Lazarus - biblisch gesehen ein von den Toten Auferstandener.
Jedoch ist das neueste Werk von Hacride nicht als biblisch zu bezeichnen.
Eher als episch.
Ohne Vorkenntnisse über die Band habe ich mir dieses Album angeeignet.
Und wurde zunächst von einem Cover und einer Bookletgestaltung überrascht, die von Leonardo da Vinci höchstpersönlich hätte stammen können.
Detailliert, künstlerisch, wissenschaftlich, organisch, mechanisch und auch ein wenig angsteinflößend. Reine Perfektion spricht aus diesen Bildern. Doch wird sich das auch in der Musik wiederfinden?
Ich lege die CD ein.
Track 1 - "To Walk Among Them"
Ein 15 Minuten (!) langer Opener. Zu gewagt für eine eher unbekannte Band?
Kein Spaß - ich begann leicht zu zittern und bekam auch ein wenig Gänsehaut. Allein die ersten 40 Sekunden haben mich davon überzeugt, dass es sich nicht um eine 08/15 Scheibe, sondern um ein Meisterwerk handelt.
Das erste Adjektiv, was mir beim Hören einfiel, war "druckvoll". Bei Hacride darf man gerne den Bassregler etwas höher schieben. Und die Lautstärke bis zum Anschlag.
Druckvoll schmetternde Gitarren, kraftvoll unterstützende Drums, ein Bass der sich perfekt in die Lieder einschmiegt und eine Stimme, die ganz alleine den Echo verdient hätte bilden eine Kombination, wie sie mir bis dato noch nie zu Ohren gekommen ist.
Durchkomponiert wie eine Sinfonie von Beethoven präsentiert sich der Anfangstrack - und lässt die Freude auf die weiteren Lieder wachsen.
Ich möchte jetzt nicht kleinlich auf jedes Lied eingehen, aber sie haben alle ihre eigene Besonderheit. Persönlich gefällt mir der 3. Track "Lazarus" am besten.
Bei Hacride hat man öfters mal das Gefühl, dass diese Musik einem direkt einen Schlag ins Geschicht verpasst hat. Man wartet regelrecht auf diese "Schläge" und freut sich, wenn sie kommen.
Es findet sich einfach alles auf dieser Platte: Donnernde Gitarrenriffs, Akustik-Parts und technisch einwandfreie Soli, klasse Drumeinlagen, agressive Shoutings und auch clean gesungene Teile. Trotzdem wirkt das Ganze kein bisschen überladen, sondern perfekt aufeinander abgestimmt.
Die Tonqualität ist überdies mehr als akzeptabel, wer das Album leise hört verpasst einfach das Beste.
Ich weiß nicht, in welche Sparte des Metal Hacride einzuordnen ist und möchte diesbezüglich auch keine Äußerung vornehmen.
Fest steht, dass Hacride das Potential hat, unter den ganz Großen der Szene mitzumischen.
Für mich selbst steht deren Werk Lazarus nur unter einem Begriff:
Vollendete Perfektion