Wir hatten bisher einen el. Wasserkocher. Mit dem weißen Plastikteil war ich funktionell bisher recht zufrieden, allerdings nahm er mir doch wertvollen Platz auf meiner ohnehin knapp bemessenen Arbeitsfläche sowie eine Steckdose weg. Außerdem zeigte er einige Verfärbungen, die ich mit keinem Putzmittel entfernen konnte und war auch sonstwie nicht das, was ich eine Augenweide nennen würde.
Seit etwas mehr als zwei Jahren nennen wir nun ein Induktionskochfeld unser eigen und seither wartete ich darauf, dass sich unser Wasserkocher verabschiedete. Leider ist das so eine Sache: Wartet man darauf, hat das Gerät eine seeeehr lange Lebensdauer, kann man es finanziell in dem Moment überhaupt nicht gebrauchen, geht ein Teil nach dem anderen kaputt. So viel off-topic...
Nun habe ich mich - trotz des noch voll funktionsfähigen Wasserkochers - entschieden, endlich einen Wasserkessel mit Flöte zu kaufen (der nun wertvollen Platz auf meinem Kochfeld besetzt ;-P). Meine Suche durch das Netz führte mich zu Amazon und dort fand ich zwei Exemplare, die mir optisch gut gefallen haben. Zum einen der emaillierte Wasserkessel von Le Creuset in schwarz, zum anderen ein Edelstahlkessel - Made in Germany.
Direkt am nächsten Tag konnte ich das Paket mit den zwei Wasserkesseln in Empfang nehmen, und ließ sie mit jeweils 1 Ltr. Wasser im Bauch (gleiche Ausgangstemperatur, auf der gleichen Induktionsplatte) gegen die Stoppuhr antreten. Der Edelstahlkessel brauchte 3:20 Min, bis das Wasser brodelte, der Le Creuset war rd. 50 sec schneller. Allerdings der Fairness halber muss ich anfügen, dass der Edelstahlkessel einen deutlich kleineren Bodendurchmesser hat, und somit eine entsprechend kleinere "Kochfläche". Ich schickte ihn zurück.
Mein neuer Kessel kommt aus Taiwan, und ich kann mich über die Verarbeitung nicht beschweren - im Gegensatz zu anderen Rezensenten hier. Der Teekessel ist wertig verarbeitet und mit unter 50,- ¤ für meine Begriffe durchaus preiswert, wenn man berücksichtigt, dass die Produktionsmenge von Flötenkesseln sicherlich geringer ist, als die Zahl der produzierten - sagen wir mal - Suppentöpfe. Mein Exemplar ist optisch ohne Beanstandungen.
Der Deckel sitzt stramm, lässt sich für meine Begriffe trotzdem ohne größeren Kraftaufwand öffnen. Die Öffnung ist groß genug, dass der Kessel leicht befüllt werden kann. Auch eine kräftig gebaute Hand kann den Teekessel noch von innen gut reinigen. Der Deckel ist von unten mit einem Edelstahl-"Deckel" verschraubt und dadurch bei einem evtl. Sturz sicherlich formstabiler. Er hat am Rand eine Einbuchtung, die verhindert, dass sich zu viel Druck aufbaut.
Durch den starr angebrachten Griff kann der Kessel beim Ausgießen nicht seitlich wegkippen. Trotzdem ist der Griff beim Befüllen nicht im Weg. Die eckige Form des Griffes ist unpraktisch, ich greife stets halb den Kunststoffgriff, halb den Metallbügel. Ein runder Bügel wäre ergonomischer gewesen. Da der Bügel aber nicht sonderlich heiß wird, war hier bisher keine Verbrennungsgefahr gegeben. Wie es sich verhält, wenn der Kessel schon einige Zeit brodelnd auf dem Herd verbracht hat, vermag ich allerdings nicht zu sagen, da ich immer direkt den Herd abschalte, wenn die Pfeife in typischen Ton unüberhörbar anfängt zu flöten. Je nachdem wie voll der Kessel befüllt ist, tönt die Flöte mehr oder minder laut. Sie schließt recht dicht, und wird bei Nichtgebrauch einfach nach oben weggeklappt. Dadurch ist sie immer am Kessel und es besteht nicht die Gefahr eines Verlustes.
Hier noch einige Zahlen:
Material: Stahl emailliert, kein Gußeisen
Gewicht: ca. 1.570 g - vielleicht kein Leichtgewicht, aber durch das entsprechend dicke Material hält das Wasser lange die Temperatur
Bodendurchmesser: rd. 20 cm
Höhe gesamt: etwa 25 cm
Höhe bis Einfüllmarkierung: 7,5 cm - diese bitte beachten, da bei aufgesetztem Deckel durch den Aufbau von Überdruck Wasser durch die Ausgießtülle nach außen spritzt. Soll mit einem Kochgang erhitzen werden, sollte in jedem Fall der Deckel abgenommen sein und der Kessel nicht unbeaufsichtigt genutzt werden.
Fassungsvermögen bei Befüllung bis zur Einfüllmarkierung: ca. 2,1 Ltr. also durchaus ausreichend für den Teedurst einer 5-köpfigen Familie. Auch innen ist eine Einfüllmarkierung: zur Ausgießtülle hin sind mehrere Löcher angeordnet (siehe Bild). Der Kessel sollte nicht höher befüllt sein, als zwischen der unteren und den mittleren drei, horizontal angeordneten Löchern, dieses ist ebenso in der Anleitung beschrieben.
Gerne beantworte ich weitere Fragen.
Gruß mm