wenn der Komponist doch nur gewußt hätte, was eine Oper ist. Aber um 1280 war es ja schon fast revolutionär, einen komplexen Liederzyklus zu einem bestimmten Thema zu schreiben. Dieser hier dreht sich um einen Robin und eine Marion (Zusammenhänge mit der Robin Hood-Geschichte bestehen wahrscheinlich nicht, aber das ist wohl noch nicht so richtig geklärt).
Richtige Dialoge gibt es natürlich nicht. Doch die Interpreten tätigten einen (natürlich inzwischen umstrittenen) Kunstgriff. Sie ergänzten das "Jeu de Robin et Marion" um weitere Kompositionen de la Halles sowie um zwei bekannte Estampien (ob Halle diese auch geschrieben hat, wird aber offengelassen...) Jedenfalls wirkt das ganze dadurch viel homogener und kann dadurch direkt als zusammenhängende Handlung angesehen werden.
Die Interpretation läßt keine Wünsche offen. Hier bekommen wir (natürlich nicht ohne kleine Schummeleien) eine stimmige "Mittelalter-Oper" serviert. Guten Appetit!