Seine Emo-Core Band Favez ist überhaupt nicht meine Sache. Und hätte ich gewusst, dass hinter den Sad Riders deren Sänger Chris Wicky steckt, hätte ich bestimmt nicht reingehört. So aber liegt „Lay your head on the soft rock" auf meinem Tisch und ich bin leicht bezaubert. Dem Beispiel Keith Caputos (Life of Agony) und Kristofer Aströms (Fireside) folgend nimmt sich auch Chris Wicky eine Auszeit, um seine Songwriter-Künste unter Beweis zu stellen. Ebenso wie bei den genannten Kollegen braucht sich das Ergebnis nicht zu verstecken. Private Geschichten rund um den Genfer See erzählt uns der Schweizer und pendelt musikalisch dabei zwischen Country und Americana. Das klingt dann manchmal wie Springsteen oder Mojave 3. Manchmal wünscht man sich dabei einen Native Speaker, denn seine Herkunft kann Wicky nicht immer vergessen machen und sein gefärbtes Englisch stört bei einer Musik, die so klingt als käme sie aus Arizona, etwas.
Unterm Strich ist dieses Solo-Debüt sehr gelungen und all jenen ans Herz zu legen, die von langsamen Liedern mit schönen Melodien nie genug bekommen können.