Ludovico Einaudi ist mittlerweile im Bereich meditativer Klaviermusik vor allem durch Klassik-Radio sehr bekannt geworden.
Le Onde ist nach den Album "Stanze" (1997) sein zweites Album aus dem Jahr 1998. Auch wenn danach noch zehn weitere Alben gefolgt sind bleibt dieses Album für mich einer der musikalischen Höhepunkt bei Einaudi, wobei für mich das Album I Giorni aus 2001 den bisherigen Gipfel darstellt.
Auf dieser CD finden sich durchgängig sehr einfühlsame, sanfte Kompositionen. Zu hören ist ein Klavier, sonst nichts, aber Melodien und Harmonien, Klangfolgen, die tief unter die Haut gehen und unvergessen bleiben. Es ist im besten Sinne meditative Musik, die in die Stille führt und dabei die Seele ebenso tief berührt.
Was Einaudi aus der Schlichtheit dieses einen Musikinstruments macht, ist beeindruckend.
Wer dieses "plain piano" liebt ist bei dieser CD richtig. Aufpassen sollte man bei den letzen beiden aktuellen Werken, da sich Einaudi weiterentwickelt und verändert. In neueren Alben findet sich häufig Synthesizermusik die mit zum Teil stark verzerrten Effekten eine sehr andere Stimmung aufnimmt.
Einaudi hat früh Klavierspielen gelernt und wurde von seiner Familie intensiv gefördert. Dennoch hat er sich zuvor mit Orchesterwerken, Bühnenmusik und Filmen beschäftigt, bevor er diesen Bereich der Klaviermusik für sich entdeckt hat. Inspiriert wurde er dabei von Ryuichi Sakamoto, Philip Glass, Didier Squiban und Erik Satie.
Ich arbeite seit vielen Jahren als Coach und Berater mit meditativer Musik und schätze dabei auch George Winston sehr. Doch Einaudi geht noch einmal mehr in die Tiefe! Wer Musik von Philip Glass, Erik Satie, Yann Tiersen oder George Winston mag, sollte bei Ludovico Einaudi Musik entdecken, die einen nicht mehr loslässt!
Und auch nach dem hundertsten Mal Hören sind seine Kompositionen so wunderbar wie beim ersten Mal! Man muss es einfach gehört und erlebt haben!
Mein Anspieltipp: 3. Le Onde, 6. La Linea Scura.