiert, aber die Tatsache, dass sie ausgewählt worden waren, die Zeremonie zu eröffnen, bestätigte ihren bereits etablierten Ruf als kurzweiligste neue Musiksensation einer gedeihenden norwegischen Musikszene.
KATZENJAMMER bestehen aus Solveig Heilo, Anne Marit Bergheim, Turid Jørgensen und Marianne Sveen und alle zusammen spielen sie Tuba, den Balalaika-Bass, Schlagzeug, Harmonika, Klavier, Banjo, Akkordeon, Mandoline, Gitarre, Melodica und, sehr effizient, die bereits zuvor erwähnte Trompete. Spätestens beim nächsten Auftritt haben sie sehr wahrscheinlich ein paar mehr von diesen exzentrischen Instrumenten in ihr Repertoire aufgenommen.
Auf der Bühne zeigen KATZENJAMMER ihre ganz eigene Version von „Reise nach Jerusalem“, dabei zirkulieren die Instrumente permanent zwischen den vier Musikerinnen, was der ganzen Show ein Zirkuselement hinzufügt.
Die Musik von KATZENJAMMER wurde bereits als Folk / Country / Balkan / Zigeuner / Klapper-Rock-Pop beschrieben. Merkwürdigerweise hört es sich in Wirklichkeit nicht so durcheinander an, wie das jetzt klingen mag.
Le Pop wurde vom Team Kåre Westrheim und Mike Hartung produziert. Letzterer war bereits für bekannte norwegische Künstler wie Marit Larsen, Superfamily und Hanne Hukkelberg tätig. Westrheim war maßgeblich beteiligt am Durchbruch des bekannten norwegischen Liedermachers Odd Nordstoga.
Die heimische Presse feierte das Album bei seiner Veröffentlichung in Norwegen im Herbst letzten Jahres. Ein Autor beschrieb ihren Stil als “eine Mischung aus osteuropäischer Folklore, den B-52s, den Schwestern Kate & Anna McGarrigle, seekrankem Bluegrass, Country Blues und einem Karneval Orchester auf der Flucht”.
KATZENJAMMERs Aufstieg ins Rampenlicht begann Anfang 2008, als die Band bei der Skandinavischen Musikmesse by:larm in Oslo eine Publikum aus Journalisten und Musikbranchenleuten wegblies. Der Auftritt katapultierte das Quartet in die größeren Clubs Norwegens; so haben sie das Rockefeller in Oslo, mit einem Fassungsvermögen von 1.500, innerhalb von 90 Tagen zweimal ausverkauft.
Im Frühjahr 2009 stellten sie ihr musikalisches Chaos erstmals grenzüberschreitend beim Eurosonic Festival in den Niederlanden vor. Außerdem spielten sie an zwei Abenden in der riesigen O2 Arena in London als spezielle Gäste im Vorprogramm von Keane. Die britischen Superstars hatten KATZENJAMMER im Vorprogramm ihrer Show in Oslo kennen und schätzen gelernt. Im März 2009 gaben sie ihm Rahmen des renommierten South by Southwest in Austin eine Reihe von Auftritten, die in den USA zu einer Welle der Begeisterung führten. Dies führte zu Einladungen auf diverse US-Sommerfestivals. Am bekanntesten dürfte das Bonnaroo-Festival sein, wo die Band auf persönliche Einladung von David Byrne (Talking Heads) an 4 aufeinander folgenden Nächten auftrat. In Deutschland spielt die Band unter anderem beim Fusion Festival, dem Taubertal Open Air und dem Highfield Festival. Im September folgt dann eine 10-Städte-Tour mit dem Reeperbahn Festival als Höhepunkt.